Lieber essen gehen statt qualmen

11.11.2009   Ort: Importartikel     inFranken.de

Volksbegehren Zwischen 19. November und 2. Dezember müssen zehn Prozent der Bayern ihre Unterschrift leisten, damit es zu einem Volksentscheid über das Nichtraucherschutz-Gesetz kommt. In Coburg wird vehement dafür geworben.


Siegfried Mohm, Tanja Pfisterer (beide ödp), Angela Armbros und Gastwirt Stefan Fink (von links) werben fürs Volksbegehren zum Nichtraucherschutz. Am Donnerstag, 19. November, beginnt die Eintragungsfrist. Foto: Simone Bastian
„Ich habe durch das Nichtraucherlokal ein bisschen weniger Umsatz, aber das ist es mir wert. Meine Gesundheit ist mir wichtiger.“ Wie der Gastronom Massimo Fard (Cocktailbar „Ginger’s“) denken seine Kollegen Stefan Fink aus Stöppach und Holger Prase („Henneberger Haus“): Sie wollen, dass wieder strengere Nichtraucherregelungen in allen Gaststätten, Diskotheken und Festzelten gelten soll – ohne Raucherräume oder Raucherclubs. Deshalb unterstützen sie das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz, das am Donnerstag, 19. November, anläuft.
Dann haben die Bürger bis Mittwoch, 2. Dezember, 20 Uhr, Zeit, sich in die Unterschriftenlisten in den Bürgerbüros und Rathäusern einzutragen. Kommen mehr als 920000 Unterschriften bayernweit zusammen, kommt es zum Volksentscheid: Dann werden die Bayern an die Urnen gerufen, um über den Gesetzentwurf abzustimmen.
Sauer sind die Mitglieder des Coburger Aktionskreises zum Volksbegehren auf die CSU-FDP-Staatsregierung, denn die hatte das ansich strenge bayerische Rauchverbot in Gaststätten zum 1. August wieder gelockert. „Die hätten das Gesetz lassen sollen, wie es war. Es hat doch kein Hahn mehr danach gekräht“, schimpft Stefan Fink. Er will, wie Prase und Fard, seine Gaststätte auf alle Fälle rauchfrei halten. Zumindest, was den Umsatz beim Essen anbelangt hat, gibt ihm diese Geschäftspolitik recht. „Unser Nichtraucherzimmer war früher immer als erstes ausgebucht.“
Die ödp hat das Volksbegehren in Gang gebracht und bayernweit ein breites Bündnis geschmiedet: SPD, Grüne und Linke unterstützen das Anliegen ebenso wie die Bayerische Landesärztekammer und der Bayerische Apothekerverband. Vor Ort kümmert sich Tanja Pfisterer darum, die Bündnispartner zusammen zu bekommen. Sie hofft darauf, dass Arztpraxen und Apotheken die Plakate aufhängen („es gibt auch welche ohne Namen von Parteien darauf“) und Gaststätten und Kneipen die Werbe-Bierdeckel und -Servietten des Volksbegehrens verwenden. Die Coburger und Kronacher Das Volksbegehren richte sich nicht gegen Raucher, betont Tanja Pfisterer: „Wir sind für Gesundheitsschutz für die Beschäftigten der Gastronomie und dafür, dass die Menschen wieder lieber essen gehen.“ sb

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