Öko-Botschaft im Sambagetümmel

09.07.2010     inFranken.de

Hingucker Ölpest? War da was? Ach ja, im Golf von Mexiko sprudelt immer noch Rohöl aus einem geborstenen Bohrloch. Damit bei aller Fußball- und Samba-Euphorie diese Umweltkatastrophe gigantischen Ausmaßes wieder etwas ins Bewusstsein rückt, hatten Greenpeace und das "Sea Star"-Aquarium in Neuses eine Idee.

Sie planten eine Informations- und Unterschriftenaktion - mit einem besonderem Hingucker.

Am Freitagabend lief Ruth Hagen durch die Coburger Innenstadt, leicht geschürzt im Bikini, dafür mit einem Öl-Bild der besonderen Art verziert: Stellte die Vorseite der jungen Frau aus Schmalkalden den Ozean in den leuchtendsten Farben und mit glücklichen Fischen dar, so zeigte ihre körperliche Kehrseite auf symbolhafte Weise auch jene, die der menschliche Drang nach dem schwarzen Gold haben kann: Die Folgen sind braune Klumpen, die aus den Tiefen des Ozeans aufsteigen und jedwedes Leben im Keim ersticken.

Für Bodypainter Kai Hesbacher und Jessica Kenski war es eine Herausforderung, die Unterwasserfauna und -flora auf die weiblichen Rundungen zu übertragen. "Haie und Seesterne habe ich noch nicht gemalt", sagte der Ilmenauer Künstler. Entsprechende Vorlagen fand er in den zahlreichen Becken des "Sea Star" sowie in Fachbüchern. Mehr als vier Stunden musste Ruth Hagen stillhalten, bis Clownfisch Nemo, ein Seepferdchen, Oktopus-Orakel Paul sowie die Folgen des Pipelline-Lecks auf ihre Haut gebannt waren. "Die Farbe ist angenehm kühl, aber das Stehen geht tierisch auf den Rücken."

Aufmerksamkeit war garantiert


Kein Wunder, dass sie am Abend die Blicke der Sambafest-Gäste auf sich zog. "Das ist genau, was wir wollten: die Aufmerksamkeit lenken auf den Wahnsinn, der sich im Golf von Mexiko, aber eben nicht nur da abspielt und der nicht aufhört, bloß weil keiner mehr hinschaut", erläuterte der zoologische Direktor des Aquariums, Peter Faltermeier, die Intention der Aktion. Die geht am heutigen Samstag, 10. Juli, weiter: Ruth Hagen wird - dann unbemalt, aber im Meerjungfrauenkostüm - gegen 15.30 Uhr ins größte Becken des Aquariums in der Stockäckerstraße einsteigen: zu Weißspitzenriffhaien, Moränen und Rochen. Davor habe sie mehr Bammel, als im Eva-Kostüm durch eine proppenvolle Innenstadt zu laufen.




Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:  *
Ich bin mit den AGB und der Netiquette einverstanden.:  *


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wie viele Jahreszeiten gibt es?: 




Nachrichten aus Ihrer Umgebung
Bad Kissingen Schweinfurt Kitzingen Haßberge Bamberg Erlangen-Höchstadt Forchheim Bayreuth Kulmbach Lichtenfels Coburg Kronach
Aktuelle Angebote
Soziale Netzwerke + Services inFranken.de
E-Paper + Zeitungsarchiv
Die Zeitungsausgaben der letzten zwei Wochen stehen Ihnen mit dem Online-Abo jederzeit, weltweit online zur Verfügung.
Zum E-Paper

Sie suchen einen älteren Zeitungsartikel?
Zum Zeitungsarchiv