Ein Erlanger triumphiert in Ebermannstadt
04.09.2011
Ort: Kreis Forchheim ![]()
Fränkische-Schweiz-Marathon Markus-Kristian Siegler vom TB Erlangen heißt der Gewinner des 12. Fränkische-Schweiz-Marathons von Forchheim nach Ebermannstadt. Er siegte mit einer Zeit von 2:45:31 Stunden und damit mit über drei Minuten Vorsprung auf den Zweiten Norbert Stadter von der TS Herzogenaurach (2:48:44).
"Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, auch wenn ich damit gerechnet hätte, vier bis fünf Minuten schneller zu sein", so ein sichtlich erschöpfter, aber glücklicher Sieger. "Mehr war einfach bei diesen Temperaturen nicht drinnen", bilanzierte Siegler.
Lob und Respekt für die sportliche Leistung des Siegers gab es auch von der Konkurrenz. Der Zweitplatzierte Norbert Stadter gab neidlos zu, gegen den Sieger nicht wirklich eine Chance gehabt zu haben. "Das ist einfach eine andere Liga; Respekt für diese sportliche Leistung bei solch sommerlichen Temperaturen", lobte der Zweitplatzierte.
Die Wetterbedingungen waren für die Läufer alles andere als optimal. Die hohen Temperaturen und schwül-warme Wetterverhältnisse machten ihnen zu schaffen und verhinderten bessere Zeiten. Schnellste Frau war Kerstin Steg, die bereits die Deutsche Meisterschaft in ihrer Altersklasse erringen konnte und den letztjährigen Fränkische-Schweiz-Marathon für sich entschieden hatte. Sie siegte mit einer Zeit von 03:07:23. Steg konnte ihre Mitkonkurrentinnen schon im ersten Streckendrittel auf Distanz halten und lief so - zu keiner Zeit gefährdet - mit einem beachtlichen Vorsprung auf den ersten Platz.
Zweitschnellste Frau wurde Andrea Schadewell vom Team Icehouse mit einer Zeit von 3:22:32. "Es war extrem warm", so die Siegerin Steg, die von Anfang an auf Erfolgskurs lief. "Ich musste alles alleine gehen", so Steg. Dabei hatte sie noch Kraftreserven "gebunkert". "Ich hab mich an die Vorgaben meines Trainers gehalten", schmunzelte Steg, die augenscheinlich noch einige Kilometer hätte problemlos weiterlaufen können. "Immer schee piano", hat mir mein Trainer mit auf den Weg gegeben", verrät die schnellste Frau.
Den Inline-Skating-Marathon bei den Lizenzfahrern der Frauen entschied die Vorjahressiegerin Katja Ulbrich (TS Bayreuth) mit einer Endzeit von 1:21:27 für sich. Besonders knapp ging es bei den Herren zu. Hier siegte Etienne Ramali vom Etap-Race-Team mit 1:14:26. Zweiter wurde Stefan Rumpus von "Speedlager.de", ebenfalls 1:14:26; auf den dritten Platz kam Nico Wieduwitt ebenfalls mit der gleichen Zeit. In diesem Fall musste die Zielkamera über den Sieg entscheiden.
Bei den Fitnessskatern siegte Heiko Krüger mit 1:14:30 von Blau-Gelb Groß-Gerau, bei den Fitnessskater-Frauen Kristina Jensen vom Speedteam Alzenau mit 1:36:33. Beim 16-Kilometer-Lauf der Männer holte sich Alexander Finsel von der TS Lichtenfels mit einer Zeit von 1:00:14, was einer Streckenleistung von 3:45 Minuten je Kilometer entspricht, den Siegertitel. Auf dem zweiten Siegertreppchen lief Manfred Dormann vom TV Bad Brückenau mit einer Endzeit von 1:01:40. Der dritte Platz ging an Jürgen Mauritz (1:02:38).
