Technik hilft beim Hören in Hannberger Kirche

06.02.2012   Von: Richard Sänger  

Hörgeräteträger In der barocken Hannberger Wehrkirche wurde eine Anlage installiert, die es Hörgeschädigten erleichtert, die Wortbeiträge besser zu verstehen.


Pfarrer Lars Rebhan testet den Empfang. Foto: Richard Sänger
In der Pfarrkirche "Geburt Mariens" kann der Gottesdienst jetzt "induktiv" gehört werden. Das bedeutet, dass Hörgeschädigte eine Verstärkung über Kopfhörer erhalten. "Die Anlage wurde in der vergangenen Woche installiert - es war ein Wunsch der von Mitgliedern aus der Pfarrgemeinde kam", erklärt Pfarrer Lars Rebhan.

Eine Reihe von Besuchern, die hörgeschädigt sind und ein Hörgerät tragen müssen, haben bei Gottesdiensten oder Veranstaltungen in Versammlungsräumen Probleme, den Predigten, Wortbeiträgen und auch der Musik folgen zu können. Das veranlasste die Kirchengemeinde Hannberg dazu, eine induktive Höranlage in der Kirche einrichten zu lassen.

"Über Jahre haben Gottesdienstbesucher, obwohl sie wenig verstanden, nichts gesagt und sind dann eben seltener zu den Gottesdiensten gekommen", erzählt Pfarrer Rebhan bei der Vorführung in der Kirche.

Nachdem der Wunsch an den Pfarrer herangetragen worden war, beschlossen die Verwaltung und der Pfarrgemeinderat, sich intensiv mit der Problematik zu beschäftigen und standen dem Vorhaben positiv gegenüber. Es wurden zwei Angebote eingeholt und einer der Lieferanten machte sich vor Ort ein Bild.

Nahezu unsichtbar


"Es ist natürlich nicht ganz einfach, in einer barocken Kirche Installationen vorzunehmen, aber wir haben eine praktikable und nahezu unsichtbare Lösung gefunden", sagt Pfarrer Rebhan und zeigt die fast unsichtbare Verdrahtung. Der Sender der Anlage wurde mit der Mikrofonanlage gekoppelt und die als Sendeantenne wirkende Induktionsschleife in der linken Seite des Kirchenraumes verlegt.

Um auch die rechte anzuschließen, hätte der Kirchenboden geöffnet werden müssen. Daher wird den Kirchenbesuchern mit Hörgeräten jetzt auf der linken Seite ermöglicht, den Gottesdienst störungsfrei und ohne Nebengeräusche zu verfolgen.

Pfarrer Lars Rebhan ist der Meinung, dass solche Anlagen eigentlich in alle Kirchen und öffentliche Gebäude gehören, zumal der Aufwand erschwinglich sei.

Die Besucher werden am Eingang mit einem Schild darauf hingewiesen, dass eine Induktive Höranlage vorhanden ist und können ihr Hörgeräte dementsprechend umstellen.
Eine induktive Höranlage, auch Induktionsschleifenanlage oder Induktionsschleife genannt, ist eine technische Einrichtung, die es einem Hörgeräteträger ermöglicht, störungsfrei Audiosignale wie Musik oder Wortbeiträge in Veranstaltungsräumen drahtlos über das Hörgerät zu empfangen. Dass die Anlage, die rund 2500 Euro kostete, funktioniert, zeigte die positive Resonanz.

"Die Gottesdienstbesucher mit einem Hörgerät waren selbst überrascht, wie gut sie mich jetzt verstehen", freut sich Pfarrer Rebhan über die positive Resonanz.



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