Seehofer-Besuch: Mächtig Ärger in Rödental

10.03.2010     inFranken.de

Streit Die Tatsache, dass Rödentals Bürgermeister Gerhard Preß beim Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer offensichtlich recht restriktiv mit der Gästeliste umgegangen ist, sorgt für ziemlichen Wirbel. Jetzt greift Coburgs "Juso"-Vorsitzender Sebastian Geiger den CSU-Bürgermeister heftig an.


Dass Rödentals Bürgermeister Gerhard Preß (links) für den Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (Mitte) keine Mandatsträger aus den umliegenden Gemeinden eingeladen hat, erzürnt den Coburger "Juso"-Kreisvorsitzenden Sebastian Geiger (rechts).
Eine Woche vor dem Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer schlagen die Wellen hoch: Nach dem Eklat in der Stadtratssitzung am Montag – als CSU-Bürgermeister Gerhard Preß dem SPD-Fraktionssprecher Thomas Lesch das Wort entzog – ist die Diskussion über die Einladungs-Politik des Stadtoberhauptes voll entbrannt.

Antidemokratisches Vorgehen


"Ein solches antidemokratisches Vorgehen, wie es hier von Geerhard Preß an den Tag gelegt wird, ist völlig inakzeptabel", sagt der Kreisvorsitzende der Jusos Coburg-Land, Sebastian Geiger. Die Möglichkeiten, die sich aus einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten für die Region Coburg ergeben können, seien dem Rödentaler Bürgermeister offenbar völlig egal. "Ihm geht es wie schon häufiger erneut nur um die reine Selbstdarstellung seiner eigenen Person", so Geiger weiter. Aus Sicht der Jusos habe Thomas Lesch daher vollkommen zu Recht dieses Vorgehen kritisiert.

Andere Zielrichtung nicht gewollt


Auf die Seite seines Bürgermeisters stellt sich dagegen Elmar Palaunek, der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Rödentaler Stadtrat. Er findet es gut, dass beim Besuch Seehofers ausschließlich die Stadt Rödental im Mittelpunkt steht: "Eine von der SPD geforderte Miteinbeziehung von Vertretern des Kreises, benachbarter Städte und des Bezirkes würde dem Besuch eine gänzlich andere Zielrichtung geben, die so nicht gewollt ist." Wenn Rödental in den Hintergrund treten müsse, sei das nach nicht zielführend.

Es sei das gute Recht von Gerhard Preß, als Veranstaltungsgeber die Thematik festzulegen. "Im Falle des Ministerpräsidentenbesuches ist sie eindeutig auf unsere Heimatstadt begrenzt und sollte auch nicht verwässert werden", betont der Fraktionsvorsitzende. Da von Kirchturmpolitik zu reden, sei absurd. Damit werde Stadtpolitik zum Schaden der Region unterstellt. Jeder unbefangener Beobachter könne dagegen erkennen, wie sehr auch die Umgebung von der erfolgreichen Entwicklung der Stadt Rödental profitiere.

Lokal ist auch regional


Und was sagt die Hauptperson der Diskussion, der Rödentaler Bürgermeister Gerhard Preß? Der stellt fest, dass für ihn "lokale Entwicklung auch regionale Entwicklung" ist. Für ihn ist Stadtrat Thomas Lesch (SPD) ein "politisches Sprachrohr derjenigen Mandatsträger, die als Nachbarn die Entwicklung unserer Stadt stets behindern und versuchen, sie ganz zu verhindern". Dieser Angriff zielt wohl insbesondere auf die beiden Oberbürgermeister Frank Rebhan (Neustadt bei Coburg) und Norbert Kastner (Coburg), mit denen Preß seit Jahren bei großflächigen Gewerbeansiedlungen immer wieder im Clinch liegt.

Preß betont, dass der Bayerische Ministerpräsident auf seine persönliche Einladung hin die Stadt Rödental besucht. Da der Besuch zeitlich beschränkt wurde, habe man sich ausschließlich auf örtliche Themen wie "75 Jahre Hummelfigur" und einige Firmenbesichtigungen beschränkt.

Wenn jemand eine Regionalkonferenz wolle, dann solle er am kommenden Donnerstag nach Selb fahren. Dort werde Horst Seehofer nach seinem Besuch in Rödental anwesend sein und mit oberfränkischen Mandatsträgern reden. "Hoffentlich nehmen die Mandatsträger diese Gelegenheit wahr", fordert der Rödentaler Bürgermeister.



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