Voll im Arbeitsleben

31.08.2011   Ort: Ahorn  Von: Berthold Köhler  Coburger Tageblatt

Soziales Wefa-Werkstätten setzen in Zukunft verstärkt auf die Fortbildung ihrer Mitarbeiter. Schon jetzt sind sie ein verlässlicher Partner der fränkischen Automobilzulieferer.


Automatisierte Arbeitsplätze sind auch in den Wefa-Werkstätten inzwischen Normalität - dies erläutert Michael Wittmann (rechts) seinen Besuchern Franz K. Schön, Anke Triebel (Wefa-Geschäftsleitung) und Günther Denzler. Foto: Berthold Köhler
Wie Wefa-Werkstätten für Menschen mit Behinderung setzen in Zukunft noch mehr auf die berufliche Qualifizierung ihrer Mitarbeiter. Dies hat Geschäftsführer Franz K. Schön gestern bei einem Besuch des Oberfränkischen Bezirkstagspräsidenten Günther Denzler angekündigt. "Wir sind schon jetzt in vielen Bereichen ein verlässlicher Partner der Industrie", berichtete Schön. Diesen Status wolle - und müsse - man in den nächsten Jahren noch ausbauen.


Findungsphase



Zwei Jahre dauert inzwischen die hausinterne Berufsbildung, die die Wefa ihren Mitarbeitern im Anschluss an eine dreimonatige Findungsphase anbietet. "Unser Ziel ist die volle Teilnahme am Arbeitsleben", sagte Schön. Freilich: Behinderte Menschen komplett sozialversicherungspflichtig in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren, das werde der Wefa in den seltensten Fällen gelingen. Aber bestimmte Arbeitsplätze oder gar Fertigungsgruppen in enger Kooperation mit der Wirtschaft auszulagern - das ist für Schön durchaus eine Vision für die Zukunft.


Gemeinsame Lösungen mit der Wirtschaft finden



Und nicht nur eine Vision, sondern vielleicht sogar auch eine Notwendigkeit. In zehn Jahren, so gehen Fachleute in der Sozialplanung davon aus, wird die Zahl behinderter Menschen im westlichen Oberfranken (also dem Einzugsbereich der Wefa-Werkstätten) um rund 100 höher liegen als diese jetzt schon ist. Für diese Menschen weitere Arbeitsplätze in einem Wefa-Betrieb zu schaffen, dürfte schwierig werden. Denn weder die gemeinnützige Wefa-Gesellschaft noch der Bezirk Oberfranken als größter Zuschussgeber haben dafür die finanziellen Möglichkeiten. Bleibt als einziger Ausweg, so der Wefa-Geschäftsführer Schön: "Wir müssen Lösungen mit der Wirtschaft finden."


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