Herdan fordert Stadt zu Gesprächen auf

07.02.2012   Ort: Coburg     Coburger Tageblatt

Stellungnahme Die Nachricht, dass die Firma Brose ihre Standorte Bamberg und Würzburg anstelle von Coburg weiter ausbauen will, erfüllt den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Coburg (IHK), Friedrich Herdan "mit großer Sorge".


Friedrich Herdan, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.
In einer Stellungnahme äußerte er gestern zwar auch Verständnis für die Entscheidung der Gesellschafter der Brose-Gruppe, Zukunftsinvestitionen an optimalen Standortbedingungen festzumachen. Dass von den drei Brose-Standorten Coburg, Bamberg und Würzburg zunächst Coburg nicht im Fokus steht, bedauere er aber "außerordentlich".

Die Entscheidung von Brose macht nach Ansicht von Friedrich Herdan "einmal mehr deutlich, wie ausschlaggebend optimale Standortbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen sind und wie stark Wirtschaftsräume zueinander im Wettbewerb stehen". Der Vorgang unterstreiche nachdrücklich die Priorität der Umsetzung baulicher Maßnahmen zur Verbesserung wirtschaftlicher Standortfaktoren in Coburg. Ein paar Dinge seien ja bereits auf den Weg gebracht: der Weiterbau der Staatsstraße 2205 als Verbindung von Coburg über Bad Rodach in den Raum Südthüringen; ein für Mitte 2012 geplanter Bahngipfel, der den ICE-Systemhalt ab 2017 sichern soll; und ein Planfeststellungsverfahren für den Bau eines richtlinienkonformen Verkehrslandeplatzes.

Projekte in der Warteschleife

Doch Friedrich Herdan bemängelt auch, dass einige "vordringliche, standortrelevante, innerstädtische Vorhaben" noch immer in der "Warteschleife verharren" würden: etwa der Bau eines Kongresshotels und der Ausbau des Tagungswesens (Entwicklung des Coburger Südens) sowie die Verbesserung der Parkplatzsituation im Stadtzentrum (Schlossplatztiefgarage). Die IHK würde schon seit längerem "anmahnen", so Friedrich Herdan, diese Projekte voranzubringen; zudem habe sich die IHK bei diesen Themen auch "unterstützend eingebracht".

Entscheidungen zur zeitnahen Umsetzung könnten aber ausschließlich von der Stadt getroffen werden, gibt der Präsident zu bedenken und schreibt in seiner Stellungnahme wörtlich: "Es ist Eile geboten, das Oberzentrum Coburg hat gegenüber den Nachbarstädten ganz offensichtlich Nachholbedarf." Und: "Die Stadtspitze sollte sich unverzüglich um Gespräche mit dem Gesellschafter und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Firma Brose bemühen, mit dem Ziel, das Entscheidungsgremium zum Ausbau des Standorts Coburg zu ermutigen. Es besteht akuter Handlungsbedarf!" Gegebenenfalls, so die leise Hoffnung Friedrich Herdans, bestehe für Coburg noch Gestaltungsspielraum. Und diese Chance gelte es jetzt zu nutzen.

Am Standort fördern

Der Coburger IHK-Präsident fügt auch noch einen grundsätzlichen Appell an: "Es ist meines Erachtens alles daran zu setzen, prosperierende Wirtschaftsunternehmen, wie im exemplarischen Fall die Firma Brose, mit hohem Innovationspotenzial und globaler Ausprägung, am Standort Coburg zu fördern. Permanente Bestrebungen neue Unternehmen für die Region zu gewinnen, dürfen dabei natürlich keinesfalls ins Hintertreffen geraten." os


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Kommentare

 
5  Kommentare  
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Stammbus - 07.02.2012 10:37    (0)   
 

Soll doch Herr Herdan ...
... mal einen Investor und Betreiber für das Kongresshotel benennen. Soll doch Herr Stoschek für das Hotel eine Auslastungsgarantie geben (wie VW in Wolfsburg für das dortige Ritz Carlton). Die Gutachten von Treugast (Hotel, von Stoschek bezahlt) und GHH (Tagungszentrum, von der IHK bezahlt) sind garantiert keine Grundlage, auf der man Investoren / Betreiber und Finanzierung gewinnen kann. Schon vor 40 Jahren wollte die Stadt ein Tagungshotel (dafür wurde bekanntlich die Spindler-Villa abgerissen). Im Übrigen stimme ich den Feststellungen im 2. A>bsatz von Beitrag #2 zu.

waldmensch - 07.02.2012 09:09    (0)   
 

Warum nicht?
In Bamberg ist auch noch das Wetter besser!

