Oberes Wiesenttal wurde zum Seenland

27.08.2010     inFranken.de

Starkregen  In wenigen Minuten stieg der Pegel von Ailsbach und Wiesent um rund einen Meter an überflutete im Bereich von Waischenfeld und Nankendorf Brücken und Stege. Von den Hängen liefen Sturzbäche ins Tal und rissen mit, was sich dem Wasser in den Weg stellte.


Campingplatz-Betreiber Roland Mai versucht verstopfte Ablläufe frei zu bekommen. Foto: Weichert
Es dauerte gestern Nachmittag nur wenige Minuten, dass ein Starkregen die Talauen im Wiesent- und Ailsbachtal in eine Seenlandschaft verwandelte. Im "Aalkorb" in Nankendorf stürzten vom Berg wahre Sturzbäche ins Tal. In wenigen Sekunden war das Anwesen von Marianne Sponsel und das weiter vorne liegende Anwesen Bäuerlein überflutet.

Land unter meldete die Mühle in Nankendorf. Dort waren die Straße und die Brücke unpassierbar. Gegen 15 Uhr stand das Hochwasser vor der Mühle mindestens 30 Zentimeter hoch. Der Nankendorfer Mühlenbesitzer monierte, dass sein Kollege an der darunter liegenden Mühle Gutenbiegen das Wehr zu spät aufgemacht habe. Gegen 15.30 Uhr meldete auch Hammermüller Robert Hofmann vor Waischenfeld "Land unter". In wenigen Minuten stieg der Pegel um bis zu einem Meter an. Hofmann schimpft, dass die Stadt Waischenfeld ihr Wehr bei der Stadtmühle Wehrl geöffnet und für eine Flut gesorgt habe. Auch Teile des Sägewerkgeländes an der Hammermühle waren schnell überflutet, der Weg unpassierbar und die Brücken unter Wasser.

Seine Mutter bestätigte, dass es ein Hochwasser in dieser Höhe schon lange nicht mehr gegeben habe. In Nankendorf kämpften Volkmar und Angelika Bogner gegen die Wassermassen. Wie bei einem Wildbach stürzte das Wasser vom Berg und spülte die Schottereinfahrt des Grundstücks weg. Auch auf dem Campingplatz "Steinerner Beutel" kämpfte Inhaber Roland Mai gegen das Wasser. Weite Teile des Campingplatzes waren in Minutenschnelle überflutet. Mai versuchte die verstopften Drainageneinläufe frei zu bekommen. Auch der neue Uferpromenadenweg in Waischenfeld stand komplett unter Wasser. Die Wassermassen in der Wiesent kamen auch vom Einzugsgebiet der Truppach wo ebenfalls weite Landstriche überschwemmt wurden. Sogar nach Löhlitz und ins Zeubachtal musste die Feuerwehr Waischenfeld gestern Nachmittag ausrücken um gegen Überschwemmungen und vollgelaufene Keller zu kämpfen. Die Pulvermühle war zeitweise nicht mehr erreichbar. tw




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