Coburg steht für die Einheit

11.06.2010     inFranken.de

Jubiläum Vor 150 Jahren wurde in Coburg das erste Deutsche Turn- und Jugendfest gefeiert. Daran erinnern an diesem Wochenende der Deutsche Turnerbund sowie die Stadt und die Vereine der Region.

Vor 150 Jahren hat Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha die Turner aus 31 deutschen Staaten auf der Veste empfangen. Am Freitag erwiesen ihm die Turner erneut ihre Reverenz: Denn dem national-liberal gesinnten Coburger Herzog haben sie es zu verdanken, dass sie sich in Coburg treffen und den Grundstein für eine deutschlandweite Vereinigung legen konnten.

Daran erinnerten Oberbürgermeister Norbert Kastner, Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer und der Vorsitzende des TV 1848, Helmut Liebkopf, und legten einen Kranz am Sockel des Reiterdenkmals Ernst II. im Hofgarten nieder. Ernst II. habe Mut und Rückgrat bewiesen, sagte Kastner. Nur wenige der deutschen Fürsten waren so liberal gesinnt wie der Coburger Herzog und forderten offen ein geeintes Deutschland.

Daran erinnerte einige Schritte weiter auch Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turnerbundes. Er enthüllte gemeinsam mit OB Kastner eine Gedenktafel an der Reithalle. "Coburg - Stadt mit Turngeschichte: 1998 - erster großer Deutschlandpokal Mehrkampf. 2010 - 150-Jahrfeier zum deutschen Turn- und Jugendfest" steht da in Stein gemeißelt, und es ist noch Platz für weitere Zeilen. "Coburg war eine offene, freie, liberale Stadt, die dieses Fest ermöglicht hat", sagte Brechtken. Damals ging es um die Einigung Deutschlands, heute gehe es um die "Einheit nach innen und den sozialen Frieden". Die Turnvereine würden überall dazu beitragen, die soziale Zusammenarbeit in den Gemeinden zu organisieren. Insofern sei das Jubiläum auch ein Auftrag an die Gegenwart.

Die Einheit der Turnvereine zeigten auch die beiden Spielmannszüge der TSG Creidlitz und des TV Neuses, die, verstärkt um einige Fanfarenbläser aus weiteren Vereinen, gemeinsam aufspielten. Von der Reithalle formierte sich der Zug mit zahlreichen Fahnenabordnungen zum Marktplatz, wo OB Kastner die Turner offiziell begrüßte. Coburg verstehe sich noch heute als Turnerstadt, betonte der OB. In den Turnabteilungen der Sportvereine seien rund 4000 Mitglieder registriert.

Besonderer Beifall galt den Helfern vom TV 1848, die das Festwochenende organisiert haben. Sie verteilten zum Abschluss Fahnenbänder an die fast 40 Vereinsabordnungen. Diese kamen zum großen Teil aus Coburg und der nähren Umgebung. Aber auch aus Stockheim, Ammerndorf, Hanau und Frankfurt waren Delegationen gekommen. Am Samstagabend, 19 Uhr, findet eine Turngala in der Dreifachsporthalle am Anger statt.




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