Popularmusik und wie sie die Welt erblickte

05.07.2010     inFranken.de

Buchtipp Kaum zu glauben, wen die Popgeschichte so alles aufzubieten hat. Und ein Buch versammelt sie alle - auch solche, die auf den ersten Blick nix damit zu schaffen haben!

Was verbindet Hells-Angels-Präsident Ralph "Sonny" Barger mit Daniel Barenboim, dem Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Berlin? Auf wen treffen Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger, Panikrocker Udo Lindenberg, Sex-Pistols-Erfinder Malcolm McLaren, Götz "Schimanski" George, Guru-Guru-Trommler Mani Neumeier, Ex-Silly-Sängerin Tamara Danz und Ton-Steine-Scherben-Sänger Rio Reiser? Sie treffen an einem nun zeitlos gewordenen Ort auf Punkrocker Billy Idol, Guru Bhagwhan, den Böhsen Onkel Stefan Weidner, WELT-Chefredakteur Thomas Schmid, Neue Welle-Nena, Little-Amadeus-Fan Heinz Rudolf Kunze, Comedian-Harmonists-Mitbegründer Robert Biberti, Pop-Theoretiker Diedrich Diedrichsen, "Prinz" Sebastian Krumbiegel, Theatermacher Christoph Schlingensief, Schriftsteller Ralph Giordano, Musikproduzent Zeus B. Held, Ex-DDR-Liedermacher Wolf Biermann, Herbert "Bochum"Grönemeyer und viele mehr.

Jürgen Stark und Gerd Gebhardt nehmen die Leser mit auf eine Reise durch die Musikwelt. "Wem gehört die Popgeschichte?" (erschienen bei Bosworth) beschränkt sich nicht auf die Schilderung lustiger Zeiten, schöner Jahre und bleibender Erinnerungen: Popgeschichte ist mehr als eine Aufzählung der Namen großer Künstler mit ihren größten Hits, fatalsten Flops und peinlichsten Ausrutschern. Sie zeigt in einer weit gefassten Perspektive auch die (kultur-) politischen und gesellschaftlichen Zeitumstände auf, unter denen die Popularmusik sich entwickelt und verändert.

Die Autoren erläutern jedoch auch, wie sehr außermusikalische Einflüsse sich dort auswirken, wo sich Trends und Bewegungen in der Popmusik länder- und systemübergreifend annähern oder auseinanderdividieren. Wenngleich also die Künstler, die Bands und ihre Musik im Mittelpunkt der Darstellung stehen, bleiben stets auch die "Begleitschwingungen" im Blick - vom gesellschaftlichen Stellenwert einer sinnvollen Musikerziehung bis hin zum dramatischen Wandel des Musikmarkts mit seinen Folgen für eine Popkultur der Zukunft. Das Buch beschäftigt sich also mit Brücken und Brüchen in der Popgeschichte. Es zeigt Stillstand und Bewegung in den Zeitläufen, die die Popkultur nicht nur in Deutschland flankierten.
Indem die Autoren auch sehr persönliche Erlebnisse und Begegnungen einfließen lassen, wird ihr Buch zugleich auch zu einem Stück erlebter Popgeschichte!



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