Parkplätze oder Kinder?

12.03.2010     inFranken.de

Ortstermin Fünf Stadträte wehren sich gegen die Vorwürfe der TSG, ihr Verein werde mit dem Wegfall von Stellflächen bei der Turnhalle der Creidlitzer Schule zerstört.


Bei der Creidlitzer Kirche gibt es etwa 20 Parkplätze. Von dort läuft man nur wenige Minuten zur Turnhalle der Schule. Das haben Stadtjugendpfleger Ulrich Schmerbeck (Zweiter von rechts) sowie die Stadträte Frank Völker, René Boldt, Wolfgang Weiß. Adelheid Frankenberger und Horst Seufert (von links) getestet. Der Floriansweg ist inzwischen auch gut ausgeleuchtet. Fotos: Helke Renner
Der Kinderstadtrat von Creidlitz hat spontan reagiert und den erwachsenen Stadträten, die sich gestern zum Ortstermin an der Grundschule getroffen haben, ein Blatt mit Unterschriften überreicht. Damit bedanken sich die Schüler für den Beschluss, ihren Pausenhof umzugestalten. Eine bessere Bestätigung hätten Adelheid Frankenberger (SPD), Frank Völker (CSU), Wolfgang Weiß (Bündnis 90/Die Grünen), René Boldt (Junge Coburger) und Horst Seufert (Bürger bewegen Coburg) nicht bekommen können.

Denn sie sind richtig sauer, weil sie indirekt durch die TSG Creidlitz dafür angegriffen wurden, dass sie sich für die Umgestaltung des Pausenhofs eingesetzt hatten (Tageblatt vom 9. März). TSG-Vorsitzender Robert Krauß, der Vorstand und die Mitglieder hatten sich in der Hauptversammlung darüber beklagt, dass durch die Umgestaltung Parkplätze für die Sportvereine und den Musikzug verloren gehen und dass sie in die Planung nicht mit einbezogen worden seien.


Verein war einbezogen


"Das ist einfach nicht wahr", schimpft Adelheid Frankenberger. Der Vereinsvorsitzende sei sehr wohl involviert gewesen, aber es habe im Vorfeld keine Reaktion von der TSG gegeben. Auch die Behauptung, die Turn- und Sportgemeinschaft werde wie ein Vorstadtverein und damit nur am Rande behandelt, weisen die Stadträte zurück. "Jeder weiß, dass Adelheid Frankenberger und ich uns immer für die TSG eingesetzt haben", sagt Frank Völker.

Horst Seufert kann es nicht fassen, dass die Vereinsmitglieder anscheinend nicht an die Kinder denken. Die Schüler haben bisher über der Turnhalle nur wenig Raum für die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung. "Das Geschirr muss teilweise auf dem Boden abgestellt werden – ein unhaltbarer Zustand."

Dass sich da etwas tun müsse und dass die Kinder im Außenbereich bessere Bedingungen für die Pausengestaltung brauchen, sollten auch die TSG-Mitglieder verstehen können. Bisher hängt der Basketballkorb über den Müll-Containern. "Die TSG aber möchte den Raum, der für die Mittagsbetreuung umgebaut wird, und die Parkplätze auf dem Hof für sich behalten."

Bürgervereinsvorsitzender Günter Becker versteht die ganze Aufregung nicht. Es seien am Abend immer noch genug Parkplätze für die Vereine da. Er verweist auf die Stellplätze für die Lehrer, die am Nachmittag und Abend frei sind und die Parkflächen bei der Kirche. "Rund 200 Meter Fußweg von dort zur Turnhalle sind wohl zumutbar." Und wenn der Musikzug Instrumente ausladen müsse, dann könne kurzzeitig auch vor der Halle geparkt werden.

Um sich einen Eindruck zu verschaffen, ob man von den Vereinsmitgliedern verlangen könne, ihre Fahrzeuge bei der Kirche abzustellen und zur Schule zu laufen, testen das die Stadträte. Das Ergebnis: Für den Fußweg brauchen sie nur wenige Minuten. Und der Floriansweg zur Kirche hin ist inzwischen auf Bitte der Kinder auch gut ausgeleuchtet.

Mahr dazu im Tageblatt



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