Die Fahnder sammeln Spur um Spur
08.10.2009
Ort: Importartikel Von: Günter Flegel ![]()
Kriminalität In den Resten des zerstörten Schlosses von Ebelsbach trägt die Polizei alle Einzelheiten zusammen, bis sich ein Bild der Brandnacht ergibt. Die Ermittler hoffen, die Brandstiftung klären und den oder die Täter überführen zu können.

Stück für Stück abgebaut werden die Dachbalken des einst so schönen historischen Wasserschlosses in Ebelsbach.Fotos: Günter Flegel
Derzeit werden beim Landeskriminalamt in München Proben ausgewertet, die Experten der Polizei vor Ort genommen hatten. Welcher Art diese Proben sind und welche Aufschlüsse sich die Polizei von ihrer Analyse erhofft, wollte Kathrin Reinhardt aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht preisgeben. „Dabei geht es um Täterwissen, und das kann dabei helfen, den Verantwortlichen zu ermitteln und zu überführen“, so die Polizeisprecherin.
„Das macht die Erfahrung“
Keine Details ließ sie sich auf die Frage entlocken, welche Erkenntnisse die Brandfahnder bei ihrer Arbeit in der Schlossruine gewonnen haben. „Da steht jeder, und ich schließe mich ein, vor einem Haufen schwarzer Trümmer und sieht gar nichts, aber unsere geschulten Fachleute lesen darin wie in einem Buch. Das macht die Erfahrung“, sagte Kathrin Reinhardt. Sie geht davon aus, dass es den Experten gelingt, die Brandnacht „recht genau zu rekonstruieren“, obgleich das Feuer nicht nur das Schloss zerstört, sondern auch viele Spuren des Brandes selbst beseitigt hat. Keinerlei Zweifel hat die Polizei daran, dass das Feuer vorsätzlich und an mehreren Stellen gelegt wurde, um das historische Gebäude zu zerstören. „Über Hintergründe und Motive kann man derzeit nur spekulieren“, sagte Kathrin Reinhardt. Die Polizei ermittle „in allen Richtungen“.
Eine dieser Richtungen ist der Rolls Royce des Schlossbesitzers, der im Untergeschoss abgestellt war und ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Möglicherweise wurde der Wagen sogar ebenfalls angesteckt, als im Schloss bereits die Flammen loderten . Um dies zu klären und möglicherweise Spuren zu sichern, die zum Täter führen können, hat die Polizei das ausgebrannte Gerippe des Luxuswagens aus dem Trümmerhaufen geborgen und sichergestellt, um ihn von Fachleuten des Landeskriminalamtes untersuchen zu lassen.
Bis die Experten vor Ort eintreffen, wurde das Autowrack in Ebelsbach untergestellt – genauer gesagt im Schloss Gleisenau. Was für dieses Schloss hoffentlich kein schlechtes Omen ist.
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