Sten_T - 07.02.2012 08:44    (0)   
 

Der Sandkasten
Dass sich (angeblich) erwachsene Männer aufführen, wie die Jungs im Sandkasten mit den Förmchen bis im Zweifel der Sandkasten draufgeht - sprich: eine ganze Region drunter leidet, ist doch kaum zu glauben...

Was auch immer zwischen den einstigen Kumpels Kastner und Stoschek vorgefallen ist - wie Erwachsene könnte man damit schon umgehen.

Stattdessen lässt Kastner statt einer von der (knappen) Mehrheit gewünschten Halle am Anger sein Prunkstück auf der Lauterer Höhe errichten (nur weil das "neue Innenstadtkonzept" von Stoschek massiv beeinflusst wurde) und Stoschek lässt auch auf Teufel komm raus nichts unversucht, Kaster an der Karren zu fahren - zum Beispiel mit 'ner Pappkameradin, die bei der letzten Wahl als genau das durchfallen musste oder der ewigen Drohung, jetzt aber ganz bestimmt das Werk zu schließen, weil Coburg eine so miserable Infrastruktur und so unbrauchbare Schulen hat (bei der letzten Bildungsstudie deutschlandweit ja "nur" auf Platz 1).

Sagen wir so: Erwachsene sollten vielleicht zusehen, sich (notfalls unter Zuhilfenahme alkoholischer Getränke) so zusammenzuraufen, dass nicht wegen ihrer Kindereien eine ganze Region unter die Räder kommt - allein das dauernde Schlechtreden von Coburg hat wahrscheinlich schon mehr als die 2.500 Arbeitsplätze von Brose hier gekostet.

Also Kinder - vertragt Euch mal wieder... Hat niemand was davon, Euch täglich gegen's Schienbein zu treten...

JesusVonNazareth - 07.02.2012 08:05    (0)   
 

Die Herdan- und Stoschek-Clique macht sich lächerlich!
Wie lächerlich!
Ich bin zwar wahrlich kein Anhänger mehr von Kastner und würde ihn rückblickend auch sicher nicht mehr wieder wählen (dafür hat er mir in den letzten jahren zu viel Mist gebaut und zu viel geredet als endlich mal die ewig angekündigten Projekte (Post-EKZ, Kongresszentrum etc.) anzupacken).

Aber jedem, der ein bisschen Grips hat, ist klar, dass es sich bei dieser Brose-Aussendung eher um ein weiteres Kapitel der persönlichen Fehde zwischen Stoschek und Kastner handelt und wahrscheinlich um ein Druckmittel, den Verkehrslandeplatz zu bauen.
Insbesondere die angeblich negativen Punkte "Bildung" und "Verkehr" kann ich nicht nachvollziehen. Coburg als Schulstadt mit zig Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen, Förderschulen,G rundschulen, FOS, BOS, Berufsschulen und zwei Hochschulen braucht sich hier sicher nicht vor anderen Städten zu verstecken, insbesondere nach den zig Millionen Euro, die in den letzten Jahren investiert wurden. Das Ernestinum z.B. gehört mit seiner baulichen und auch räumlichen Ausstattung (elektronische Tafeln etc.) sicher zu einem der modernsten Gymnasien in der Region.
Weiterhin ist es sehr merkwürdig, dass man den "Verkehr" als Kritikpunkt nennt. Jahrzehntelang war Coburg als Grenzland ohne wichtige überregionale Anbindung gut genug für Brose, und jetzt, da die A73 fertiggestellt ist und in 5 Jahren der ICE kommmt, soll die Anbindung auf einmal UNZUREICHEND statt bedeutend besser sein!? Schwachsinn!

Der Schuss kann übrigens auch nach hinten losgehen: Mit dieser Taktik riskiert Stoschek, dass der neue Verkehrslandeplatz nun gar nicht kommt, wenn jeder im Glauben ist, dass Brose hier eh nicht mehr weiter wachsen will - dann würde ja auch der Flugplatz nicht mehr so nötig gebraucht!

Melvin - 07.02.2012 07:43    (0)   
 

Als Herr Herdan das letzte Mal in der Zeitung war,
da lautete sein Tagesbefehl noch Sparen, Sparen, Sparen!
Und jetzt soll wohl die Stadt Kongresshotel unter Tiefgarage bauen, oder was? Wie eine Schlossplatztiefgarage Brose zum Bleiben überreden soll, das entzieht sich meiner Vorstellungskraft!

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