Wieder zwei Farbanschläge auf Gedenktafeln

05.09.2011   Ort: Bamberg  Von: Tim-Niklas Kubach  Fränkischer Tag

Beschädigung Die Taten sind nach Polizeiangaben vermutlich links-motiviert. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere hundert Euro.


Rund ein Liter Farbe lief laut Polizei an der Tafel an der Unteren Brücke über den Sockel, die Sandsteinmauer und den Gehweg. Foto: Kubach
Ein riesiger blauer Fleck fällt auf der Unteren Brücke an der Gedenktafel für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges ins Auge. Ausgeführt wurde der Farbanschlag in der Nacht zum Montag. Auch die Gedenktafel für Claus Graf Stauffenberg im Torbogen des Alten Rathauses wurde zum wiederholten Mal Ziel eines Farbanschlags. Unbekannte Täter haben die Steinplatte, die Stauffenberg als "Symbol des deutschen Widerstandes" ehrt, mit einem Farb-Ei beworfen.

Auch wenn Farbe und Vorgehensweise bei beiden Anschlägen unterschiedlich sind, ist ein Zusammenhang zwischen den Anschlägen wegen derselben Tatzeit nicht auszuschließen, sagt Kriminaloberkommissar Uwe Nitsche. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatten Unbekannte beide Gedenktafeln mit den Worten "Nazi Dreck" besprüht. Diese Taten ordnete die Polizei ebenfalls dem linken Lager zu. Der Schaden beläuft sich diesmal nach Nitsches Schätzungen im Falle der Stauffenberg-Gedenktafel auf einige hundert Euro. An der Unteren Brücke könnte der Schaden wegen der großflächigen Verschmutzung sogar in den vierstelligen Bereich gehen, so Nitsche.

Die Pressesprecherin der Stadt Bamberg, Ulrike Siebenhaar, zeigt sich entsetzt: "Das ist ein riesiger Schaden, weil das Gebäude und die Brücke betroffen sind." Der neue Anschlag sei auch deswegen so ärgerlich, weil erst letzte Woche der Schaden des letzten Farbanschlags auf der Tafel von einem Kunstsachverständigen beseitigt worden sei. Die Schäden durch Vandalismus in Bamberg verursachten mittlerweile Kosten "die in die Zigtausende gehen", stellt Siebenhaar verärgert fest.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen: "Momentan befinden wir uns noch in der Tatbestandsaufname und Spurensicherung. Es gibt keine Hinweise, aber wir gehen von einem politisch motivierten Hintergrund aus", erklärt Kriminalhauptkommissar Andreas Dechant auf Anfrage. Er betont auch, dass es angebracht sei "eine Videoüberwachung bei der Stadt anzuregen".

Ulrike Siebenhaar von der Stadt Bamberg sieht den Vorschlag als richtigen Vorstoß: "Das wird vermutlich der Weg sein, da es sich ja hier mittlerweile um einen Brennpunkt handelt." Erst vor etwa einem Monat war die Gedenktafel für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs an der Unteren Brücke Ziel eines Farbanschlags geworden.

Bei Farbanschlägen werden Flaschen, Plastikbeutel, Luftballons oder Hühnereier mit Farbe gefüllt und dann als Wurfgeschoss benutzt. Die Beschmutzung dient als Zeichen der Verachtung. Oft geht damit ein nicht unerheblicher Sachschaden einher. Vor allem in rechts- und linksextremen Kreisen ist der Farbanschlag ein beliebtes Protestmittel, zumal die Täter in den meisten Fällen nur schwer zu ermitteln sind. In den letzten zwei Jahren gab es in Bamberg mindestens neun solcher Anschläge. Die Ermittlungen liefen bei allen Fällen ins Leere, sagt Kriminaloberkommissar Nitsche.

Jedoch sei eine Sache sicher: "Es gibt in Bamberg definitiv zwei Gruppen, eine rechte und eine linke, die, so kommt es mir vor, immer schön im Wechsel irgendwelche Sachen beschmieren." Nach Paragraph 304 des Strafgesetzbuches ist ein Farbanschlag auf ein "öffentliches Denkmal" eine "gemeinschädliche Sachbeschädigung". Diese kann mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Auch der Versuch ist strafbar.

