Zug schleift Auto 150 Meter weit mit
11.05.2011
Ort: Gosberg Von: Josef Hofbauer ![]()
Unfall Eine 43-jährige Autofahrerin aus Nürnberg erlag nach der Kollision mit einem Zug bei Gosberg noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Ihr Hund wurde von Ersthelfern unversehrt aus dem Wrack gerettet.

Wie es zu dem folgenschwern Unfall kommen konnte, darüber gibt es nur Spekulationen. "Die Frau muss den Zug übersehen haben", mutmaßt Norbert Schuberth, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Fest steht: Die Frau tastete sich um 9.45 Uhr mit geringer Geschwindigkeit auf den mit einem Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang zu. Das bestätigte ein Augenzeuge. Auch der Zug war nur mit geringer Geschwindigkeit in Richtung Ebermannstadt unterwegs.
Dennoch kam es zu dem verhängnisvollen Zusammenstoß, bei dem das Fahrzeug der Frau, ein metallicblauer VW Tiguan mit Fürther Kennzeichen rund 150 Meter auf den Gleisen mitgeschleift wurde.
Rätselhaft bleibt, warum die Frau überhaupt von der Straße abgebogen ist. Ebenso ist unklar, ob die Fahrerin aus Nürnberg die Warnblinkanlage an ihrem Auto bereits beim Abbiegen eingeschaltet hatte, oder ob sie bei der Kollision angeschaltet wurde.
Mit im Fahrzeug war ein Labrador, der von den Ersthelfern gerettet und von einer Passantin versorgt wurde. Anschließend wurde der Vierbeiner von einem Tierarzt untersucht.
Bei dem Unfall blieben der 28-jährige Lokführer und seine 26 Reisegäste unverletzt. Da die Bahnstrecke wegen der Bergungsarbeiten ab 9.46 Uhr bis in die Nachmittagsstunden komplett gesperrt war, wurde auf der Strecke nach Ebermannstadt ein Schienen-Ersatzverkehr eingerichtet. Auch die Staatsstraße blieb ab dem Zeitpunkt des Unfalls für mehrere Stunden gesperrt. Den entstandenen Sachschaden am Zug und am Fahrzeug der tödlich Verunglückten bezifferte die Polizei auf rund 40 000 Euro
Zur Bergung des Wracks waren die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Gosberg und Kirchehrenbach im Einsatz. Aktive der Feuerwehr Kunreuth wurden alarmiert, um eine zusätzliche Rettungsschere zur Verfügung zu haben. Sie wurde aber nicht mehr gebraucht, so dass die Kunreuther die Verkehrsregelung übernahmen. Insgesamt waren gut zwei Dutzend Feuerwehrleute vor Ort.
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Kommentare
Die Betriebsbremsverzögerung eines ...
... der hier eingesetzten "Talent"-Triebwagens wird mit 1 m/s²angegeben, d. h. unter idealen Bedingungen beträgt der reine Brems(!)weg aus 30 km/h 65 Meter.
Gepfeife bringt nix...
An dieser Strecke hier wird ja gepfiffen was das Zeug hält, jeden Tag auch sonntags. In dem Tal herrscht nie Ruhe - weil man es nicht schafft, die zig teils völlig unnötigen Übergänge abzuschaffen.
Dazu passieren diese Unfälle ja in regelmäßigen Abständen, war ja nicht das erste Mal.
Man will eben nichts investieren. Einfach pfeifen und ein paar Andreaskreuze reichen aber offenbar nicht.
Am Juni wird es dann noch schlimmer, wenn die Züge noch öfters und länger fahren.
150m ist doch nix...
... wenn man überlegt, dass nunmal die Räder als auch die Schienen aus Metall sind. Selbst mit dem zustreuen von Sand dauert es halt. Schließlich sind hier einige Tonnen an Masse unterwegs.
Nebenbei: Ein ICE benötigt für eine Notbremsung aus Höchstgeschwindigkeit (280 - 300km/h je nach Modell) mit Hinzunahme der Wirbelstrombremse (Magnetfeld) 3 Kilometer bis zum kompletten Stillstand.
150 Meter
Wenn das Auto 150 Meter mitgeschleift wurde, dann ist der Zug nicht wirklich langsam gefahren. Wieder einmal ist es geschmcklos hier den Sachschaden - ca. 40.000 Euro - zu nennen, wenn eine 43-jährige Frau ihr Leben lassen musste.
150 Meter
Wenn ich mich nicht täusche fahren Züge an ungesicherten Bahnübergängen nur Tempo 30. Bin aber nicht sicher, ob das grundsätzlich so ist, oder abhängig vom speziellen Bahnübergang.
Aber ein Anhalteweg von 100 oder 150 Meter ist bei einem Zug halt leider normal.
Kein Wunder, dass die Bahn am liebsten alle höhengleichen Bahnübergänge weg hätte.
Frontal???
Ist die Frau auf den Gleisen gefahren???
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