Bürgerwilma geht an Cäcilie Trautner
07.02.2012
Ort: Herzogenaurach Von: Richard Sänger ![]()
Ehrenamtspreis Eingeladen war Cäcilie Trautner in den Fasanengarten, um über ein "barrierefreies Herzogenaurach" zu referieren. Den Vortrag hat sie dann auch gehalten. Was sie aber nicht wusste: Ihr sollte die "Bürgerwilma", der Ehrenamtspreis des Ortsverbandes von Bündnis90/Die Grünen, überreicht werden.

Die 64-jährige Niederndorferin Cäcilie Trautner ist seit 16 Jahren schwerhörig. Sie schilderte die Hürden, die sie und Leidensgenossen zu bewältigen haben. "Schwerhörigkeit ist eine unsichtbare Behinderung", sagte Trautner. "Sie ist für Hörende schwer vorstellbar und kann auch mit Geräten nicht vollständig ausgeglichen werden, da die Hörsinnzellen geschädigt sind."
Engagement für Induktionsschleifen
Schon seit Jahren setzt sich Trautner dafür ein, dass zumindest in öffentlichen Räumen so genannte Induktionsschleifen installiert werden. Über ein Mikrofon werden Nebengeräusche ausgeblendet und ein "Echoeffekt" vermieden. Dass das Vereinshaus mit dieser Technik ausgestattet worden ist, war auch mit ein Verdienst Cäcilie Trautners, wie Retta Müller-Schimmel in ihrer Laudatio erwähnte.
"Andere geben auf, wenn sie keinen Erfolg sehen und ziehen sich zurück, nicht so Cäcilie Trautner", erklärte Müller-Schimmel. Anfangs funktionierte nämlich die Technik im Vereinshaus nicht. Es wurde immer erklärt, der Pächter könne die Anlage nicht bedienen. Aber Trautner ließ nicht locker und sie schaltete den Grünen-Stadtrat Bernd Müller ein, der das Problem im Stadtrat thematisierte. Letztlich stellte sich heraus, dass die Anlage fehlerhaft montiert war. Zwischenzeitlich sind der Sitzungssaal im Rathaus und die evangelische Kirche mit den speziellen Induktionsschleifen ausgerüstet.
Saxofonklänge zur Übergabe
Besonders freute sich Trautner, als das Saxofon-Duo Andrea Aegerter und Caroline Wacker bei der Preisübergabe eines ihrer Lieblingslieder spielte: "Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise. Und ist er noch so klein, zieht er doch weite Kreise." Die Preisträger des vergangenen Jahres, Lucie Seufert und Kathrin Kittler vom Leseclub Niederndorf, übergaben die Skulptur an Cäcilie Trautner.
Die Bürgerwilma ist der Ehrenamtspreis des Herzogenauracher Ortsverbands von Bündnis90/Die Grünen. Er wird jährlich an politisch unabhängige Menschen vergeben, die sich für das Gemeinwohl der Stadt einsetzen. "Der Bürgerwille macht's", so lautet die korrekte Bezeichnung des Preises - der wird an Personen und Institutionen der Stadt Herzogenaurach vergeben, sie sich im künstlerischen oder sozialen Bereich engagieren. Dabei handelt es sich um einen "Wanderpreis", der an den jeweiligen Träger weitergegeben wird. Die Namen aller bisherigen Ausgezeichneten finden sich auf einem Schild am Sockel verewigt.
Die Skulptur der Wilma wurde von Claudia Spanhel entworfen. Sie zeigt eine weibliche Steinskulptur, deren Haare den Kopf einer Sonnenblume darstellen. Die "Bürger-Will-Ma " wird seit 1997 vergeben.
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