Zu den Farbanschlägen bittet die Kripo Bamberg um sachdienliche Hinweise unter Telefon 0951/9129-491.
Die Stadt Bamberg hat für Hinweise, die zur Ergreifung von Tätern führen, eine Belohnung von 50 Euro ausgelobt - wie in allen Fällen von Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum.


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Kommentare

 
14  Kommentare  
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aufgemerkt - 07.09.2011 21:51    (0)   
 

Das Ausmerz-
Konzept entspringt der kommunistischen Irrlehre mit Beginn von Karl Marx.
Der nationale Sozialismus hat es dann ( dem Holodomor- Völkermord oder Erschließungsaufträgen Stalins gemäß ) den internationalen Sozialisten nachgemacht.
Auch damals wurden durch Sozialisten erst Verhöhnungen und Beschädigungen durchgeführt. Sie endeten in Erschließungen der eigenen Bevölkerung nach Quoten.
NIEDER MIT ALLEN SOZIALISTEN !!! ( die nichts als Völkermord vorzuweisen haben, weil sie gegen die Natur einen neuen Menschen schaffen wollten )

FILM ansehen, den nur die Systemmedien in Deutschland wieder verschweigen:
auf youtube:
''die Sowjet Story- deutsch''

AndreasStenglein - 07.09.2011 15:28    (0)   
 

Auch einmal ums Eck denken
Dass die Polizei von einem politisch motivierten Hintergrund ausgeht und erklärt, dass die Taten vermutlich links-motiviert seien, ist - weil es dafür keine heiße Spur gibt - befremdend. Genauso gut könnte jemand sagen, dass die Täter aus deutsch-nationalen Kreisen kommen und solche Anschläge verüben, um die Linksorientierten zu diskreditieren.
Schon im Dezember letzten Jahres wurden die damaligen Taten dem linken Lager zugeordnet. Damals wurde nichts aufgeklärt, heute ist noch nichts aufgeklärt.
Beide Gedenktafeln sind problematisch, sowohl die für die gefallenen Soldaten als auch die für Stauffenberg. Für die gefallenen Soldaten ist der Platz eigentlich nicht geeignet und für Stauffenberg ist eine Gedenktafel in Bamberg von Haus aus fehl am Platz. Deswegen heißt das jedoch nicht, dass die Gedenktafeln - egal von wem - beschmiert werden dürfen.

aufgemerkt - 06.09.2011 17:34    (0)   
 

Höchste Zeit
den ''Kampf gegen rechts'' und den ''Aufstand der Anständigen'' zu intensivieren und die bisherigen staatlichen Programme ( also Steuermittel ) in dreistelliger Millionenhöhe in Milliarden- Beiträge umzumünzen:
Denn dieses gleichgeschaltete Idiotentum,
das nur Phrasen statt historischer Aufklärung kennt, nur Mitläufertum statt individuelles Denken duldet, angeblich für Toleranz und gegen Benachteiligung von Randgruppen sich einsetzt,
hat die neue Diktatur, in der alles, was von der ''linken Norm'' abweicht, auch mit Gewalt verfolgt und über den Tod hinaus beschmutzt wird, erst möglich gemacht:
Nichts neues also zu '33-
Die Antifa- Idioten merken nur nicht, dass sie dem Staat sehr von Nutzen sind, in der Vorbereitung der neuen Überwachungs- und Meinungsdiktatur Sklaven- und Idiotendienste verrichten zu dürfen.

lugim - 06.09.2011 11:27    (0)   
 

