Gräfenbergs Bürgermeister zeigt Neonazis an
27.09.2009
Ort: Importartikel Von: Karl-Heinz Frank ![]()
Demonstration Bürgermeister Werner Wolf hat wegen der Verunglimpfung seiner Person und wegen Beleidigung Strafantrag gegen die Neonazis gestellt. Zum 43. Mal hatten Rechtsextreme am Wochenende in Gräfenberg demonstriert.
Doch da waren dieses Mal schon ein paar Unterschiede zu früheren Aufzügen. Zum einen gab es schon im Vorfeld bei der Anmeldung ein Durcheinander, als nämlich die bekannten Rechtsextremisten um Matthias Fischer, Norman Kempken und den Nürnberger BIA-Stadtrat Sebastian Schmaus zunächst wie gewohnt für Gräfenberg anmeldeten, dann wieder kurzfristig ins benachbarte Weißenohe ausweichen wollten, um schließlich doch wieder auf Gräfenberg umzuschwenken.
Nachdem die Neonazis zunächst wie immer einer dumpfen Bedrohung gleich mit ihren Skandalparolen „Denkmäler sind für alle da, Bürgermeister du kannst uns mal“ von einem Polizeiaufgebot esskotiert vom Bahnhof am Kirchweihgeschmückten Marktplatz vorbei zu dem bekannten Treppenaufsatz marschiert waren, hatte Matthias Fischer eine Überraschung parat. Er kündigte an, aus Rücksicht auf die Gräfenberger Bürger nicht mehr unter dem Motto „Denkmäler sind für alle da“ monatlich nach in das alte Städtchen zu kommen, um den Zugang zum Kriegerdenkmal zu erzwingen. Gleichzeitig aber ergänzte sein Gesinnungsgenosse Schmaus, dass man aber schon wegen des Bürgermeisters und des Bürgerforums immer wieder anreisen werde und man für sie noch einige Überraschungen mitbringen werde.
Nachdem die braunen Chaoten dann wieder abgerückt waren, und dieses Mal über das Friedhofgässchen, stellte Bürgermeister Wolf wegen der Verunglimpfung seiner Person und wegen Beleidigung Strafantrag gegen die Neonazis, was er schon viel eher tun hätte müssen, nachdem dieses Sprücherepertoire schon seit vielen Aufmärschen zum Sprachgebrauch der Rechtsradikalen gehörte. Es sei für ihn nicht länger hinnehmbar gewesen, so Wolf gegenüber infranken.de, inzwischen bei jedem Aufmarsch diese Hetzreden, und zwar in ständiger Wiederholung, gegen seine Person anhören zu müssen.
Gleichzeitig aber wollte man in Teilen des Stadtrat und der Bevölkerung für die Bemühungen von CSU-Stadtrat Georg Rammensee kein Verständnis aufbringen, mit einer Unterschriftenliste von Hinterbliebenen der im 2. Weltkrieg gefallen oder ermordeten Gräfenbergern bei Matthias Fischer und seinen Kohorten um Verschonung der Stadt und des Kriegerdenkmals vor zukünftigen Aufmärschen nachzusuchen.
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