Im Jubiläumsjahr droht der erste Abstieg

09.03.2010     inFranken.de

Handball Der HSC Coburg steht als Tabellenletzter der 2. Handball-Bundesliga Gruppe Süd mit dem Rücken zur Wand. Der neue Trainer Raimo Wilde glaubt aber trotzdem an sein Team: "Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass wir den Klassenerhalt schaffen können, hätte ich die Aufgabe nicht angenommen."<?ZP>


"Bye bye Regionalliga – Let’s go Bundesliga" – die HSC-Fans waren beim Aufstieg in die 2. Liga aus dem Häuschen. Jetzt drücken sie die Daumen, damit die Coburger Handballer schnell vom Tabellenende der 2. Bundesliga Süd wegkommen. Schließlich wollen sie nächstes Jahr in der neuen Ballsporthalle wieder Profi-Handball sehen und keinen drittklassigen Sport. Foto: Hagen Lehmann
Wilde zählt zu den Zweckoptimisten. Es gibt aber auch viele Handballfreunde, die befürchten, dass das Zweitliga-Schlusslicht den Abstieg nicht mehr entgehen kann und nächstes Jahr in der neuen Coburger Ballsporthalle auf der Lauterer Höhe nur noch drittklassigen Handballsport bieten kann.


Einige Verträge gelten nur für die 2. Liga


Für die einen wäre der Abstieg der "Super-Gau", die Folgen sportlich und finanziell nicht absehbar. Doch es gibt durchaus Stimmen, die einem sportlichen Abstieg auch gute Seiten abgewinnen. Nicht nur weil der eine oder andere teuere Profivertrag dann auslaufen würde, weil er nur für die 2. Liga Gültigkeit besitzt, sondern es gibt auch die Möglichkeit, nächstes Jahr als Regionalligist den Sprung in die eingleisige 2. Liga zu schaffen. Und genau dieses Ziel strebt der Fusionsverein bekanntlich an – allerdings wäre der "Umweg" über die Regionalliga-Meisterschaft sehr steinig.


Meister werden und Relegation gewinnen


Denn um sportlich wieder nach oben zu kommen, wäre ein Kraftakt in der Saison 2010/2011 notwendig. Die Spielklassenreform, über die das Tageblatt bereits ausführlich berichtete (5. Januar) und die in der nächsten Saison auch in der 2. Liga greift, hat nämlich auch Auswirkungen auf die Regionalligen:

Aus den derzeit fünf Regionalligen werden ab der Saison 2010/2011 vier 3. Ligen als neuer Unterbau der ein Jahr später eingleisigen zweiten Liga gebildet. Um sich dafür zu qualifizieren, müssen alle Regionalligisten bereits in der laufenden Saison mindestens Platz zehn erreichen, sonst steigen sie ab.

Erst ab der Saison 2011/2012 steigen die die vier Meister der vier 3. Ligen direkt in die 2. Bundesliga auf. Anders ist die Situation im Jahr 2011 – da wird eine zusätzliche Relegationsrunde fällig. Die vier Meister der 3. Ligen können nicht direkt rauf, sondern müssen nachsitzen!

Es werden dann zwei Gruppen gebildet, die eine einfache Runde (ein Heimspiel pro Team) spielen. In der Gruppe 1 spielen der Tabellenzehnte der 2. Bundesliga Nord nach der Saison 2010/11 sowie die beiden Meister der nördlichen Staffeln der 3. Ligen. In der Gruppe 2 spielen der Tabellenzehnte der 2. Bundesliga Süd sowie die beiden Meister der südlichen Staffeln der 3. Ligen.

Nur der jeweilige Gruppensieger qualifiziert sich für die erste Saison der eingleisigen 2. Bundesliga, die dann (ab der Saison 2011/2012) mit 20 Teams spielen wird. Die ersten drei der Tabelle steigen ab 2012 direkt in die 1. Bundesliga, die letzten vier Mannschaften in die 3. Ligen ab.

Das bedeutet im Falle eines Abstieges der Coburger, dass die "Vestestädter" in der nächsten Saison in der 3. Liga nicht nur die Meisterschaft erringen müssten, sondern auch erster in ihrer Relegationsrunde werden müssen.

Extrem hart wird der Kampf um den Klassenerhalt in den 3. Ligen, denn immerhin müssen nicht weniger als 16 Mannschaften aus den beiden 2. Bundesligen aufgenommen werden. Deshalb steigen ab Platz zehn in jeder der vier 3. Ligen 2011 alle Mannschaften ab. Das sind insgesamt 26 Teams.


Klassenerhalt aus eigener Kraft möglich


Noch sind das aus Sicht des HSC 2000 Coburg alles Zahlenspielerein, denn noch kann die in dieser Saison arg gescholltene Mannschaft aus eigener Kraft in den verbleibenden elf Spielen den Klassenerhalt schaffen. Das heißt, die Mannschaft muss nach dem letzten Spieltag am 22. Mai 2010 den 16. Tabellenplatz belegen.

Damit wären dann auch die Voraussetzungen geschaffen, um in der nächsten Saison mindestens Zehnter in der 2. Liga Süd zu werden und so in die eingleisige 2. Bundesliga zu kommen.


Hintertürchen: Zwei Teams schon "weg"


Ob es noch ein Hintertürchen für den HSC gibt, diese Etappenziele auf dem Weg in die 1. Bundesliga (Fernziel) zu erreichen, ist derzeit unklar. Da mehrere HBL-Vereine nämlich wieder einmal zum Teil erhebliche finanzielle Probleme haben oder mit dem Gedanken spielen, zu fusionieren, ist auch in dieser Saison nicht ausgeschlossen, dass sich die Zahl der Absteiger reduziert. Zwangsabsteiger oder Vereine, die freiwillig zurückziehen, sind nicht ausgeschlossen.

In der 2. Bundesliga, Gruppe Nord stehen die beiden Absteiger beispielsweise schon fest: Der HSV Hannover meldet nächste Saison nicht mehr für die 2. Liga. Weil einer der zwei Hauptsponsoren zurückgezogen hat, ist das Geld knapp geworden.

Und auch die Ahlener SG spielt künftig nicht mehr in der 2. Liga. Der Zusammenschluss mit dem Nord-Spitzenreiter ASV Hamm zur HSG Ahlen-Hamm sieht vor, dass die künftige HSG Ahlen-Hamm in die 1. Liga aufsteigt und die zweite Mannschaft in der Regionalliga spielt. oph/rbi



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