"Fuck you" hat Shelly Glück gebracht
28.01.2012
Ort: Coburg/Köln ![]()
Song Contest Mit einem tollen Auftritt hat es die 20-jährige Shelly Phillips bei "Unser Star für Baku" in die nächste Runde geschafft. Dabei hatte sie ursprünglich ein anderes Lied singen wollen. Nach ihrem zweiten großen Live-Auftritt hatte das Tageblatt die Möglichkeit, mit Shelly Phillips zu sprechen.
Tageblatt: Shelly, wie geht es dir nach dem gestrigen Abend?
Shelly: Ich bin dankbar, einfach nur glücklich und zufrieden. Das bin ich aber erst seit heute Morgen. Nach der Show gestern war ich schon traurig, dass zwei von uns gehen mussten. Klar, es ist ein Wettbewerb. Aber man verbringt einfach viel Zeit miteinander und erlebt so viel gemeinsam. Da fällt es schwer, sich voneinander zu verabschieden. Nach dem Trubel habe ich dann noch ein bisschen mit meinen Jungs von meiner Band "Kein Frühstück" gefeiert. Jetzt genieße ich die wenige freie Zeit, die ich momentan habe, und bummle durch Köln. Manche erkennen mich sogar und sprechen mich an, andere gucken nur und grinsen. Das ist nett.
Warst du selbst mit deinem Auftritt am Donnerstag zufrieden?
Ja, doch. Eigentlich hatte ich etwas anderes vor, aber ich denke, ich habe das Stück souverän performt. Bis ich wirklich stolz auf mich bin, dauert's noch ein bisschen.
Du wolltest erst ein anderes Lied singen. Einen Tag vor der Show hast du dich für "Fuck you" von Celo entschieden. Wie kam's dazu?
Ich hatte mir ein anderes Lied in den Kopf gesetzt, weil ich auch mal was anderes machen wollte, was von der Art her nicht so locker und lässig ist. Bei den Proben war ich dann allerdings selbst nicht überzeugt davon. Und wenn man als Künstler nicht überzeugt ist, wie soll es dann das Publikum sein? Also habe ich mich für die Alternative "Fuck you" entschieden.
Bist du sehr selbstkritisch?
Ja, bin ich. Aber das muss man auch sein. Bei der Probe am Mittwoch bin ich zum ersten Mal an eine persönliche Grenze gestoßen, als ich es nicht geschafft habe, den Song, den ich eigentlich singen wollte, so zu interpretieren, wie ich es mir vorgestellt habe. Damit konnte ich zuerst nicht umgehen. Das war eine neue Erfahrung für mich, aber keine schlechte.
Was ich auch noch lernen muss, ist, Kritik von anderen anzunehmen. Bisher musste ich nie groß an meiner Performance arbeiten. Ich habe immer so interpretiert, wie es mir gerade in den Sinn kam. Das ist jetzt natürlich anders, wenn man mit erfahrenen Künstlern wie Alina, Thomas D. oder Stefan zusammenarbeitet. Das ist gut, ich lerne dabei unglaublich viel.
Die Titelauswahl wird von Mal zu Mal wichtiger, sagt die Jury. Setzt dich das unter Druck?
Nein, überhaupt nicht. Wir setzen uns nach der Show zusammen, die Jury und die anderen Kandidaten, und überlegen gemeinsam, was jeder von uns als nächstes singen könnte. Meinen Song für nächste Woche habe ich schon, wird aber nicht verraten.
Du wirkst immer sehr gelöst und gar nicht aufgeregt. Aber sicher gibt es einen Moment, in dem die Anspannung sehr groß ist, oder?
Klar. Während des Auftritts bin ich nicht aufgeregt. Da singe ich einfach. Aber kurz vorher, wenn ich durch das Tor auf die Bühne laufe, das ist heftig. In dem Moment weißt du: Okay, du gehst da jetzt raus und versuchst, was zu reißen. Die letzten 30 Sekunden des Votings sind ebenso heftig. Da habe ich ziemlich Muffensausen bekommen. Das hat sicher damit zu tun, dass das große Ziel immer näher rückt. So langsam begreife ich, worauf ich mich da eingelassen habe.
Wie wirst du das Wochenende zu Hause verbringen? Am Montag musst du ja schon wieder zurück nach Köln, da bleibt nicht viel Zeit für Erholung.
Stimmt. Aber ich will unbedingt nach Coburg. Ich brauche wenigstens einen Tag in meiner Wohnung. Das ist mir wichtig. Ansonsten verbringe ich Zeit mit meinen Jungs von der Band und meinen Freunden. Das holt mich immer ganz schnell runter. Wir reden dann zwar schon noch über die letzte Show, aber wir sind ganz schnell auch bei anderen Themen. Und wir machen einfach Quatsch zusammen.
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