Vitaminspritze für den Coburger Albertsplatz
22.02.2012
Ort: Coburg Von: Oliver Schmidt ![]()
Innenstadt Die Kritik am neu gestalteten Herz der Ketschenvorstadt reißt nicht ab: Viele finden den Platz zu kühl und leblos.

Wilhelm Stadelmann gehörte zu den Kunden, die am Dienstag erstmals am neuen Markt-Ausweichstandort auf dem Albertsplatz einkauften. Fotos: Oliver Schmidt
"Ach, hier seid Ihr jetzt!", ruft die ältere Dame schon von weitem, winkt erfreut den Wachters zu und kommt dann mit ihrer (noch leeren) Einkaufstasche näher. Auch Wolfgang Pohlig, ein weiterer Stammkunde des Obst- und Gemüsehändlers aus Hallstadt, muss erst einmal die neuen Örtlichkeiten begutachten: "Da habt Ihr Euch aber ein schönes Plätzle ausgesucht!", lautet schließlich sein Urteil. "Ja", sagt Barbara Dorscht, die Tochter des Betriebs, "hier sind nicht so viele Abgase wie am Gemüsemarkt! Außerdem können wir frühmorgens mit unserem großen Auto besser hinfahren."
Die Entscheidung, dass der Albertsplatz ab sofort der neue Ausweichstandort für den "grünen Markt" ist, haben aber nicht die Beschicker getroffen. Coburgs Marktmeister Gero Oppel war's - auch wenn der weiß, dass zwar viele Gründe für diese Veränderung gesprochen haben, gleichwohl aber nicht alle Menschen davon begeistert sind.
Schlechtere Busanbindung
"Ich hatte bereits mehrere Beschwerdeanrufe", berichtet Gero Oppel. Vor allem ältere Mitbürger empfanden den Gemüsemarkt als praktischer - denn direkt daneben am Theaterplatz halten alle Stadtbus-Linien.
Am Dienstag hat der Albertsplatz seine Premiere als Ausweichstandort gefeiert - denn der Marktplatz ist (mal wieder) blockiert, diesmal wegen des Faschingstreibens. Wilhelm Stadelmann ist mit seinem Auto vorgefahren, hat am Seitenstreifen des Zinkenwehr geparkt und lobt nun die Entscheidung der Stadt: "Am Gemüsemarkt war es immer schwierig, einen Parkplatz zu finden."
Dieses Argument hat auch Gero Oppel auf seiner Liste - und noch vieles mehr. "Um ausreichend Platz für die Beschicker zu haben, mussten wir am Gemüsemarkt immer etwa 15 Stellplätze sperren." Darüber seien sowohl die meisten Anwohner nicht glücklich gewesen als auch nicht die Händler im Steinweg, für die der Gemüsemarkt sehr wichtige (weil sehr nahe) Kundenparkplätze bereithält. "Und obwohl wir dann immer schon drei Tage vorher Schilder aufgestellt haben, waren am Markttag dann trotzdem oft einige Stellplätze blockiert", erinnert sich Gero Oppel. Dann gab's Strafzettel und noch mehr Ärger - auf beiden Seiten.
Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch im Coburger Tageblatt (Printausgabe)
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