Wahlkampf im Zwölf-Minuten-Takt
17.09.2009
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Speed-Dating Knapp 50 Jugendliche stellten in der CoJe in Coburg Fragen an sieben Bundestagskandidaten. Am Ende durfte sich Dr. Carl-Christian Dressel (SPD) als Sieger fühlen.

An sieben Tischen diskutierten die Jugendlichen mit den sieben Bundestagskandidaten. Alle zwölf Minuten mussten die Politiker (hier Hans Michelbach von der CSU) umziehen. Fotos: Oliver Schmidt
"Eigentlich waren alle nett"
Die Jugendlichen stellten viele Fragen, versuchten aber auch mehr über die einzelnen Personen zu erfahren, die sie bislang nur aus der Zeitung oder von Plakaten kannten. „Nett waren eigentlich alle“, lautete am Ende das Fazit von Florian Breitner (22). An seiner Meinung habe sich durch die Veranstaltung zwar nichts geändert, doch hätten ihn einige sehr positiv überrascht. „Manche haben aber auch sehr drumherum geredet!“
Und welcher der sieben Kandidaten gehörte in welche Kategorie? Da schwieg selbstverständlich des Wählers Höflichkeit – stattdessen wurde sowohl vor als auch nach dem Speed-Dating geheim gewählt.
Warnung von Sieger Dressel
Das Ergebnis wurde aber leider dadurch verzerrt, dass zu Beginn 45 Stimmen und am Ende nur 38 abgegeben wurden. Nichtsdestotrotz durfte sich Dr. Carl-Christian Dressel (SPD) mit einem Zuwachs von 9 auf 14 Stimmen als Sieger fühlen. Er war von den Jugendlichen unter anderem gefragt worden, ob die Wirtschaftskrise tatsächlich schon überwunden sei. Dressel warnte: „Wer sagt, er sieht das Ende des Tunnels, muss aufpassen, dass es in Wahrheit nicht ein Güterzug ist, der entgegenkommt!“
Der Eindruck, die Politiker hätten nur mit Phrasen um sich geworfen, wäre aber falsch. „Ich fand es sehr informativ“, lobte die 21-jährige Steffi Zeulner. Aber: „Einige waren mir sehr unsympathisch!“
Erste Runde ging an Michelbach
Hans Michelbach (CSU), der die erste Abstimmung mit 12 Stimmen gewann und später noch 8 erhielt, verteidigte das teure Rettungspaket für die Banken: „Wir haben das nicht für die Manager getan, sondern für die Bürger, die ansonsten die Zeche hätten zahlen müssen.“
Dr. Ulrich Herbert (erst zwei, dann eine Stimme) warb natürlich dafür, „seine“ FDP stark zu machen – sonst würden sich Merkel und Steinmeier ja doch wieder auf eine große Koalition einigen. Auch eine „Ampel“ aus FDP, SPD und Grünen sei für ihn „undenkbar“. Als Herbert gefragt wurde, warum die FDP die Grünen nicht mag, musste er schmunzeln: „Also ich mag die Grünen – aber ich wähle sie nicht!“
Linke: "Inbegriff Satans"
Immerhin 11 Jugendliche (später 8) haben das aber beim Speed-Dating getan und somit Wolfgang Weiß gestärkt. Er musste erklären, wo künftig der Strom herkommen kann und wie die Landwirte zu retten sind. Uwe Hiksch (erst 8, dann 4 Stimmen) verglich die Linken mit den Grünen von vor 20 Jahren: „Damals waren sie der Inbegriff Satans!“ Von 0 auf 3 Stimmen kämpfte sich Tanja Pfisterer (ödp), Markus Häßler (Willi Weise) fiel von 3 auf 0. os
HIER finden Sie alle Kandidaten aus dem Stimmkreis Coburg im Überblick!
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