Fieberhafte Untersuchung nach Unglück

05.09.2010     inFranken.de

Flugzeug-Unfall Nachdem ein Doppeldecker bei einer Flugschau bei Lauf in die Zuschauermenge gerast war, suchen Experten nach der Ursache für das Unglück mit einer Toten und vielen Verletzten. Bislang haben sie aber noch keine Erklärung.


Der abgestürtzter Doppeldecker. Daniel Karmann dpa

Während Schock und Trauer nach dem tödlichen Zwischenfall bei einer Flugschau in Schnaittach-Lillinghof noch andauern, haben Experten am Montag nach der Unglücksursache gesucht.

Drei Fachleute der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) kontrollierten das abgestürzte Flugzeug auf technische Mängel.

Zunächst blieb aber unklar, warum der Doppeldecker beim Start von der Bahn abkam und ins Publikum raste. Ergebnisse lägen noch nicht vor, sagte ein BFU-Sprecher. Bei dem Unglück auf einem Segelflugplatz nordöstlich von Nürnberg waren am Sonntagnachmittag eine 46-Jährige getötet sowie fünf Menschen schwer und 33 leicht verletzt worden.

Die 46-Jährige war Augenzeugenberichten zufolge in den Propeller des Kleinflugzeugs geraten.
Der als sehr erfahren geltende Pilot aus dem hessischen Gelnhausen erlitt bei dem Unglück einen Schock. Nach Angaben der Polizei hat er bislang keine Aussage gemacht.Das Flugzeug war beim Start zu einem Formationsflug nach rechts ausgebrochen und in die Zuschauermenge gerast.

"Die Maschine wird jetzt sichergestellt und abtransportiert", sagte der BFU-Sprecher.

Die Bundesstelle prüfe außerdem das Pilotenverhalten, den Ablauf der Veranstaltung und die behördlichen Genehmigungen. "Unsere Untersuchung hat viele Aspekte und kann daher dauern", sagte der Sprecher.

Im Laufe des Montags befragten zudem Kriminalpolizisten die Verletzten als Zeugen.

"Bislang haben wir noch keine neuen Erkenntnisse", berichtete eine Polizeisprecherin in Nürnberg.

Nach Angaben des Luftamtes Nordbayern haben sich die Veranstalter aber an alle Auflagen gehalten, die das Luftamt vorher festgesetzt und vor Ort überprüft hatte. So mussten die Zuschauer 50 Meter Abstand zu der Startbahn einhalten.

Der Doppeldecker - ein Original-Oldtimer vom Typ Tiger Moth - war beim Start zu einem Formationsflug nach rechts ausgebrochen und in die Zuschauermenge gerast. 20 Meter vor dem Kontrollturm kam die Maschine zum Stehen und kippte auf die Nase. "Wir waren gerade beim Kaffeetrinken, als auf einmal Tische und Bänke durch die Luft flogen - und auf ein Mal hatten wir den Propeller der Maschine vor uns", sagte ein Augenzeuge.
"Die Maschine kam plötzlich auf uns zu und wir rannten weg", schilderte eine Frau. Zu der Zeit waren etwa 3500 Menschen auf dem Gelände.
Mehrere Augenzeugen berichteten, die Maschine habe anscheinend nicht ausreichend Tempo gehabt, um abzuheben.
Der frühere Vorsitzende des Segelflug-Clubs Lauf, Thomas Horz, vermutete dagegen, der Flugzeug-Oldtimer könnte von einer starken Windböe nach rechts gedrückt worden sein. Er habe beobachtet, wie der Flügel kurz den Boden berührt habe. Dadurch sei das Flugzeug destabilisiert worden.

 Der Formationsflug der Doppeldecker sollte bei dem jährlich vom Segelclub Lauf veranstalteten Flugtag eine der Hauptattraktionen werden. Zum Programm gehörten auch Segelkunstflug, Fallschirmsprünge sowie Rundflüge mit Hubschraubern.





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