Internet: Dörfer hängen in der Warteschleife

02.09.2010   Von: Ralf Kestel  inFranken.de

Breitband-Initiative Weiter in der Warteschleife bleiben Internetnutzer in den Dörfern im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Ebern. Die Hoffnung, wonach ein Anbieter mit neuer Technik noch im September höhere Übertragungsraten übers Telefonkabel möglich macht, haben sich zerschlagen.


Die langen Ladezeiten bei der Internet-Nutzung dauern in vielen Ortschaften im Bereich der VG Ebern wohl noch ein weiteres Jahr an.
Das ISDN-Tempo mit 64 Kilobytes je Sekunde bleibt somit zunächst Standard, da in den Ortschaften, die fernab der Vermittlungsstellen liegen, über die bestehenden Kupferkabel große Probleme auftauchen. Am Ende des Kabelstranges, am Ende der Welt? "Wir leben in der multimedialen Steinzeit", schimpft ein Firmen-Chef aus Jesserndorf. Zwei Mal schon hatte die Verwaltungsgemeinschaft Ebern für die Stadt Ebern sowie die Gemeinden Pfarrweisach und Rentweinsdorf die Arbeiten zur Ertüchtigung des Kabelnetzes ausgeschrieben. Einmal zog die Telekom wieder zurück, da die Zahl der potenziellen Anschlussnehmer aus wirtschaftlichen Gründen die Aufrüstung nicht rechtfertigte.
Bei der zweiten Ausschreibung kam die Firma "mvox" zum Zug, die im Juli eingestehen musste, dass die versprochenen 1000 Bytes pro Sekunde nicht in jedem Fall machbar seien, da die entsprechende Ausbaustufe nicht umgesetzt werden könne. Damit standen auch die bereits bewilligten Zuschüsse des Freistaates auf dem Spiel: 100 000 Euro für Ebern, 36 000 Euro für Pfarrweisach und 47 000 Euro für Rentweinsdorf.

Innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Ebern wurden von den Bürgermeistern nochmals Verhandlungen mit der Telekom sowie einem weiteren Anbieter aufgenommen, um Verbesserungen zu erreichen. Der Rentweinsdorfer Bürgermeister Willi Sendelbeck sucht auch den Kontakt mit Nachbarbürgermeistern im Bereich der Ortsnetzes Baunach, wo selbst über lange Strecke mittlerweile Übertragungsraten bis zu 16 000 Bytes möglich sind.
Wahrscheinlich ist eine dritte Ausschreibung. "Das führt zu einer erneuten Verzögerung von einem Jahr", mutmaßt der zuständige Sachbearbeiter der VG Ebern, Dirk Suhl.



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