Großes Lob für das Abendlob

19.04.2010   Von: Manfred Welker  inFranken.de

Konzert Die Uraufführung des Großen Abendlobs von Gerald Fink begeisterte die Besucher in der neuen evangelischen Kirche. Bei drei Choralmeditationen über die Herzogenauracher Glocken läuteten diese im Rahmen der Komposition mit.


Der eigens gegründete Projektchor singt das Große Abendlob. Fotos: Manfred Welker
Das Einweihungskonzert für die Evangelische Kirche stellte die Uraufführung des Großen Abendlobs für vier- bis achtstimmigen Chor aus der Feder von Gerald Fink dar. Zahlreiche Gäste kam in das Gotteshaus in der von Seckendorffstraße, um sich dieses Konzert anzuhören.

Das Programm des Abends setzte sich aus Musik, einer Lesung und einer Predigt zusammen. Diese hielt Karl-Heinz Röhlin, Rektor des Pastoralkollegs der Evangelischen Landeskirche Bayern in Neuendettelsau. In seiner Begrüßung freute sich Pfarrer Martin Strack über die "gesteckt" volle Bühne mit rund 120 Sängern aus vielen Chören der Umgebung. Unter den Besuchern sah er viele ökumenisch Gesichter, unter anderem Stadtpfarrer und Dekan außer Dienst Hans Sterzl.

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"Wem können wir in unserer komplizierten Welt noch trauen?"

Karl-Heinz Röhlin
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Röhlin nahm in seiner Predigt Bezug auf den Lesungstext vom guten Hirten. Zur Zeit Jesus seien die Hirten streitbare Zeitgenossen gewesen, die vor allem wussten, wo es Wasser gab. "Der Hirte weiß den Weg und er weist den Weg", so Röhlin. Auch heute noch sorge er für gesunde und kranke Tiere. Der gute Hirte würde im Gegensatz zum Mietling sogar sein Leben für seine Herde lassen. Die Titulierung "Ich bin der gute Hirte" ist also ein hoher Anspruch. Röhlin sprach in diesem Zusammenhang die momentan herrschende Verunsicherung an, die sich auch auf Lehrer, Pfarrer und Bischöfe erstrecke.

Röhlin rief dazu auf, das eigene Vertrauen in andere zu prüfen. Für das Vertrauen gebe es Prüfsteine, die er auch als symbolische Steine auf der Bühne aufschichtete. Zuunterst "Der gute Hirt lässt sein Leben", dann "Der gute Hirt lässt Taten sprechen" und schließlich "Der gute Hirt kennt seine Leute". Da Vertrauen persönlichen Kontakt braucht schichtete er noch einen Stein mit der Aufschrift "Ich bin Hirte für andere" darauf.


Magnificat von der Orgel


In den Fürbitten wurde um einen guten Geist gebetet, der das Gotteshaus erfüllen möge. Diese solle sich in klingen und schwingen von Trompeten und Posaunen, Orgelklang und Schlagzeugrhythmen manifestieren. Das Große Abendlob schloss mit einem Segen.

Musikalisch umrahmt wurde das Einweihungskonzert von der Komposition von Gerald Fink mit dem Titel "Großes Abendlob", das sich aus mehreren Teilen zusammensetzte. Darunter einem Hymnus, einer Vertonung des Psalms 98, der von den Frauenstimmen, und des Psalms 99, der von den Männerstimmen in der Art des Gesangs der orthodoxen Kirche dargebracht wurde. Psalm 100 sang der achtstimmige gemischte Chor. Eingebunden waren auch die Kirchenglocken mit ihrem Klang.

Bei drei Choralmeditationen über die Herzogenauracher Glocken und ihre Inschriften für Oboe und Orgel wurde Niklas Fritz an der Oboe von Fink an der Orgel begleitet. Dazu zählte auch eine Fantasie über "Wie schön leuchtet der Morgenstern". Das Magnificat, den Lobpreis Mariens, brachte Alex Ort an der Orgel dar.

Für den musikalischen Beitrag wurden die Akteure mit lang anhaltendem Applaus bedacht. Fink erhielt in Vertretung für alle aus der Hand von Pfarrer Strack ein Präsent übergeben.




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