Gedenkstätte oder Bauland?

08.02.2012   Ort: Bammersdorf  Von: Josef Hofbauer  Fränkischer Tag

Zwiespalt Der Hain hinter dem Kriegrdenkmal in Bammersdorf, Gemeinde Eggolsheim, ist abgeholzt. Christa Bohne fordert die Kommune auf, dort neue Bäume zu pfanzen, statt das Areal als Bauland auszuweisen.


Der Hain hinter dem Kriegrdenkmal ist abgeholzt. Christa Bohne fordert die Gemeinde auf, dort neue Bäume zu pfanzen, sattt das Areal als Bauland auszuweisen. Foto: Josef Hofbauer
Niemand kann zwei Herren dienen. So steht es im Mätthäus-Evangelium. Das versucht aber die Gemeinde Eggolsheim. Einerseits soll das Kriegerdenkmal in Bammersdorf umgestaltet, andererseits soll ein Teil des Areals als Bauland ausgewiesen werden. "Da wird mit dem Andenken der Soldaten ein Geschäft gemacht. Das bringt keinen Segen", kritisiert Christa Bohne, Tochter des Gründers der Soldatenkameradschaft Bammersdorf, Leopold Bohne, auf dessen Initiative das Ehrenmal 1960 errichtet wurde.
"Als Kriegsheimkehrer fühlte sich mein Vater seinen toten und vermissten Kameraden verbunden. Deshalb hat er das Mahnmal als Stätte der Trauer und des Trostes errichtet." Die einstige Gemeinde Bammersdorf, deren Vizebürgermeister Leopold Bohne war, stellte das Grundstück an der Jägersburger Straße und tausend Mark zur Verfügung.

Hain gehört zum Denkmal


Nun haben die Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde den "Heldenhain" hinter dem Kriegerdenkmal abgeholzt. "Eine Störung der Totenruhe" zeigt sich Christa Bohne erschüttert. Dadurch sei die Gedenkstätte ihrer Schönheit beraubt worden, habe das Mahnmal seine monumentale Wirkung verloren.
Daher fordert Christa Bohne die Gemeinde auf, den Hain wieder aufzuforsten. Die Kommune hingegen hat andere Pläne. Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt soll das Ehrenmal besser zugänglich gemacht und neu gestaltet werden. Landschaftsarchitektin Sonja Pelz-Lindner hat im Auftrag der Gemeinde bereits zwei Gestaltungsvorschläge entworfen. Danach sollen die drei Stelen mit den Namen der Verstorbenen und Vermissten der Weltkriege näher an die Einmündung des Retterner Weges in die Jägersburger Straße heran gerückt werden. Sitzgelegenheiten, Wasserspiele, Natur- oder Granitmäuerchen sowie Rosensträucher sollen die Stätte optisch aufwerten. Eine Planung, die auch den Gefallen von Stephan Amon, Vorsitzender der Soldatenkameradschaft Bammersdorf, findet.
Christa Bohne indes ist entsetzt. "Das Denkmal wird in die Ecke gestellt, wie ein unartiges Kind" empört sich die ehemalige Oberlehrerin. Einen "Gewinn für das Ortsbild", wie Bürgermeister Claus Schwarzmann und die Mitglieder des Bauausschusses die geplante Umgestaltung sehen, vermag Christa Bohne nicht zu erkennen. Der Platz gehöre allein den Gefallenen. Basta!
Da in dem Schreiben vom März 1960, in dem Leopold Bohne die Gemeinde um Unterstützung für die Schaffung eines Kriegerdenkmals bat, keine Rede davon ist, wie groß das Areal des Kriegerdenkmals sein soll, will die Gemeinde nun die östliche Hälfte, dort wo der Hain stand, als Bauland ausweisen. Der Erlös soll für die Neugestaltung des Ehrenmals verwendet werden.
In diesem Zusammenhang räumt Bürgermeister Claus Schwarzmann ein, dass bei der Abholz-Aktion die Mitarbeiter des Bauhofes etwas übereifrig waren. Sie haben ein paar Bäume mehr weggemacht als sie sollten. Das letzte Wort über die Umgestaltung sei aber noch nicht gesprochen. Anregungen aus der Bürgerversammlung (heute Donnerstag, 9. Februar, 19.30 Uhr, Feuerwehrhaus) könnten aufgenommen werden.


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