Café-Inflation im Stadtosten
07.02.2012
Ort: Forchheim Von: Ekkehard Roepert ![]()
Stadtplanung Drei Bäckereien und Cafés gibt es schon entlang der Bayreuther- und der Reuther Straße. Bald könnten es fünf sein, was manche Stadträte mit Befremden aufnehmen.

Der Reihe nach: In der Bayreuther Straße 10 hat der Kalchreuther Bäcker im neuen Aldi eröffnet. In der Bayreuhter Straße 6 betreibt Beck eine Drive-in-Bäckerei mit Café. Im Wiesentcenter in der Bayreuther Straße 108 bietet ein Bäcker im Rewe-Markt Kaffee und Brötchen an.
In der Bayreuhter Straße, Ecke Balthasar-Schönfelder Straße, hat nun eine Bäckerei-Filiale den Verkauf von Backwaren und den Betrieb eines Tagescafés beantragt. Und in der Reuther-Straße, westlich der Tankstelle, könnte der nächste Bäcker-Drive-in entstehen. Wie Gerhard Zedler (Chef des Bauamts) dem Planungsausschuss am Montag sagte, liege die "Voranfrage" bereits beim Bauamt.
Die Stadträte beließen es nicht dabei, die baurechtlichen Aspekte der Planung zu kommentieren. So bezweifelte Reinhold Otzelberger (SPD), ob "die Bäckereien in Summe das Richtige für die Stadtplanung in Reuth sind". Otzelberger konnte keinen Gewinn für die Bewohner der Gegend erkennen; vielmehr sah er "eine weitere Belastung der Verkehrswege" und dadurch eine "Verschlechterung" der Wohnqualität.
Das als "Tagescafé" deklarierte Projekt soll über die Balthasar Schönfelderstraße erschlossen werden, wobei die Zu- und Abfahrt direkt an die neue Montessori-Kindertagesstätte grenzt. Von den Stellplätzen am östlichen Teil des Grundstückes würde - so die Vorstellung des Bauherrn - eine Ausfahrt über den Fuß- und Radweg auf die Bundesstraße B 470 führen. Daher sprach Reinhold Otzelberger von einem "verkappten Drive-in".
Auch Manfred Hümmer (FW) monierte die "Inflation an Tages- und Wochenendcafes" im Stadtteil. Als "nicht notwendig" bezeichnete Hümmer das Tagescafé aber vor allem deshalb, weil die "Sicherheitsbedenken" bei der Ein- und Ausfahrt zu groß seien.
Diese Bedenken werden von der Leitung der Montessori-Tagesstätte geteilt: Die "Hauptlastzeit" der Bäckerei und des Cafés sei identisch mit den Zeiten, da die Kinder gebracht und geholt würden.
Bauamtschef Gerhard Zedler wies auch auf die Stellungnahme des Straßenbauamtes hin. Demnach sei eine Ausfahrt auf die B 470 rechtlich möglich; allerdings müsse das "Links- und Rechtsabbiegen von der B 470 in die Ausfahrt" ausgeschlossen werden.
Frage an den Investor
Die CSU-Räte Stefan Schick und Josua Flierl lehnten es ab, über etwas anderes als die gesetzlichen Vorgaben zu reden. "Dass es schon andere Bäckereien gibt, kann kein Entscheidungskriterium sein", meinte Schick. Er wehrte sich nicht gegen ein weiteres Café an der Bayreuther Straße, sondern lediglich gegen die Zufahrt zur Bundesstraße. "Ohne die Zufahrt zur Bayreuther Straße wird der Investor vermutlich gar kein Interesse an dem Projekt haben", sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO). Er schlug vor, die Entscheidung zu vertagen und den Investor zu befragen. Diese Vorgehensweise bejahte der Ausschuss einstimmig.
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