Eine "Hass-Liebe" zum Rucksack
01.09.2010
Von: Simon Albert ![]()
Wanderung Der Bielefelder Student Philipp Gätz befindet sich auf einer elfwöchigen Wandertour durch Deutschland. Dabei entwickelt er eine Fotoserie für seine Diplomarbeit. Auf seiner Reise hat er auch in Forchheim Station gemacht.
Spannende Geschichten
So durfte er zum Beispiel bei einem Wirt in dessen Kneipe nächtigen, da er sonst keine anderen Schlafplatz gefunden hätte. Aber auch von seiner Begegnung mit Cruiserweight-Boxweltmeister Marco Huck in einem Erfurter Hotel berichtet Philipp Gätz gerne. Das er in Forchheim mit der Don Bosco-Herberge das selbe Domizil bewohnt wie einst Lothar Matthäus während dessen Berufsschulzeit findet er ebenso spannend. Solchen Geschichten könne man nicht hinterher jagen, meint der Student, "wenn eine Geschichte gut ist, dann kommt sie auch zu einem."Um sich für seinen Trip zu präparieren, hat Philipp Gätz im Vorfeld drei Wochen lang das Wandern trainiert, aber immer wieder da anzukommen von wo man losgelaufen ist, sei für ihn doch ziemlich "kontraproduktiv" gewesen. In den ersten Tagen seiner Tour hatte er kaum Probleme, "wie aus dem Nichts" kamen dann aber Blasen und er habe jeden Muskel gespürt. "Mittlerweile habe ich aber keine Schmerzen mehr", versichert Philipp Gätz mit einem Lachen. Auch die letzte Tube Schmerz-Gel, die er gekauft hat, "liegt seit zwei Wochen ungeöffnet im Rucksack."Die nächsten Stationen seiner Reise führen ihn nach Erlangen und dann zu Freunden nach Nürnberg. Das sei für ihn eines der wichtigsten Etappenziele, beteuert er. Das erste waren Freunde in Lübeck, 100 Kilometer von seinem Startpunkt entfernt. Denn ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass er auf jeden Fall bis Lübeck kommen würde.
Großstädte werden umlaufen
Im Durchschnitt wandert Philipp Gätz 25 Kilometer am Tag, seine längste Etappe waren sogar 40 Kilometer, aber das wolle er "nicht mehr" machen. Seine Route orientiere sich zwar an den verschiedenen Herbergen in denen er übernachten will, aber im Prinzip setze er jeden Tag "den Zirkel an" und schaue welche Ortschaften sich im Umkreis von 25 Kilometern befinden. München sei, wie es Hamburg war, nicht als Ziel geplant. "Großstädte versuche ich zu meiden. Da lässt es sich nicht schön laufen und von vielen Menschen bekommt man komische Blicke zu geworfen. Die denken wohl, dass ich ein religiöser Pilger bin", verrät er schmunzelnd.Zu Beginn seiner Wanderschaft war auch die Zugspitze noch ein Ziel, aber seit er im Harz am Brocken 600 Höhenmeter überwinden musste, ist sich Gätz sicher, dass er sich diese Strapazen nicht mehr antun will. "Stand jetzt sage ich: Nie mehr Wandern!", beteuert Philipp Gätz im Hinblick auf zukünftige Projekte.Generell vermisse er auf seiner Reise nichts, versichert er. Das einzige auf das er aber nicht verzichten könne, sei sein Waschmittel aus der Tube.
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