Beim 16-Kilometer-Lauf der Frauen finishte Angelika Müller mit einer Zeit von 1:16:11 als Erste. Zweite wurde Katrin Schmidt (TB Erlangen) mit 1:16:44, dritte Cordelia Feistel-Kiel aus Heroldsbach mit einer Zeit von 1:18:10.
Bei den Handbikern siegte Torsten Purschke vom Otto-Bock-Team und stellte mit 1:09:42 einen neuen Streckenrekord auf. Schnellste Frau bei den Handbikern wurde Lilly Anggreny vom RSV Bochum/TV Wattenscheid, bereits Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics, mit einer Zeit von 1:33:04.
Bei der anschließenden Pressekonferenz, die im Sitzungszimmer des Landratsamtes Ebermannstadt stattfand, zogen die Pressesprecherin des Landkreises Forchheim, Katrin Schürr, und der Ämterchef des Sport- und Kulturamtes im Landkreis Forchheim, Anton Eckert, Bilanz über den Marathon. Insgesamt seien 85 Helfer von BRK, ASB und Johanniter für die sanitätsdienstliche Absicherung der Veranstaltung im Einsatz gewesen. Es hätten 131 THW-Helfer sowie 81 Feuerwehreinsatzkräfte sowie zahllose weitere ehrenamtliche Helfer den Marathon unterstützt. Bei den Rettungsorganisationen habe man 35 Patienten registriert; zwölf Personen habe man ins Krankenhaus gebracht. In der Hauptsache seien es Kreislaufprobleme gewesen, so Schürr. Dies unterstrich auch Anton Eckert. "Der Marathon 2011 stand unter dem Diktat der Schwüle", so der Sport- und Kulturamtschef. Eckert zollte der Arbeit der Hilfsorganisationen großes Lob. Die extremen Wetterbedingungen hätten pro Kilometer den Athleten mindesten 15 bis 25 Sekunden mehr Zeit gekostet, so Eckert.
Der Landtagsabgeordnete Thorsten Glauber (FW) lief als prominentester Lokalpolitiker die komplette Marathondistanz und absolvierte diese mit einer Zeit von 4:20.00. Seine Mission an diesem Tag: "Laufen für den guten Zweck"; er erlief für die Ostafrika-Hilfe und für andere wohltätige Aktionen einen Spendenbetrag von 5500 Euro.
Erstmals beteiligten sich am Fränkischen-Schweiz-Marathon auch sehbehinderte Inline-Skater, die zusammen mit ihren Führern die Strecke bewältigten. Bei den Herren siegte Eugen Riske vom FCN Roll- & Eissport mit einer Zeit von 2:08:03, bei den Frauen die Deutsche Meisterin Leyla Nemati mit 1:54:15 (ebenfalls FCN). Der Gewinner des Marathons, Markus-Kristian Siegler, lobte die gute Stimmung an der Strecke. Die vielen Zuschauer am Rande der Strecke, hätten die Läufer immer wieder ermutigt, an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu gehen. Außerdem schwärmte er von der reizvollen Landschaft der Fränkischen Schweiz. "Noch dazu kommt die wirklich gute Organisation der Veranstaltung", so Siegler, der gleich nach dem Zieleinlauf seine erneute Teilnahme im nächsten Jahr avisierte.
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Kommentare
gute Organisation... wirklich?
Erst mal Glückwunsch an die Sieger und alle, die überhaupt mitgemacht haben. Für uns als Anrainer der Strecke war das Ereignis allerdings nicht so freudig. Wir konnten leider Begleiterscheinungen ähnlich wie bei der Sandkerwa in Bamberg feststellen - Teilnehmer oder Zuschauer haben unsere Auffahrt zum öffentlichen Klo umfunktioniert. Und wir dürfen nun diverse Sch... haufen beseitigen. Da stellt sich mir doch die Frage, ob der Veranstalter eigentlich unterwegs irgendwelche Toiletten angeboten hat. Ich habe jedenfalls keine gesehen.
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