"Punktlandung" unter Tage

04.02.2012   Ort: Beuerfeld/Lautertal     Coburger Tageblatt

Projekt Projekt Bei Bauzeit und -kosten liegt die Lauter-Überleitung voll im Plan. Im August soll sie fertiggestellt sein, dann steht der Hochwasserschutz für Coburg und Lautertal.


So sieht's im Inneren des Zeltes aus, Blick in Richtung des sogenannten Schalwagens. Der fährt durch den Tunnel und bewegt dabei die Schalung, hinter der abschnittsweise die Abflussröhre betoniert wird. Foto: Christian Broßmann
"Punktlandung." Das ist derzeit offensichtlich eines der bevorzugten Wörter, wenn Friedrich Schubart vom Wasserwirtschaftsamt Kronach über die Baustelle der Lauter-Überleitung spricht. Eine Punktlandung habe man zum Beispiel beim Zeitplan hingelegt. "Die Fertigstellung ist für August geplant, und das werden wir ganz genau schaffen." Auch bei den veranschlagten Kosten rechne er mit einer Punktlandung.
"Im Tunnelbau sind Zeit- und Kostenüberschreitungen eigentlich normal", sagt Helmut Nowak, Gesamtleiter Bauüberwachung. Dass es an der Lauter-Überleitung bisher anders gelaufen ist, liege auch an der ständigen und umfassenden Überwachung des Baufortschritts.


Probebohrungen



Ein weiterer Grund für die Punktlandung bei Bauzeit und - kosten sei die gute Vorbereitung gewesen, so Matthias Hofmann, Bauingenieur am Wasserwirtschaftsamt Kronach. Vor Beginn der Baumaßnahme waren auf der geplanten Strecke des Überleiters im Abstand von 200 Metern Bohrungen gesetzt worden. Diese Maßnahme schützte vor größeren Überraschungen unter Tage. Denn gerade im Karstbereich, so wie auf den letzten rund 200 Metern, müssen Mineure beim Tunnelvortrieb mit Hohlräumen und Einstürzen rechnen. Außerdem war ein Geologe vor Ort, der zusätzliche Probebohrungen setzen ließ. Er gab erst dann grünes Licht für den weiteren Vortrieb, wenn alles sicher war.


Sprengstoff war gar nicht nötig



Gefragt nach sonstigen Problemen oder Überraschungen sagt Friedrich Schubart: "Ich hatte öfter Alpträume von Höhlen, wie sie an der ICE-Trasse entdeckt wurden - aber hier haben wir keine entdeckt."
Überraschend leicht kam der Vortrieb des Stollens voran: Eigentlich hatten die Planer vor, immer jeweils 1,50 Meter Fels unter Tage zu sprengen und dann den Schutt wegzubaggern. Sprengstoff war dann aber doch nicht nötig. "Der Fels hat sich als weicher herausgestellt."


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