Kunst und Spiel vereint

20.02.2012   Ort: Uehlfeld  Von: Sonja Werner  Fränkischer Tag

Ausstellung Im Uehlfelder "Kunststück" zeigen Thomas Richter und Johannes Koch ihre Werke.


Der Künstler Johannes Koch (rechts) ist als Stahlbildhauer bekannt. Fotos: Sonja Werner
Thomas Richter und Johannes Koch - mit zwei Künstlern aus der Region eröffnete das Kunststück Uehlfeld heuer den Reigen der Ausstellungen im Jahr 2012. Gezeigt werden Werke aus der jüngeren Vergangenheit - Richter mit Bildern zum Thema "Begegnungen in Europa", dabei vorwiegen Italien und Irland, doch auch Werke, die aus der reinen Meditation entstanden sind - so etwa sein "Traumbild".

"Ich bin ein Uehlfelder - oder besser Gottesgaber Urgestein" ist Richters Antwort auf die Frage, was ihn zu der Ausstellung gerade in Uehlfeld veranlasst habe. Der 1942 in Chemnitz geborene und seit 1960 in der Bundesrepublik lebende Maler, Architekt und Philosoph wohnte und arbeitete in den 70er Jahren lange Zeit in dem Uehlfelder Ortsteil. Auch wenn er heute in Oberalbach zuhause ist, fühlt er sich dem Aischgrund noch immer verbunden.

Außerdem - man kennt sich unter Künstlern und kam der Einladung der Kunststückinitiatoren Gisela Gürtner und Lars Herrmann gerne nach. Mit seinen Bildern, die bei aller Realitätsnähe auch fremde Elemente enthalten - so zum Beispiel Weltraumabfall an einer wunderschönen Küstenlandschaft - will er die Betrachter auch zu sozialkritischen Gedanken anregen. "Man darf sich hier nicht vom ersten Blick einlullen lassen. Ein zweiter und auch dritter sind oft nötig, um den Inhalt zu erfassen."

Überein stimmt mit ihm darin auch der zweite Künstler, der die Ausstellungsräume mit Richter teilt. Johannes Koch aus Niederlindach, den meisten als Stahlbildhauer bekannt, hat nach Uehlfeld etwas anderes mitgebracht. Nur ein Stahlkunstwerk, ansonsten steht "Homo ludens", der spielende Mensch, im Mittelpunkt.


Tote Materie lebt



Die Storchenseilbahn vor dem Uehlfelder Rathaus ist eine Seite seines Werkes. In den Kunststückräumen gibt es verschiedene Gestaltungen, die als Kunst wirken, aber auch "benutzt" werden können. Androgyne Zeichnungen, verbunden mit Metallzubehör, das einem ganz profanen Zweck dient: Glasmurmel oben rein und klack- klack-klack über verschiedene Stationen fällt sie unten in ein bereitgestelltes Gefäß. Oder ein sorgfältig angeordnetes Sammelsurium von Kabeln, Kopfhörern und anderem und von leisen Tönen begleitet - "Alles tote Materie", sagt Koch, "aber es erweckt den Anschein von Leben".

Die Besucher der Vernissage genossen das Betrachten der unterschiedlichen Werke. Das Spiel mit den Glasmurmeln fand ebenso Anklang wie die entspannten Gespräche mit den Künstlern über ihr Schaffen. Bürgermeister Werner Stöcker (CSU), der sich seit Einrichtung des Kunststückhauses zum Kunstfreund entwickelt hat und bei vielen Ausstellungseröffnungen anwesend ist, dankte den Initiatoren Gürtner und Herrmann.

Die Ausstellung von Richter und Koch ist noch geöffnet bis zum 4. März, jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie auf Wunsch nach Vereinbarung.




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