Ein erwärmendes Geschenk
09.02.2012
Ort: Forchheim Von: Ekkehard Roepert ![]()
Energie Seit gestern hat Forchheim einen Energienutzungsplan. Staatsekretärin Katja Hessel überreichte den Plan und brachte 15 000 Euro Fördergelder mit.

Doch für das Geschenk, das die Wirtschaftsstaatsekretärin Katja Hessel am Donnerstag in den Stadtwerken ablieferte, konnte sich nicht nur Franz Stumpf erwärmen; der ganzen Stadt soll es Wärme bringen - und langfristig auch ökonomische und ökologische Gewinne.
15 000 Euro hatte Katja Hessel im Gepäck; in Form von Fördermitteln, die in den Kommunalen Energienutzungsplan fließen. Den 48 000 Euro teuren Plan hat das Institut für Energietechnik (IfE GmbH an der Hochschule Amberg-Weiden) unter der Regie von Professor Markus Brautsch ausgearbeitet.
Symbolisch überreichte die Staatssekretärin den Energienutzungsplan - mit dem Hinweis, dass die staatlichen Fördergelder dazu beitragen sollen, die Energiewende voranzutreiben. Gerade Bayern, wo 60 Prozent Atomstrom fließen, müsse bis 2022 auf das Tempo drücken, damit der Ausstieg gelinge.
Forchheim sei in diesem Punkt vorbildlich, lobte Markus Brautsch. Obwohl der Nutzungsplan gerade erst übergeben worden sei, steckten die Stadtwerke schon mitten drin in den Verhandlungen für die Energienetze. Reinhold Müller, Chef der Stadtwerke, erinnerte daran, dass in Forchheim schon seit über einem Jahr nach den Empfehlungen von Markus Brautsch und seiner Amberger Studenten gehandelt werde: "So hat sich die Stadt längst von der Idee verabschiedet, 48 Millionen Euro in ein gigantisches Blockheizkraftwerk zu investieren." Stattdessen habe man sich für "viele kleine Wärmeinseln" entschieden. Insgesamt seien da Investionen von 30 Millionen Euro geplant.
Aktuelles Beispiel: Das Netz Forchheim Mitte. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) könnte auf dem alten Hallenbad- und Gärtnereigelände Wärme in 48 Reihenhäuser, fünf Mehrfamilienhäuser und drei Gebäudekomplexe des diakonischen Demenz-Zentrums bringen. Ein 550 Meter langes Netz ist geplant, erläutert Christian Sponsel, der bei den Stadtwerken für den Service der Anlagen und Netze zuständig ist. Im Vergleich zu einer Gas- und Solarheizung sind für die Häuslebauer Einsparungen zwischen 5 und 40 Prozent möglich, sagt Sponsel. Der Energiespezialist weist auf einen dreifachen Gewinn hin, der beim Anschluss an ein Fernwärmenetz entsteht. Erstnes: "Die Investitionskosten sind im Vergleich zu dezentralen Anlagen etwas günstiger." Zweitens: "Wer sich für Primärenergie entscheidet, erhält ein zinsgünstigeres Darlehn für sein Haus." Drittens: "Bei dieser Heizform wird zugleich Strom gewonnen. Die Einspeisevergütung bringt einen Dämpfungseffekt, wenn die Energiepreise steigen."
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