Sykonec wächst am Standort Neustadt

09.03.2010     inFranken.de

Wirtschaft Der Hersteller von Systemkomponenten für Solaranlagen hat innerhalb des vergangenen Jahres seine Belegschaft mehr als verdoppelt und will heuer einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe erreichen. Eine Verlagerung ins Ausland ist wegen der qualifizierten Mitarbeiter vor Ort kein Tehma.


Oberbürgermeister Frank Rebhan lässt sich von Anlagenführer Norbert Werner zeigen, wie ein Isolationstest durchgeführt wird, dahinter (von links): Geschäftsführer Götz Illner, Geschäftsführer Thomas Kimmel, Sandra Franz von der Wirtschaftsförderung Neustadt und Fertigungsleiter Steffen Lohse. Foto: Rainer Lutz
Von solchen Nachrichten träumt ein Stadtoberhaupt: Ein Unternehmen lässt sich am Standort nieder und wächst mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit. Oberbürgermeister Frank Rebhan freut sich, dass dies mit der Sykonec GmbH in Neustadt kein Traum sondern Wirklichkeit geworden ist. Jetzt besuchte das Stadtoberhaupt den Hersteller von Systemkomponenten für Photovoltaik-Anlagen in der Austraße.

Als Joint-Venture der beiden Neustadter Unternehmen Gehrlicher AG und Prysmian ging Sykonec im Herbst 2008 mit eigenen Vertriebsrechten und eigenem Marketing an den Start. Anfang vergangenen Jahres waren dort 20 Mitarbeiter beschäftigt. Heute, zwölf Monate später, sind es bereits 50. Der Kurs ist weiterhin auf Wachstum gerichtet, erklärte Geschäftsführer Götz Illner. Ganz so rasch wie im vergangenen Jahr werde der Personalstamm allerdings heuer nicht weiter wachsen. Mit fünf bis zehn neuen Mitarbeitern rechnet Illner allerdings schon.

Sykonec schließt eine Lücke im Bedarfsspektrum von Solaranlagenbauern. Die beiden Partner im Joint-Venture waren sich einig, dass hochqualitative Systemkomponenten auf dem Markt fehlen, die Solarmodule einfach und zuverlässig miteinander verbinden.

In einem ehemaligen Stall in Boderndorf wurden schließlich die ersten Teile von Hand gefertigt. Heute produziert Sykonec mit Maschineneinsatz in einer Halle auf dem früheren Gelände der Firma Siemens Teile, die helfen, die Installationszeit von Solaranlagen zu verkürzen, einen großen Teil von Strangleitungen und Steckverbindungen einzusparen und Leistungsverluste in der Anlage zu verringern. Das junge Unternehmen ist einer der Marktführer in Deutschland und beansprucht 25 Prozent des Marktanteils in Europa.

Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von rund vier Millionen Euro erzielt. Dass Illner sich für das laufende Jahr als Ziel gesetzt hat, den Umsatz in den zweistelligen Millionenbereich zu bringen, zeigt, mit welchem enormen Wachstum die Branche rechnet – auch wenn die gerade von der Bundesregierung gekürzte Förderung für Solaranlagen, die Branche hart treffen wird, wie Illner überzeugt ist.

Oberbürgermeister Frank Rebhan betrachtet Unternehmen wie Sykonec als Segen für die Stadt, bedenke man, dass jährlich nur wenige nennenswerte Unternehmensgründungen im Bundesgebiet von allen Städten und Gemeinden umworben werden. Nach dem Wegbrechen des Siemens-Standortes, sieht Rebhan hier echte Zukunftsperspektiven für Neustadt.

Götz Illner bestärkte die Hoffnungen des Oberbürgermeisters mit einem klaren Bekenntnis zum Standort. Die Verarbeitung der eingesetzten Materialien könne seiner Überzeugung nach in Osteuropa oder Asien in dieser Qualität und mit der geringen Mängelquote nicht bewerkstelligt werden.

Dafür brauche man qualifiziertes und engagiertes Personal, das die beiden Geschäftsführer am Standort Neustadt gefunden haben, wie Götz und Immel einhellig betonten.



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