Nach der Schule in den Kids Club

21.07.2011   Ort: Coburg  Von: Christian Broßmann  Coburger Tageblatt

Soziales Politikerinnen von CSU und FDP informierten sich über verschiedene Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein Beispiel ist die Betreuungseinrichtung von Brose.


Christine Haderthauer (links) und Michael Stoschek (Mitte) ließen sich von Carlo, Lennart und Tarmino (von links) demonstrieren, welche Experimente man mit rohen und gekochten Eiern machen kann. Foto: Christian Brossmann
"Wo ist denn die Politikerin? Ach da - Hallo!" Ohne Scheu winkte der neunjährige Carlo in die Richtung von Christine Haderthauer. Die bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen besuchte gestern den Brose Kids Club. So heißt die Bildungs- und Betreuungseinrichtung für Kinder von Mitarbeitern des Coburger Automobilzulieferers.
Die CSU-Politikerin ist derzeit auf einer speziellen Tour unterwegs. "Mein Anliegen auf dieser Tour ist, deutlich zu machen, dass es in Bayern hervorragende Beispiele für verantwortungsvolles Unternehmertum gibt." Sie fügte hinzu, dass das Angebot des Brose Kids Clubs ja eigentlich eine kommunale Aufgabe sei.
Das Ziel dieser Einrichtung am Glockenberg sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, erklärte die Leiterin Dorothea Schaufler. Rund 40 Jungen und Mädchen besuchen während der Woche die Mittagsbetreuung im Brose Kids Club. Eine Besonderheit ist, dass die Eltern dieses Angebot auch sehr kurzfristig nutzen können.
Nach einer frei gestaltbaren Spielzeit gibt es Mittagessen. Im Anschluss erledigen die Schüler ihre Hausaufgaben. Dazu werden Gruppen mit maximal fünf Kindern und einer betreuenden Fachkraft gebildet. Sind die Schulaufgaben geschafft, stehen verschiedene Angebote auf dem Programm, zum Beispiel Kochen oder Experimentieren. Die Mittagsbetreuung steht Kindern von Brose-Mitarbeitern aller Hierarchieebenen offen, so dass auch zwischen den Eltern der Austausch möglich ist.
Auch ein Ferienprogramm mit verschiedenen Bildungs- und Kulturangeboten gibt es. Außerdem besuchten im vergangenen Jahr insgesamt 180 Jungen und Mädchen die Brose- Kinder-und-Jugendakademie mit Kursen rund um Naturwissenschaften, Technik, Fremdsprachen und Kunst.
Wesentlich schwieriger ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern behinderter Kinder. Das wurde am Dienstag beim Besuch von Miriam Gruß, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, beim Verein "Hilfe für das behinderte Kind" deutlich. Hans Sommer, Leiter der Heilpädagogischen Tagesstätte, betonte die Wichtigkeit dieser Einrichtung, um Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Hintergrund dieses Appells ist ein Gesetzentwurf zur Inklusion, der im August verabschiedet werden soll. Ein Vorschlag darin lautet, mehr inklusive Schulen zu schaffen, das Angebot an Heilpädagogischen Tagesstätten aber zurückzufahren. "Die Kinder brauchen viele Therapien, und die werden in der Tagesstätte angeboten", so Sommer. Die FDP-Politikerin versprach, darauf hinzuwirken, dass diese Einrichtungen erhalten bleiben.


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Kommentare

 
4  Kommentare  
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Dr_Pflichtfeld - 21.07.2011 21:07    (0)   
 

Na, das sind ja ...
... richtige kleine "Junge Brose-Pioniere"; eine veritable Nachwuchsorganisation, wie wir sie schon mehrfach kannten ... – Ernst Thälmann hätte seine Freude zwinkern

unbekannt - 21.07.2011 16:03    (0)   
 

Schön reden!!!
Hier muss aber auch beachtet werden, in welcher Anstellung man beim Brose ist. Wenn man nur ein kleiner Arbeiter ist, hat man keine Möglichkeit dort sein Kind hinzuschaffen. Dieser Club ist nur was für die besseren Angestellten vom Brose. Wenn ich immer hören bzw. lesen muss, was der Brose für seine Mitarbeiter doch so tolles macht, streuben sich meine Haare nach oben. Auch die Auszeichnung für familienfreundliches Unternehmen ist ein Schlag ins Gesicht für die kleinen Arbeiter. Das Ergebnis wurde wieder nur verschönert. So läuft es doch prinzipiell beim Brose.

Michl77 - 21.07.2011 09:59    (0)   
 

Titelverweigerer
... und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben lang.

waldmensch - 21.07.2011 07:36    (0)   
 

so
So erzieht man sich für die Zukunft Facharbeiter.
Hoffentlich nehmen andere Firmen sich dies Beispiel an. Aber es soll auch vom Staat überdacht werden, denn die Kinder der Nichtbrosianer stehen dann wieder hinten an und werden nicht brauchbar erzogen.

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