Auf dem Main bilden sich Eisschollen
03.02.2012
Ort: Kreis Haßberge ![]()
Winter Auf dem Main bekommen die Binnenschiffer Probleme mit dem Eis. Vor den Schleusen treiben bereits erste Schollen. Sollte es so kalt bleiben, rechnet das Wasser- und Schifffahrtsamt damit, dass sich auf dem ganzen Flusslauf eine Eisschicht bilden könnte.
Trotzdem dürfte es noch ein paar Tage dauern, bis sich eine Eisschicht auf dem Main bildet. Auf den Strecken zwischen den Staustufen "ist das Wasser in Bewegung", sagt Fröhner. Fließendes Wasser bleibt auf bei Temperaturen unter null Grad noch eine Zeitlang flüssig, zumal es auf dem Main überdies durch die Schiffe immer wieder durcheinander gewirbelt wird. Die Schiffsschrauben befördern das Wasser aus tieferen Schichten an die Oberfläche und verhindern damit das Gefrieren.
Dichteanomalie
Warum? Durch die physikalisch bedingte Dichteanomalie, die auf der besonderen "Bauform" der Wassermoleküle (H2O) beruht, ist Wasser mit einer Temperatur von plus vier Grad am "schwersten" und sinkt ab. Kälteres Wasser und Eis sind leichter und bewegen sich an der Oberfläche. Diese Besonderheit hilft in der Natur den Tieren, in gefrorenen Gewässern zu überleben, da das Wasser am Grund eines Sees nie kälter als plus vier Grad wird und damit flüssig bleibt.
Dieser Mischeffekt hält die Wasseroberfläche des Mains noch eine Zeitlang flüssig, "hoffentlich so lange, bis es wieder milder wird", sagt Fröhner. Sowohl der Wetterbericht als auch die Bauernregeln verheißen allerdings nichts Gutes. Zumindest in der kommenden Woche ist noch keine durchgreifende Wetteränderung mit Frostabschwächung in Sicht, es bleibt sibirisch - nach der Lichtmessregel (der "Siebenschläfertag" des Winters am 2. Februar) sogar noch sechs Wochen lang.
Eisbrecher
Wenn das so ist, dann kann es schnell gehen mit der Eiszeit auf dem Main: Da das bewegte Wasser sich auf Minustemperaturen abkühlt und so einen überkritischen Zustand erreicht, kann der Fluss über Nacht zufrieren. Damit rechnet Fröhner bei anhaltendem Dauerfrost und zweistelligen Minusgraden in den Nächten Mitte oder Ende der kommenden Woche. Stillstand für die Schifffahrt bedeutet das aber auch noch nicht sogleich. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat in seinem Arsenal zwei Eisbrecher, die "Von Grassmann" und die "Angermünde". Die sorgen derzeit noch auf dem Wege der Amtshilfe auf dem Main-Donau-Kanal für freie Fahrt, werden aber, wie es aussieht, bald auch in den heimischen Gewässern gebraucht.
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