Bleibt das Ebelsbacher Schloss ein Denkmal?
05.11.2009
Ort: Importartikel Von: Klaus Schmitt ![]()
Kultur Nach dem verheerenden Brand in Ebelsbach lässt das Landesamt für Denkmalpflege ein Gutachten für das einst historisch wertvolle Gebäude anfertigen, das die Weichen stellt für das weitere Vorgehen. Das Dach wurde gesichert.

Eine Nagelbinder-Konstruktion mit einer Plane soll das abgebrannte Schloss vor weiteren Beeinträchtigungen schützen. Foto: Ronald Rinklef
Aktuelle Informationen des Landrats
Über den aktuellen Stand informierte am Dienstagnachmittag Landrat Rudolf Handwerker den Bauausschuss des Kreistages bei der Sitzung in Haßfurt. Der Landkreis ist zwar mit dem Ebelsbacher Schlossbrand nur indirekt befasst, aber die neueste Entwicklung interessierte das Kreistagsgremium schon, nachdem Kreisrat Emil Däschner, der frühere Bürgermeister von Ebelsbach, die Anfrage an den Landrat gestellt hatte.
Von Glück sprach Handwerker in diesem Zusammenhang, dass es während der Sicherungsmaßnahmen kaum regnete. Eindringendes Wasser hätte das marode Gebäude weiter beeinträchtigt.
Ebelsbachs Bürger- meister Walter Ziegler bestätigte unserer Zeitung, dass die Konstruktion auf dem weitgehend vernichteten Schloss einen stabilen Eindruck macht.
Wie es mit dem Schloss weitergeht, in dem in der Nacht zum 10. September ein Großfeuer gewütet hatte, steht bislang nicht fest. Aufschluss über diese Frage soll ein Gutachten geben, das das Landesamt für Denkmalpflege anfertigen lässt. Eingeschaltet ist auch der Besitzer, die Schloss Ebelsbach Verwaltungs GmbH, hinter der der Kölner Geschäftsmann Dominique A. Arens steht.
In dem Gutachten will die Behörde offenbar klären lassen, wie Landrat Rudolf Handwerker dem Bauausschuss des Kreistages erklärte und Walter Ziegler unserer Zeitung erläuterte, welche Teile weiterhin als Denkmal gelten sollen und welche nicht. Davon hängt sicherlich die weitere Vorgehensweise ab – beispielsweise bei einem Wiederaufbau, den der Besitzer eigenen Angaben zufolge anstrebt.
„Das wird sich noch länger hinziehen“
Ein rasches Ergebnis ist mit dem Gutachten nicht zu erwarten. „Das wird sich noch länger hinziehen“, befürchtet Walter Ziegler. Und selbst wenn die Untersuchung vorliegt, müssen etliche Fragen noch geklärt werden. Die Finanzierung eines Wiederaufbaus zum Beispiel.
Die Kripo ermittelt weiter
Unterdessen gehen die Untersuchungen der Kriminalpolizei nach dem oder den Brandstifter(n) weiter. Resultate liegen bisher nicht vor, wie ein Sprecher des Präsidiums Unterfranken in Würzburg gestern auf Anfrage mitteilte.
Fest steht, dass vorsätzliche Brandstiftung den Brand ausgelöst hat, der einen Millionenschaden verursachte – abgesehen von dem immensen ideellen Schaden. An mehreren Stellen ist das Feuer ausgebrochen, und Reste von Brandbeschleunigern sind im Haus entdeckt worden.
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Brandstiftung führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 15 000 Euro ausgesetzt. Die Hinweise erbittet die Kriminalpolizei Schweinfurt, erreichbar unter Telefon 09721/2021731.
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