Behinderte finden eine Heimat
29.10.2010
Ort: Weilersbach Von: Josef Hofbauer ![]()
Betreuung Die Lebenshilfe Forchheim weihte in der Außenstelle Weilersbach den Erweiterungsbau für 36 Schwerstbehinderte ein. Die Werkstätte trägt den Namen "Hans Kotschenreuther" und erinnert an einen der größten Förderer dieser Einrichtung.
Vorsitzender Dr. Rolf-Christian Platzek erinnerte an die Anfänge der Lebenshilfe, als 1969 die ersten acht Behinderten betreut wurden. Mittlerweile fänden über 500 Menschen mit Behinderungen ihren Lebensmittelpunkt in dieser Einrichtung. Tendenz steigend.
Bis 2014 sei ein Bedarf von 36 Plätzen von den Zuwendungsgebern als realistisch angesehen worden. 14 davon kommen aus dem Haus an der Piastenbrücke, das abgerissen werden soll, 16 seien Nachrücker aus den Schulen. Für sie entstand der nun eingeweihte Neubau in Weilersbach, der den Namen "Werkstatt Hans Kotschenreuther" tragen wird und an einen der größten Förderer der Lebenshilfe erinnert. Die Gesamtbaukosten bezifferte Dr. Platzek auf 1,582 Millionen Euro. Der Löwenanteil von 65 Prozent wurde über das Konjunkturprogramm II abgedeckt. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt zehn Prozent, der Bezirk Oberfranken fünf und die restlichen 20 Prozent (rund 200 000 Euro) verbleiben als Eigenanteil.
Architekt Stefan Quandt listete die technischen Daten des Baus für 277 Behinderte und 65 Angestellte auf. Das Haus, das auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern (anderthalb Fußballfelder) errichtet wurde und 870 Quadratmeter Nutzfläche aufweist, werde durch modernste Gebäude-Leittechnik gesteuert.
Landrat Reinhardt Glauber unterstrich, dass hier viele Familien ihre Angehörigen "in guten Händen wissen, Entlastung und Hilfe erfahren." Bezirksrat Franz Stumpf unterstrich, dass Menschen mit Behinderung ein Recht auf individuelle, ihrer Leistungsfähigkeit angemessene Beschäftigung hätten. MdL Eduard Nöth (CSU) sprach von einem bayernweiten Vorzeigeprojekt und sein Kollege, MdL Thorsten Glauber (FW), wünschte, dass alle sich in die Diskussion um Inklusion und Integration Behinderter einbringen mögen. Das bekräftigte auch der Weilersbacher Bürgermeister Gerhard Amon (CSU). Es sei vordringlichste Aufgabe der Gesellschaft, behinderte Menschen zu integrieren.
Nach dem Motto: "An Gottes Segen ist alles gelegen", segneten Pfarrerin Elisabeth Düfel und Pfarrer Gerhard Möckel das Haus.
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