Statt Feuerwerk gab es einen großen Knall

02.01.2011     Fränkischer Tag

Unfall Was den 70-jährigen Rentner bewogen hat, sich selber Silvesterknaller zu bauen, ist im Nachhinein wohl nicht mehr zu klären. In seinem privaten Labor hatte der pensionierte Chemiker die unterschiedlichsten Stoffe gelagert.


Nach dem "Kellerbesuch" ging es zur Dekontaminationsabteilung der Erlanger Feuerwehr. Fotos: Michael Busch
Es war ein ungewöhnliches - ein fast gespenstisches - Bild in den Nachtstunden. Vom Erlanger Ortsteil Neuses aus sah man die vielen Feuerwerkskörper aus Herzogenaurach und Erlangen am dunklen Himmelszelt, Detonationen der Knallkörper zeigten den Jahreswechsel an.
Kein Auge dafür hatten die Einsatzkräfte der Erlanger Feuerwehr. Diese waren zunächst zu einem "Kellerbrand" gerufen worden. Doch vor Ort stellte sich die Schadenslage als deutlich schwieriger heraus. Im Keller einer Pension kam es zu einer Explosion .
Ein pensionierter 70-jähriger Chemiker, der nach ersten Angaben der Polizei dort ein genehmigtes Privatlabor betrieb, hatte beim Experimentieren eine Explosion verursacht. Unter anderem habe er mit "Rotem Phosphor" gearbeitet. Nach ersten Angaben habe er sich Silvesterkracher bauen wollen.

Entzündlich bei Reibung


Detlef Puchelt, Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes, erklärte: "Der Mann selber wurde durch die Detonation schwer verletzt" - auf dem Experimentiertisch sei ein großes Loch gerissen worden. Die Ehefrau des Betroffenen habe einen dumpfen Knall gehört und sei in das Labor geeilt. Ihr Mann sei ihr allerdings da schon entgegengekommen. Der Mann zog sich bei der Explosion schwere Gesichtsverletzungen zu und musste nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst in die Augenklinik transportiert werden.
Da zunächst von einer unklaren Lage auszugehen war, wurde eine Polizeiabsperrung um das Haus errichtet und die Räumung veranlasst. Die eingetroffene Feuerwehr zog nach Erkundung des Geländes die Freiwillige Feuerwehr Erlangen hinzu - und die Kosbacher Feuerwehr, die mit Spezialeinheiten zur Dekontamination anrückte, um unter anderem einen Dekontaminationsplatzes aufzubauen.

Da im Kellerraum, der sich als Hobbylabor herausstellte, durch die Explosion mehrere Behältnisse mit Chemikalien zu Bruch gegangen waren, wurde weiterhin zur Fachberatung von Feuerwehr und Polizei ein Chemiker vom THW und ein Diplom-Chemiker mit Schwerpunkt Analytik und Beratung hinzugezogen.
Weiterhin wurde der Sprengmittelräumdienst aus München angefordert. Gemeinsam wurden Proben gezogen, um heruaszufinden, mit welchen Mitteln der Mann hantiert hat, und mit welchen Gefahren die Einsatzkräfte konfrontiert sind. Ebenso wurde eine Sondereinheit der Berufsfeuerwehr Nürnberg mit Komponenten zur Messung und Probenahme hinzugezogen. Die Feuerwehr Erlangen mit Einheiten der FF Neuses, FF Stadt Erlangen und der Ständigen Wache Erlangen stellten den Brandschutz sicher, erkundete die Umgebung des Gebäudes und führte erste Messungen durch. Eine explosive Atmosphäre konnte während des Einsatzes nicht nachgewiesen werden.
Aufgrund der unklaren Lage gingen die Einsatzkräfte unter Atemschutz und Chemikalienschutzausrüstung vor. Erste Proben wurden von der Feuerwehr aus dem Labor asserviert, damit sich die Sondereinheiten ein besseres Bild von der Lage machen konnten. Die Kräfte aus München untersuchten ebenfalls das Labor, um die Möglichkeit weiterer Explosionen ausschließen zu können.
Die Einsatzkräfte waren am ersten Neujahrstag bis weit in den Morgen hinein beschäftigt. Ein Dank der Einsatzkräfte ging an die Bewohner in Neuses, die die Kräfte in der kalten Nacht mit warmen Getränken versorgten.











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Kommentare

 
2  Kommentare  
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Redaktion - 02.01.2011 18:18    (0)   
 

Vielen Dank
für den Hinweis. Wir haben den Verdreher ausgebessert. Ein frohes neues Jahr wünscht Ihnen Ihr inFranken.de-Team

BluesBrother - 02.01.2011 18:14    (0)   
 

...
"m Keller einer Pension kam es zu einer Explosion eines pensionierten 70-jährigen Chemikers."

Und der Chemiker ist einfach so explodiert?

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