"Tretminen" auf Schritt und Tritt
06.02.2012
Ort: Coburg ![]()
Ärgernis Was Hunde so hinterlassen, erregt Gemüter wie das von Thomas Schultheiß. Er fordert die Stadt auf, etwas zu tun.

"Da bin ich reingetreten", sagt Schultheiß. Was ihn so geärgert hat, dass er sich gleich an jenem Morgen an den Computer setzte und eine E-Mail an das Ordnungsamt schrieb. Er schilderte darin das Problem mit den Hundehaufen. Er fragte: "Wird das überhaupt kontrolliert?"
Volker Backert vom Ordnungsamt antwortete Schultheiß, dass das Amt mit Bußgeldern drohen kann. Doch dazu sei eine genaue Angabe zur "Tat" sowie zum "Täter" zu machen. Thomas Schultheiß stellte die Antwort nicht zufrieden. "Ich will ja keinen anzeigen", sagt er. Sein Anliegen geht eher dahin, dass Schilder aufgestellt werden, die die Hundebesitzer aufforderten, die "Tretminen" mitzunehmen. "Es geht mir vor allem um die Kinder, die hier spielen wollen."
Der Stadt selbst seien bei den Kontrollen die Hände gebunden, sagt Volker Backert. Eine Streife des städtischen Ordnungsdienstes ist von Montag bis Samstag unterwegs. Zwei Personen. Dagegen stehen ungefähr 1600 Hunde, die es im Stadtgebiet gibt. Da jemanden auf frischer Tat zu erwischen, ist wohl schwierig.
Die Stadt hat im vergangenen Jahr insgesamt Strafen in Höhe von 500 Euro für Hundekot und freilaufende Hunde (wird statistisch gemeinsam erfasst) ausgesprochen. Im Vergleich zu den Wildpinklern, die 9000 Euro im Jahr 2011 eingebracht haben, ist das nichts.
Dass das Verhältnis sich so darstellt, ist kein Wunder. Die Streife des Ordnungsdienstes konzentriert sich auf die Innenstadt und die städtischen Parkanlagen. In den äußeren Gebieten ist sie nicht unterwegs. Im Stadtkern passiere nun mal mehr, ein wachsames Auge sei dort nötiger, sagt Backert. Das ärgert wiederum Schultheiß. "Einerseits will Coburg sich nach außen hin sauber darstellen, andererseits dürfen Hundehalter ihre Tiere hinmachen lassen, wo sie wollen - und das meist außerhalb des Stadtkerns."
Backert fordert hier die Bürger selbst auf, wachsam zu sein: "Sozialdruck ist das beste Mittel. Je öfter die Uneinsichtigen angesprochen werden, umso besser ist das Problem in den Griff zu bekommen." Außerdem sei nicht auszuschließen, dass der Ordnungsdienst auch mal am Max-Böhme-Ring kontrolliert. Voraussetzung: Es müssen genug Beschwerden bei Backert landen. Bisher sei die von Schultheiß die einzige, die der Amtsleiter vom Max-Böhme-Ring erhalten hat.
Doch Schultheiß weiß noch von anderen empörten Anwohnern - und versteht nicht, warum es erst so sein muss, dass "ich mit der Unterschriftenliste rumgehen muss", ärgert er sich.
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Kommentare
Dem Übel wäre vielleicht abzuhelfen
Um "laberhannes" zu entlasten : Hier wären eigentlich einmal die Tüftler gefragt: Vielleicht ließe sich so eine Art "Airbag" am Waidloch der "Notdurftabsetzer" fixieren und schon wäre der Käse gegessen. Ansonsten hülfen evtl. - als Sonderanfertigung - "Knickerbocker für Hundis", sofern die denn halten,was sie versprechen, nämlich:
"Sitzt die Sch..... noch so locker,
nichts geht durch die Knickerbocker". 
PS: Schleichwerbung war nicht beabsichtigt.
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