Lachen ist erwünscht!
11.10.2010
Von: Evi Seeger ![]()
Lachnacht Ob Opernkabarettistin, Europas bester Geräuschemacher oder der Bühnen-Neuling aus Weingartsgreuth - sie alle begeisterten in der Fortuna Kulturfabrik. Dort fand die 3. Lachnacht statt.
Der Lokalmatador aus Weingartsgreuth schlug sich wacker unter all den "Professionellen". Obwohl er bei seinem Bühnendebüt noch etwas angestrengt wirkte - die Gags waren bestens. Seine Übersetzung von "VIP" als "Vorstand in Panik" im Zusammenhang mit den "Bad Banks" zum Beispiel. Oder wie er die Klingeltöne der Handys von Prominenten interpretiert: "No woman - no cry" steht bei Weichlein für den bundesdeutschen Außenminister Guido Westerwelle.
Kontrastreiches Programm
Die Höchstadter Lachnacht in der ausverkauften Fortuna Kulturfabrik bot ihrem Publikum diesmal ein Programm, das ebenso kontrastreich war wie die Meinungen der Zuschauer darüber. Als erste wurde Katharina Herb, die sich als Deutschlands erste Opernkabarettistin versteht, mit frenetischem Beifall belohnt. Die "Diva" begeisterte nicht nur durch ihren erstklassigen Gesang - schließlich genoss sie eine Ausbildung zur Opernsängerin -, sie kann sich auch einer scharfen Zunge rühmen. "400 Jahre Sex in der Oper" ist der Titel ihres aktuellen Programms. "Das ist toll, wenn man eine Ahnung von Oper hat, aber auch toll, wenn man keine hat", fand die Diva und schmetterte Arien aus Wagners "Ring" von Rheintochter Floßlinde bis hin zu Göttervater Wotan. "Eine ansprechende Interpretation von Kabarett, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig", beurteilte Willi Wahl aus Neuhaus diesen Beitrag. "Besoffen, karnevalistisch, gut" kündigte Atze Bauer, dem die Moderation des Abends oblag, den Rheinländer ("oder Kölner?") Volker Weininger an. Weininger, für den Franken "karnevalistisch gesehen ein echtes Entwicklungsland ist", stand - oder schwankte vielmehr - in der Bütt. Als Funktionär berichtete er über die Probleme seines Karnevalvereins. "Unser Verein gibt mehr Geld für Grabschmuck aus als für den Rosenmontagszug", resümierte der Jeck. "Habt ihr denn nicht mal Lust, organisiert zu saufen", appelliert er an den Nachwuchs, sich dem Karneval zuzuwenden.
Wie ein Trabi anspringt
"Er war Spitze", sagte Gerlinde Wahl aus Neuhaus über "Pete the Beat", den letzten Künstler der Lachnacht, die erst nach 23 Uhr endete. Peter Stohl, geborener Wehrmann, steht seit 18 Jahren auf der Bühne und kann auf 70 Fernsehauftritte zurückblicken.
In Höchstadt begeisterte der "beste Geräuschemacher Europas" mit der Imitation von Musikinstrumenten oder alten Liedern. Aber auch das Geräusch seines ersten Autos und wie ein Trabi anspringt, war aus seinem Munde - ganz ohne weitere Hilfsmittel - das reinste Vergnügen.
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