Sie sind Mittler zwischen Bürgern und Ämtern

14.03.2010     inFranken.de

Feldgeschworene Es gibt kaum eine Jahreshauptversammlungen im Landkreis, die mit so zahlreichen Ehrengästen aufwarten kann wie die der Feldgeschworenen, was eindrucksvolle die Wertschätzung ihrer Tätigkeit Ausdruck verleiht.


Feldgeschworene aus dem Landkreis Forchheim – sie wurden bei der Jahresversammlung in Weingarts ausgezeichnet. Foto: Galster
Vorsitzender Josef Sponsel begrüßte im Sportheim von Weingarts unter ihnen auch Vize-Landrat Georg Lang sowie die Landtagsabgeordneten Eduard Nöth (CSU) und Thorsten Glauber (FW).

Gemeindechef Hermann Ulm würdigte in seiner Begrüßung "die Verlässlichkeit, Neutralität und Vertrauenswürdigkeit der Feldgeschworenen zum Schutz des Eigentums". Ein Grenzstein werde oft für Jahrhunderte gesetzt.




Peter Jaskiola, Leiter des Vermessungsamtes Bamberg, sagte: Die "Siebener" wie die Feldgeschworenen auch genannt würden, seien als Partner vor Ort "wichtige Mittler zwischen Bürgern, ihren Gemeinden und den staatlichen Vermessungsämtern". Interessant war auch sein kurzer Ausflug in die Geschichte und Regionen. So gibt es in Oberbayern diesen ehrenamtlichen Berufsstand erst seit etwa 30 Jahren. Den Hof übernimmt im Regelfall der Älteste, der die anderen Geschwister auszahlen muss. Ganz anders in Franken und besonders Unterfranken, wo die Höfe und Grundstücke traditionell oft aufgeteilt wurden und so schon seit über 500 Jahren die Tätigkeit des Feldgeschworenen eine besondere Bedeutung erlangte.

In Thüringen werde der Feldgeschworene ab Mai 2011 abgeschafft. Die Bayerische Vermessungsverwaltung werde aber "mit Nachdruck an der Pflicht zur Abmarkung der Grundstücksgrenzen festhalten". Peter Jaskiola appellierte: "Sorgen Sie rechtzeitig dafür, dass Nachwuchskräfte gewonnen werden können, gehen Sie auf geeignete Leute zu und überzeugen diese von der wichtigen Gemeinschaftsaufgabe." An die Bürgermeister gerichtet, verwies er auf so manche Ungenauigkeiten hinsichtlich der Ortskerne, wo die Katasternachweise teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammten. Die Bayerische Vermessungsverwaltung biete deshalb Katasterneuvermessung zu besonders günstigen Konditionen, um diese Mängel zu beseitigen.


In einem kurzen Grußwort dankte auch Georg Lang den Feldgeschworenen für ihren Dienst; er sei eine "besondere Form der Bürgernähe". Zusammen mit Peter Jaskiola und Josef Sponsel wurden dann Feldgeschworene für langjährigen treuen Dienst geehrt. Es waren dies für 60 Jahre Georg Hutzler und Martin Schwarzmann, für 50 Jahre Hermann Fischer, Andreas Grießinger, Alfred Kraus, Ludwig Lautenbacher, Hans Schmitt, Hans Schwarzmann, Konrad Gebhard, Heinrich Hofmann, Andreas Stern und Eduard Friedrich. 40 Jahre Dienst leisteten Waldemar Hofmann, Andreas Neuner, Edmund Roppelt, Thomas Amon, Konrad Äcker, Friedrich Bauer, Anton Endres, Adam Krämer, Lorenz Leisgang, Josef Pfister, Johann Rumpler, Johann Zöbelein und Hans Wölfel.

Urkunden für 25 Jahre Treue nahmen entgegen: Konrad Arold, Richard Bauer, Richardt Gebhardt, Rudolf Götz, Franz Schmidt, Anton Schorr, Georg Schwarzmann, Erhard Sponsel, Josef Steger, Heinrich Stirnweis, Helmut Wölfel, Johann Alt, Alfons Dötzer, Herbert Erlwin, Herbert Götz, Johann Penning und Eduard Stangl .

In seinem Tätigkeitsbericht stellte Sponsel die erfolgreiche Ausrichtung des Oberfrankentreffens der Feldgeschworenen 2009 in Kauernhofen heraus. Im Landkreis Forchheim sind zurzeit 553 Feldgeschworene registriert, davon 383 Mitglied im Verein.

Wohlgeordnet gingen auch die Neuwahlen, geleitet von Georg Lang, über die Bühne. Die Spitze mit Josef Sponsel, Wohlmutshüll und seinem Stellvertreter Bernhard Mehl, Kleinsendelbach, wurde einstimmig bestätigt. Als neuer Schriftführer tritt Harald Bürger, Tiefenstürmig, an. Er übernimmt das Amt von Hans Kainer, Forchheim-Burk. Der Ausschuss setzt sich zusammen aus: Johann Zöbelein, Drosendorf, Edwin Vollmann, Hausen, Lothar Fischer, Willersdorf, Ludwig Lautenbacher, Dörfles, Rudolf Steinheimer, Eggolsheim, Andreas Neuner, Geschwand, Johann Zimmermann, Weingarts und Oswald Siebenhaar, Langensendelbach.

Neu hinzu gekommen ist Ludwig Preusch, Forchheim-Kersbach. Er löst Richard Nögel aus Kersbach ab. Die Kasse werden weiterhin Johann Zöbelein, Eggolsheim-Drosendorf, und Edwin Vollmann, Hausen, prüfen. gal



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