Alles Gute zum 60. Geburtstag!

30.07.2010   Von: Nikolas Pelke  inFranken.de

Glückwunsch   Franz Stumpf feiert am Samstag seinen 60. Geburtstag. Forchheim lässt den Oberbürgermeister an seinem Ehrentag hochleben.


Wie er leibt und lebt: Franz Stumpf beim Großen Festzug zum Annafest. Foto: Barbara Herbst
Er wird heute bestimmt viele Hände schütteln müssen. Auch Ständchen wird der Oberbürgermeister sicherlich mehrere zu hören bekommen. Denn die Stadt lässt ihren Oberbürgermeister Franz Stumpf hochleben, der vor 60 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Seit 20 Jahren sitzt der gelernte Jurist auf dem begehrtesten Platz im Rathaus.

Wegbegleiter erinnern sich an das Phänomen "Franz Stumpf", der aus einer Kampfkandidatur eine umso beeindruckendere politische Karriere auf´s fränkische Politparkett gezaubert hat. Neben dem erfolgreichen Oberbürgermeister - 1996 und 2002 wurde er jeweils mit fast 75 Prozent wiedergewählt - soll freilich auch das menschliche nicht zu kurz kommen.

"Wir sehen ihn im Rathaus sehr oft nur von hinten", plaudert Dieter George aus dem Nähkästchen. Das liege einfach am hohen Tempo, dass der begeisterte Fußballer vorgebe. Während überall in der Republik die Amtsträger freiwillig ihre Posten räumen, ist bei Stumpf von Amtsmüdigkeit nichts zu spüren. Wo man ihn auch zuletzt gesehen hat - ob auf der Rutsche im Königsbad, beim Triathlon als Radfahrer oder mit schwerer Amtskette beim Großen Festzug - immer scheint der ehemalige Oberrechtsrat der Stadt mit Begeisterung und Feuereifer bei der Sache zu sein. "Der Franz macht alles, was Forchheim nach vorne bringt", lobt auch Bürgermeister Franz Streit seinen OB. In Sachen Terminplanung erinnere ihn Stumpf zwar an einen Hasardeur; aber beim unermüdlichen Dauerlauf zwischen Amtsstuben, Besprechungszimmern und seinem Dienstwagen sei ihm niemals die Bodenhaftung verloren gegangen.

"Er ist zwar etwas spitzbübisch, aber absolut sozial und bürgernah geblieben", sagt Streit nicht ohne Bewunderung, der den "Puffi" (wie manche den Oberbürgermeister mit Spitznamen in Anlehnung an seine Puffmühle nennen dürfen) schon aus Schulzeiten kennt. Themen wie die wirtschaftliche Entwicklung und die gesundheitliche Versorgung lagen und liegen ihm besonders am Herzen.

"Erst kommt das Diridari, dann das Larifari", erinnert sich auch Dieter George an ein frühes Bonmot des OB. Mit zunehmender Amtsführung hätte Stumpf aber die Bedeutung der Kultur für das "Wir-Gefühl" in einer Stadt erkannt, betont der Kulturamtschef weiter, derweil im Rathaus der große Saal feierlich vom Gartenamt für die Geburtstagsparty dekoriert wird.

Bürgermeister Franz Streit hat zu einem offiziellen Empfang am Samstagvormittag in den Rathaussaal geladen. Als Sprecher der fränkischen Oberbürgermeister wird Siegfried Balleis aus Erlangen gratulieren.

Nicht ohne Hintergedanken wurde wohl auch die musikalische Gestaltung in die flinken Hände des Saxophonquartetts "Saxsession" gelegt. Zum Auftakt erklingt gleich "I got Rhythm".

Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, ihn in einer der zahlreichen Sitzungen zu erleben, der wird wohl sofort an seine herrlichen Tempowechsel und spontanen Prestos denken, mit denen er die Debatten und Diskussionen ohne große Allüren und Gesten ganz wie ein Maestro dirigiert.

Freilich, so Dieter George, schätze er auch das Gespräch nach Dienstschluss. Oftmals umgibt sich der OB dabei mit vertrauten Menschen. "Bei einem Bier oder Schoppen Wein gehen doch viele Gespräche viel lockerer und effektiver vorwärts", sagt auch Bürgermeister Streit. Sein (Vor)Namensvetter sei eben einer, der den Bürgern Gutes will. Manchmal wünschte sich hingegen der ehemalige Stadtrat, Professor Hermann Ammon, dass Stumpf die Dinge die er anpackt, noch schneller zu Ende bringt. Die "politische Naivität", die er zu Beginn vorgegeben habe, charakterisiert der Politikwissenschaftler vielmehr als "Raffinesse".

In der wenigen Freizeit fährt der Familienvater leidenschaftlich Ski (am liebsten die schwärzesten Pisten) oder verbringt wertvolle Stunden mit seinen Kindern Franz, Julia und Martin. Wenn die Tage kürzer werden, geht der OB gerne auch zur Entspannung "in die Pfiffer". Und wenn im Winter nicht die Berge rufen, will immer noch die Modelleisenbahn versorgt werden.

Geschenke lehnt Stumpf übrigens ab. Stattdessen denkt der OB an die örtlichen Sportvereine, denen eventuelle Geldspenden zu Gute kommen sollen.



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