"Der Frauentag ist kein Nischengedenktag"

09.03.2010     inFranken.de

Eröffnung Die Ausstellung "Da muss ich erst meinen Mann fragen?!" beschäftigt sich mit Frauenrechten einst und jetzt. Das Aktionsbündnis zum Frauentag und Landrat Michael Busch eröffneten am Montag die Präsentation im Coburger Landratsamt.


Zum 20-jährigen Bestehen des Arbeitskreises gab es natürlich auch eine Geburtstagstorte (von links): Ulrike Heinze-Zelger, Tanja Bächer-Sürgers, Susanne Müller, Brigitte Maisch, Gabriele Morper-Marr, Barbara Kammerscheid und Heidi Schunk. Foto: Carsten Höllein
Auf dem Papier haben Frauen und Männer gleiche Rechte und Pflichten – doch Papier ist geduldig. Einst kämpften Frauenrechtlerinnen für das allgemeine Wahlrecht, für freien Zugang zu Schulen und Universtäten und für partnerschaftliches Miteinander mit den Männern. Vieles davon ist erreicht und mittlerweile selbstverständlich. Dennoch liegt noch Vieles im Argen: So erhalten Frauen für die gleiche Arbeit auch heute noch weniger Lohn als Männer.

Die Ausstellung "Da muss ich erst meinen Mann fragen?!" beschäftigt sich mit Frauenrechten einst und jetzt. Das Aktionsbündnis zum Frauentag und Landrat Michael Busch eröffneten die Präsentation im Landratsamt. Dort ist sie bis Freitag, 19. März, während der Öffnungszeiten im Foyer zu sehen. Dem Besucher gibt sie Antworten auf Fragen, etwa: seit wann Frauen ohne männliche Zustimmung einen Arbeitsvertrag unterschreiben dürfen, wie viele Nobelpreisträgerinnen für Medizin aus Deutschland kommen und was der Begriff der "Hausfrauenehe" bedeutet.

Idee, Konzept, Texte und Grafik der Wanderausstellung stammen von den beiden Kulturwissenschaftlerinnen Sibylle Schmidt Lawrenz und Regine Sdrazalek. Gemeinsam entwickelten sie die Schautafeln mit dem Frauennetz Memmingen und der dortigen Frauenbeauftragten.


Hartnäckigkeit hat sich gelohnt


"Da muss ich erst meinen Mann fragen?!" zeigt, wie wichtig weiterhin die Anliegen der Gleichberechtigung seien, so Busch. "Deshalb ist der internationale Frauentag kein Nischengedenktag, kein Relikt aus einer Zeit, in der Frauen noch nicht wählen oder nicht ohne die Erlaubnis ihres Ehemanns berufstätig sein durften." Stolz wies Busch drauf hin, dass der Landkreis Coburg vor 20 Jahren als einer der ersten in Bayern mit Gudrun Gropp eine Gleichstellungsbeauftragte berufen habe. Die hartnäckige Arbeit habe sich gelohnt. In Zusammenarbeit mit der Kollegin aus der Stadt Coburg ging die Gleichstellungsstelle Ziele wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erhöhung des Frauenanteils in Gremien und Verwaltung oder Projekte wie den "Girls’ Day" an.

Aber nicht nur auf 20 Jahre Gleichstellungsarbeit können die Stadt und der Landkreis Coburg zurückblicken. Ebenfalls zwei Jahrzehnte besteht ein Aktionskreis aus verschiedenen Institutionen und Organisationen (AsF Coburg-Land, Verdi, Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Gleichstellungsstellen), das alljährlich Veranstaltungen zum internationalen Frauentag am 8. März plant und ausrichtet.




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