Ein Blick ins Liebesnest

12.03.2010   Von: Regina Leibgeber  inFranken.de

Livebilder Der Höchstadter Storch geht wieder auf Sendung. Ab sofort sind die Bilder von seinem Nest auf dem Monitor in der Kreissparkasse zu sehen.


Sparkassendirektor Herbert Fiederling (l.) und der Höchstadter "Storchenvater" Edmund Lenz beobachten auf dem Fernsehschirm in der Hauptstelle das Geschehen im Horst auf dem Turm des Heimatmuseums. Foto: Regina Leibgeber
Die Störche Gerome de Vias und seine Gemahlin Anna von Steinfeld richten sich derzeit wieder auf dem Turm des Heimatmuseums in Höchstadt ihr Liebesnest ein. Das ist nach diesem harten Winter nicht selbstverständlich. Die beiden sind sogenannte "Winterstörche".

Diese Vögel nehmen nicht mehr am Vogelzug in Richtung Süden teil. Sie bleiben das ganze Jahr in ihrer Brutheimat. Seit Dezember liegt jedoch fast durchgehend Schnee und es ist frostig kalt. Dadurch bleibt den Störchen der Zugang zur Nahrung weitestgehend verschlossen. Die Folge ist dann der grausame Hungertod.

Um dies zu verhindern, setzen sich einige ehrenamtliche Helfer für die Störche ein. Allen voran der Höchstadter "Storchenvater" Edmund Lenz. Seit der zweiten Dezemberwoche letzen Jahres füttert Lenz die Störche täglich. Dies ist mit einem Zeitaufwand von ca. zwei bis drei Stunden verbunden. Jeden Tag füllte er die Futtereimer mit insgesamt 120 Litern Innereien von Fischen. Dadurch kamen die sieben Störche, die in Höchstadt und Umgebung leben, gut über diesen Winter. "Die Kälte ist für den Storch kein Problem, solange er genügend Energiezufuhr in Form von Futter hat", erklärt Lenz.
Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 170 000 Klicks auf der Webseite der Storchenkamera – www.storchennest-hoechstadt.de. Darunter waren auch Besucher aus Asien und Amerika. Der jüngste Fan ist Nadine, gerade erst drei Jahre alt. Sie hat sich regelrecht in den Storch verliebt und mit ihrem Storchenfieber die ganze Familie angesteckt. Jeden Tag wird nun der Verlauf der Brutsaison verfolgt.

Der große Zuspruch freut den Vogelfreund Lenz. Aber für ihn gibt es noch andere Bereiche, in denen dringend etwas unternommen werden müsste. So konnten 2009 die Jungstörche nicht beringt werden, da den Vogelschützern nicht wie sonst die Feuerwehr-Drehleiter kostenlos zur Verfügung stand. Ohne Leiter kann erkrankten Störchen nicht geholfen werden. Den Horst verstopfende Plastikteile müssen liegen bleiben. Dadurch sammelt sich das Wasser und die Brut droht zu ertrinken.

Eine Drehleiter und Experten könnten hier den Störchen helfen. So hofft Lenz, dass die Bürgermeister der Storchengemeinden sich dafür einsetzen und den ehrenamtlichen Helfern finanziell unter die Arme greifen.



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