Eislaufvergnügen birgt Tücken
01.02.2012
Ort: Erlangen-Höchstadt ![]()
Winterspaß Wer Schlittschuh laufen möchte, sollte zur eigenen Sicherheit ein paar wichtige Regeln beachten. Ein Experte von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft DLRG erklärt, worauf es ankommt.

Bisher wurde daraus nichts. Der Winter startete im Dezember warm und viel zu nass. Gebietsweise begannen sogar schon die ersten Blumen zu blühen. In den Wetterberichten tauchten die Worte "Frost" und "Dauerfrost" nur sehr selten auf. Vorerst mussten sich die Winterfreunde mit nasskaltem, wechselhaftem und stürmischem Wetter begnügen. Doch nun kam der Winter mit großen Schritten. Die Landschaft ist weiß, die Temperaturen deutlich unter null Gad.
Vor dem fröhlichen Eislauf-Vergnügen im Freien - wie auf zugefrorenen Weihern und Baggerseen - sollten dringend ein paar wichtige Regeln beachtet werden.
"Ob man auf einem Weiher Schlittschuhfahren darf oder nicht, hängt auch vom jeweiligen Besitzer ab. Der kann ihn dafür freigeben oder sperren, da er auch dafür haftet", sagt der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) in Erlangen, Matthias Redlingshöfer. Ab etwa 15 Zentimeter hält der DLRG eine Eisschicht für sicher. "Man kann das aber so pauschal nicht sagen", merkt Redlingshöfer an.
Vorsicht bei fließendem Gewässer
Ob Gefahr bestehe, hänge von mehreren Faktoren ab. Ob es sich etwa um ein stehendes oder ein fließendes Gewässer handele. Fließendes Wasser erfordere mit mindestens 20 Zentimetern auch eine höhere Eisdicke. Aber darauf sollte man nicht blind vertrauen, denn: "Je nachdem, ob Strömungen auftreten, kann das Eis stellenweise auch dünner sein. Das gilt auch für Stellen, an denen Schilf wächst", sagt der Experte. Selbst wenn an einer Stelle das Eis dick genug ist, kann das an einer Gefahrenstelle ganz anders aussehen.
Auch bei Weihern müsse man unterscheiden und darauf achten, ob es etwa einen kleinen Bachzufluss gibt. "Ich würde einen Weiher eher mit einem fließenden Gewässer vergleichen", so Redlingshöfer. Man sollte auch nicht an den ersten kalten Tagen sofort aufs Eis gehen. Und die Eisfläche sofort verlassen, sobald es knackt! Sobald man einzubrechen droht, ist es wichtig, das Gewicht zu verteilen. Dazu legt man sich flach aufs Eis und bewegt sich vorsichtig Richtung Ufer. Generell gilt, dass man niemals allein Eislaufen sollte, da im Ernstfall meist Hilfe nötig ist. Denn nach nur wenigen Minuten im kalten Wasser fällt es dem Opfer schwer, genügend Kraft zu mobilisieren.
Doch was tun, wenn die Eisschicht tatsächlich nachgibt und der Schlittschuhläufer einbricht? "Erst einmal keine Panik kriegen und das Gewicht auf die umliegende Eisfläche verteilen", rät der stellvertretende DLRG-Vorsitzende. Wenn das Wasser nur bis zur Hüfte steht, könne man auch ans Ufer laufen. Einfach herauszuschwimmen, sei aber viel zu kräftezehrend und ermüdet. Das solle man unterlassen.
Um das Gewicht auf dem Eis zu verteilen, sollte sich der Helfer dem Eingebrochenen mit einem Gegenstand in der Hand nähern. "Einer Leiter, einem Brett, einer Stange, einem umgedrehten Schlitten", zählt Redlingshöfer als Beispiele auf. Der Gerettete sollte mit Decken und warmen Kleidern so rasch wie möglich wieder aufgewärmt werden. Eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein. Redlingshöfer rät: "Helfer müssen darauf achten, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen, und unbedingt den Notarzt alarmieren!"
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte besser auf Alternativen wie das Eisstadion in Höchstadt ausweichen. Die Eisregeln des DLRG zum Nachlesen gibt es auch im Internet unter www.dlrg.de (Stichwort "Rund um die Sicherheit" und "Eisregeln").
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