Stühlerücken im Coburger Stadtrat

22.02.2012   Ort: Coburg     Coburger Tageblatt

Rückzug Die parteilose Marina Krauß, die seit Ende 2008 für die CSU-Fraktion im Stadtrat sitzt, will ihr Mandat niederlegen. Nachrücken könnte für sie ein alter Bekannter: Carl-Ludwig Fahrenholz, der bereits von 1974 bis 2008 dem Stadtrat angehörte.


Marina Krauß Foto: CT-Archiv/Christiane Lehmann
Fraktion und Oberbürgermeister sind bereits über den Wunsch informiert, die Zustimmung des Stadtrats dürfte nur noch Formsache sein: Marina Krauß will ihr Stadtratsmandat niederlegen. Die 51-Jährige nennt dafür berufliche Gründe. Sie ist Lehrerin an der Fachoberschule und wird dort im kommenden Halbjahr einige zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen. "Es herrscht Lehrerknappheit, und ich bekomme unter anderem drei weitere Klassen", erklärte Marina Krauß dem Tageblatt.

Marina Krauß war das, was man gemeinhin eine "politische Quer-Einsteigerin" nennt. Durch ihr Engagement in diversen Bürgerinitiativen war - für viele überraschend - ausgerechnet die CSU auf Marina Krauß aufmerksam geworden. Als Parteilose kandidierte sie bei der Kommunalwahl im März 2008 auf der CSU-Liste, verfehlte den Einzug in den Stadtrat allerdings knapp. Doch als erste Nachrückerin brauchte sie gar nicht sehr lange zu warten: Bereits Ende 2008 legte Isabell Firsching ihr Mandat nieder, und Marina Krauß nahm ihren Platz im Stadtrat ein.
Marina Krauß gilt als unbequem, die sich nicht immer der Fraktionsmeinung anschließt. So stimmte sie im vergangenen Jahr etwa als einziges Mitglied der CSU-Fraktion für den Bau eines Minaretts auf der Moschee in der Viktoriastraße. Dass ihre Fraktionskollegen ein Problem mit dem islamischen Symbol hatten und darüber sogar eine öffentliche Diskussion anzettelten, nannte Marina Krauß damals "peinlich". Zu Spekulationen, dass außer den beruflichen noch weitere Gründe für ihren Rückzug aus dem Stadtrat ausschlaggebend waren, wollte Marina Krauß nichts sagen.

Und wer rückt für Marina Krauß in den Stadtrat nach? Erster Anwärter auf der CSU-Liste wäre mit Carl-Ludwig "Clu" Fahrenholz ein alter Bekannter. Der Geschäftsmann im "Un-Ruhestand" saß für die CSU bereits von 1972 bis 2008 im Stadtrat, von 1974 bis 1996 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Heute engagiert sich der 76-Jährige unter anderem im Verein der Altstadtfreunde und gilt als Kämpfer für den Einzelhandel in der Innenstadt.



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Kommentare

 
1  Kommentare  
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waldmensch - 22.02.2012 09:06    (1)   
 

Jugend voran!
Habt Ihr denn keine jüngeren Mitglieder, die die Stadt Coburg mit formen wollen?

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