Katharina Wagner überdenkt Zukunft in Bayreuth

05.02.2012   Ort: Bayreuth     

Oper Bei den Festspielen 2009 trat Katharina Wagner erstmals gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier als Führungs-Duo in Bayreuth auf. Die Frage, ob sie diese Rolle auch nach ihrem Vertragsende 2015 ausfüllen wird, will sie derzeit nicht beantworten.


Wagner-Urenkelin Katharina Wagner Foto: dpa
Wagner-Urenkelin Katharina Wagner lässt nach der Hälfte ihrer Amtszeit ihre Zukunft als Leiterin der Bayreuther Festspiele offen. "Ich kann heute noch nicht definitiv sagen, ob ich weitermachen will oder nicht", sagte Wagner der "Welt am Sonntag". Sie konzentriere sich derzeit nur auf die Jubiläumsfestspiele 2013, bei denen der 200. Geburtstag Richard Wagners gefeiert wird. "Danach schaue ich mir in Ruhe die Konstellation an und denke darüber nach, ob es für mich sinnvoll ist. Will ich vielleicht in Zukunft wieder mehr Regie führen? Wie sieht es bei mir privat aus? Das sind alles Fragen, die ich erst einmal für mich selber beantworten muss."

Trotz der Negativschlagzeilen des vergangenen Jahres habe sie nie an Rücktritt gedacht. "Ich habe einen Vertrag bis 2015 und werde das auch so lange machen. Wer in der Öffentlichkeit steht, muss Kritik aushalten. Und auch Ungerechtigkeiten", sagte Wagner. "Wenn man nicht weiß, dass das auf einen zukommt, und nach einer etwas ungemütlichen Saison einfach hinschmeißt, wäre man wirklich unfähig."

Unterdessen plant Wagner, künftige Festspiel-Aufführungen live in Kinos übertragen zu lassen. "Wir arbeiten derzeit an Vereinbarungen mit mehr als hundert Kinos, über die ganze Republik verteilt", sagte sie in dem Interview. Auch mit Kinos in der Schweiz, in Österreich und Großbritannien stehe sie in Kontakt. "So können mehr Menschen als je zuvor ein Bayreuth-Erlebnis haben."

Bislang hatte es in Bayreuth ein Public Viewing gegeben. Die Live-Übertragung einer Wagner-Oper auf Großleinwand auf dem Bayreuther Volksfestplatz hatte das Unternehmen Siemens als Sponsor unterstützt, sein Engagement aber aufgekündigt. "Siemens hat sich bei uns mit einem immensen Betrag engagiert. Einen Sponsor zu finden, der mit einer ähnlich großen Summe einsteigt, hielt ich für relativ unwahrscheinlich." Die Kinoübertragungen sollen durch die Eintrittskarten refinanziert werden - Wagner rechnet hier mit einem Eintritt von 27 bis 32 Euro: "Ich denke, das ist absolut vertretbar für fünf Stunden Oper plus exklusives Pausenprogramm." dpa


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