In der "Wildnis" geht es ums Überleben

11.08.2010   Von: Ralf Naumann  inFranken.de

Integratives Zeltlager Ein abenteuerliches Szenario, viele spannende Aufgaben und ein Betreuerteam, das es verstand die Jugendlichen bestens zu führen, prägten das integrative Jugendzeltlager von Lebenshilfe und Kreisjugendring Haßberge in Reutersbrunn (Stadt Ebern). Behinderte und nichtbehinderte junge Leute leben und erleben diese Lagertage gemeinsam.


Beim Geruchstest hat Tom aus Roßstadt keine Mühe, das Lavendel zu erkennen. Foto: Ralf Naumann
50 junge Menschen sind , so die Idee des Lagers, auf dem Zeltplatz bei Ebern "gestrandet" und nun dem "Dschungel" ausgeliefert - aber keineswegs hilflos. Denn dank zahlreicher gelernter Überlebensmaßnahmen werden es die Teilnehmer mit Sicherheit schaffen, in die Zivilisation zurückzukehren. Mit Rat und Tat stehen bei dieser Veranstaltung von Lebenshilfe und Kreisjugendring Haßberge die Lagerleiter, KJR-Geschäftsführer Frank Kupfer-Mauder und Erzieherin Barbara Gehringer von der Lebenshilfe, sowie weitere 13 ehrenamtliche Betreuer, zwei Köche, ein Springer sowie einige Helfer den "Gestrandeten" zur Verfügung. Sie sorgen für eine erfolgreiche Vermittlung von Grundfähigkeiten für ein erfolgreiches Überleben in der Wildnis.

Der Spagat, ist für die Verantwortlichen nicht immer einfach: ein anspruchsvolles Programm zu schaffen, welches sowohl für ein zehnjähriges Mädchen, als auch für einen 14-jährigen Jungen gleichermaßen anspruchsvoll wie lösbar ist. Lange schon vor dem lager waren Spiele, Stationen, Workshops und Aktivitäten detailliert geplant und Material beschafft worden, "Drehbücher" wurden geschrieben und gegebenenfalls zusätzliches Personal organisiert.


Ratlosigkeit am Beginn


Dass bereits nach der Ankunft der geplanten Rundreise zunächst Ratlosigkeit herrschte, ist verständlich. Doch der erste "Schock" war fürd ei "Gestrandeten" schnell vorüber. Und anstatt Trübsal zu blasen, gingen die "Ritter der Schlafsäcke", die "Chiller", "die Ritter der Dreilochkartoffeln" oder die "Strandmädels" mithilfe ihrer Gruppenbetreuer voller Tatendrang ans Werk: Überlebenstraining heißt das Motto. Lesen von Spuren ist in dem wichtigen Paket ebenso enthalten sie das Erriechen von Düften, Fühlen von Naturmaterialien, Lesen von Geländekarten, oder dem Errichten von kleinen Schutzbehausungen. Alle hatten in den vergangenen Tagen ihre Freude - nicht nur am Stationenspiel. Auch von den anderen bislang stattgefundenen Programmpunkten und denen, die bis zum kommenden Mittwoch noch durchgeführt werden, waren und werden die gestrandeten Haßbergler sowie einige Gäste aus anderen Landkreisen völlig einverstanden sein.

Kein Wunder, Frank Kupfer-Mauder, Barbara Gehringer und Team haben sich in den vergangenen Wochen mächtig ins Zeug gelegt, um die Tage auf dem Zeltplatz wieder kurzweilig zu gestalten. Basteln der Gruppenfahnen, (Nacht)wanderungen, verschiedene Workshops, Lagerfeuer, Schwimmbadbesuche, Abendessenbuffet auf der angrenzenden Wiese, Bergfest, Kino, Disco, bunter Abend und so weiter: Bis zum Ende der "Exkursion" wird noch viel Spaß herrschen.

Glanzlicht ist der Auftritt sowie ein Workshop Direktor Andre von Lauenburger und seinen Kindern vom gleichnamigen Zirkus. Lustig, erlebnisreich, spannend, erholsam sowie vor allem gemeinsam: Das integrative Zeltlager hat von seiner Attraktivität nichts eingebüßt und ist so populär wie ehe und je. Das vorübergehende Zusammenleben der insgesamt 15 geistig- und mehrfach behinderten aus der Lebenshilfe Haßberge in Sylbach mit 35 nichtbehinderten Mädchen und Jungen zwischen zehn und 15 Jahren in großen Zelten war und ist wieder ein echter Ferienhöhepunkt für Alle.




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