Der Wasserstrahl schafft härtesten Stahl

07.09.2010     inFranken.de

Wirtschaftsstandort Die Firma Hydrocut in Neustadt bei Coburg, seit fast zehn Jahren am Markt, bietet ihren Kunden eine außergewöhnliche Dienstleistung an: das Schneiden äußerst harter Materialien per Wasserstrahl. "Mit Wasser kann man fast jedes Material schneiden", erklärt Inhaber Thomas Knoch.


Obwohl es "nur" Wasser ist, bietet diese Technik doch Vorteile gegenüber dem Laserschneiden: Der Wasserstrahl verursacht zum Beispiel beim Schneiden keine Mikrorisse im Material.
Wasser wird mit hohem Druck von bis zu 3800 Bar durch eine Düse gepresst. Dabei erreicht der maximal 0,4 Millimeter dünne Strahl etwa Überschallgeschwindigkeit. Mit dieser Technik ist es möglich, unterschiedlichste Materialarten zu schneiden, von Schaumstoff bis zu Saphir.

Die Neustadter Hydrocut hat sich auf das Schneiden von Karbon, Keramik und gehärteten Werkzeugstählen spezialisiert. Materialdicken bis zu 13 Zentimeter schafft der Wasserstrahl. Aus dem vom Kunden gewünschten Material werden beispielsweise Träger für Solarmodule, Turbinenschaufeln, Werkzeuge und verschiedene Kleinteile geschnitten.

Auf der Kundenliste finden sich Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Solar- und Keramikindustrie. Künftig will man sich auch in der Medizintechnik etablieren. "Unsere Kunden sind in ganz Deutschland verteilt, einer ist in Luxemburg", erläutert Firmenchef Knoch.

Im Alter von 41 Jahren wagte Knoch den Sprung in die Selbstständigkeit. Das war 2001, und zunächst arbeitete er "mit ein paar Hilfskräften" in Rödental. Das Geschäft lief, und 2007 ergab sich die Chance zu wachsen: Knoch ersteigerte aus der Insolvenzmasse einer Firma in Neustadt das Firmengebäude mit Fertigungshallen und verschiedenen Räumlichkeiten.

Der Unternehmer investierte mehrere Hunderttausend Euro in Schneidmaschinen, allein im Jahr 2008 lag das Investitionsvolumen bei einer Million Euro. "Von Anfang an ging es nur aufwärts." Heute beschäftigt Knoch elf Mitarbeiter. In diesem Jahr sollen neue Mitarbeiter eingestellt und eine weitere Halle mit einer zusätzlichen Wasserstrahlschneidmaschine ausgestattet werden.




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