Würdigerer Raum zum Abschied

09.02.2012   Ort: Coburg     Coburger Tageblatt

Bausenat Die Aussegnungshalle soll Schritt für Schritt erneuert werden. Doch die Platzprobleme kann nur ein Anbau beseitigen. Dabei ging es am Anfang um kleinere Änderungen: einen behindertengerechten Zugang zum Angehörigenzimmer etwa. Mehr Platz im Zimmer für die Geistlichen. Zeitgemäße Toiletten.


Die Aussegnungshalle: Die Tür rechts vorne am Gebäude führt zum sogenannten Angehörigenzimmer. Es soll vergrößert, der Eingang behindertengerecht gestaltet werden. Der Bausenat billigte am Mittwoch die Pläne.
Doch "es ist einfach an der Zeit, unsere Aussegnungshalle instandzusetzen", stellte am Mittwoch Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB) im Bau- und Umweltsenat fest. Deshalb präsentierte Ulrich Pfuhlmann, Chef des Hochbauamts, gestern weitreichende Überlegungen für einen Um- und Ausbau.
Los gehen wird es freilich mit den kleinen Dingen: Das Angehörigenzimmer soll sozusagen tiefer gelegt werden, dass es ebenerdig erreichbar ist. Die Toilettenanlagen bleiben, doch zwei von den drei kleinen Abschiedszimmern werden zu einem größeren zusammengefasst. Die Kosten für all das schätzt Pfuhlmann auf 120 000 Euro. Dieser Betrag ist auch im Haushaltsentwurf dafür vorgesehen. Das letzte Wort darüber hat der Stadtrat nächste Woche. "Ich bitte darum, die Mittel für den ersten Bauabschnitt im Haushalt zu lassen", appellierte Ulmann und dürfte sich da der Stimmen der Bausenatsmitglieder sicher sein.
Die stimmten nämlich nicht nur einhellig für den ersten Bauabschnitt, sondern auch für die nächsten zwei: Etwas versetzt von der Aussegnungshalle in Richtung Krematorium soll ein neues Gebäude für die Verwaltung entstehen mit einer großen und zeitgemäßen Toilettenanlage und Kühlräumen im Keller. Dann wäre es möglich, Särge, die lediglich zum Kremieren nach Coburg gebracht werden, abzufertigen, ohne dass dadurch Veranstaltungen in der Aussegnungshalle beeinträchtigt werden. Ein moderner Kühlkeller böte genügend Platz, um Wartungsarbeiten am Krematoriumsofen oder Feiertage zu überbrücken. Außerdem ließe sich von dort eine direkte Verbindung zum Tunnel zwischen Aussegnungshalle und Krematorium schaffen, erläuterte Pfuhlmann.
Der Einzugsbereich des Coburger Krematoriums reicht bis in die Räume Erlangen und Suhl; geschaffen wurde es einst für die Bedürfnisse der Stadt Coburg alleine. Außerdem ist es alt; die Gänge sind schmal, und die Kühlkammern reichen oft nicht aus, um mehrere Tage zu überbrücken. "Dann stehen die Särge herum, wo halt Platz ist", rief Pfuhlmann in Erinnerung. Er schätzt die Kosten für den Neubau auf 850 000 Euro. Erst, wenn dieses Gebäude steht, soll die restliche Aussegnungshalle instandgesetzt werden. Dann werden die Kühlräume an der Nordseite in Archivräume umgewandelt und die Fassade neu gestrichen. Alle drei Abschnitte zusammen würden schätzungsweise 1,44 Millionen Euro kosten.


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