Politischer Hintergrund oder Ziele?
jeder der etwas Ahnung und Hintergrundwissen in der Politik bei uns hatt der müsste wissen, dass man seine Politischen Interressen in einer Organisation oder Partei durchsetzen muss UM ETWAS ZU ERREICHEN statt mit Vandalismus und Zerstörung Steuergelder und damit ja das verdiente Geld ordentlicher Bürger zu verschwenden obwohl es der Staat und die Stadt ja eh nicht mehr "so dicke" haben.
Aber für mehr öffentliche Sicherheit in ganz Bamberg wäre die einrichtung eines Videoüberwachungssystems für die großen öffentlichen Plätze und mehr Polizeistreifen (auch für den Landkreis) von Vorteil.
Die Statistik Zeigt das ein recht gut aufgestellte Polizei wie in Oberfranken viel mehr Sicherheit leisten kann als die permanent unterbesetzte Berliner Polizei... aber wir müssen trotzdem mehr aufstocken für bessere Sicherheit!
Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten!

Guy_Fawkes - 06.09.2011 21:07    (0)   
 

von wegen
jaja, immer wieder dasselbe "Argument" - wer nichts zu verbergen hat usw.
Das ist völliger Blödsinn und schon zigmal wissenschaftlich widerlegt worden; wer sich beobachtet fühlt, verhält sich anders, ganz egal ob er was angestellt hat oder nicht. Kann man auch im Selbstversuch testen: Einfach mal im Geschäft oder sonstwo eine Kaffeekasse aufstellen und das Geld nach 2 Wochen zählen. Dann ein Bild mit einem Beobachter drüber hängen und nach noch mal 2 Wochen wieder zählen. Im Schnitt ist dreimal mehr Geld drin...oder anschaulicher: Einfach mal die Putzfrau am Autobahnklo fragen, warum sie die ganze Zeit da sitzt.
Kameraüberwachung schränkt die Freiheit jedes Bürgers ein, verlagert die Kriminalität aber lediglich an andere Orte.

lugim - 07.09.2011 17:19    (0)   
 

Können sie mir begründen
...wenn Kameras und stärkere Polizeipräsenz die Kriminalität schon an andere Orte verdrängen, warum sollten diese Orte denn dann nicht auch unter die Fitiche der Ordnungshüter genommen werden? Klar fühlt man sich beobachtet aber wer nichts anstellt, wird damit bald kein Problem haben da ihm ja nichts Angestelltes nachgewiesen werden kann! In anderen Ländern sind in Städten CCTV Systeme zu hauf installiert und es patroliert mehr Polizei und es gibt Beweise das dies zur Sicherheit der Bürger beiträgt- klar eine Viedeokamera allein kann den UBahn Schläger nicht von seiner Tat abhalten, aber eine Bahnhofsstreife, die in ihrer Zentrale vielleicht erst auf dem Monitor sieht was passiert dem Opfer helfen, die Täter verhaften und dem Täter, mithilfe der Videoaufzeichnung die Tat genau nachweisen kann! Grünen Fraktionsvorsitzender Tretin sagte heut im Bundestag man sollte mehr überwachen, aber nicht alles... sein Hauptanliegen sind aber mehr Sicherheitskräfte und somit auch mehr Menschen mit Arbeitsplatz für unsere Sicherheit!

Guy_Fawkes - 07.09.2011 21:21    (0)   
 

Kontra
Natürlich kann ich: Weil die logische Konsequenz aus Ihrem Vorschlag ist, in jedem Zimmer eine Kamera zu installieren und jeden Schritt jeden Bürgers zu überwachen.
Dadurch hat man dann zwar unbestritten maximale Sicherheit, aber der Preis dafür ist die Freiheit - und das ist mir diese Sicherheit nicht wert.

Und was diese Farb-Attacken angeht: Die Schmierfinken kriegt man früher oder später schon noch, auch ganz ohne Kamera.

lugim - 09.09.2011 15:08    (0)   
 

Sie verstehen mich
...völlig falsch! Ich plädiere nicht für eine Vollständige Überwachung und den daraus resultierenden Freiheitsentzug, sondern nur für die bessere Bewachung öffentlicher Bereiche mit einer optimalen Mischung aus Technik und Ordnungshütern für mehr Sicherheit, weniger Vandalismus, weniger Gewalt gegen Personen in der Öffentlichkeit!

bpquax - 06.09.2011 08:54    (0)   
 

Das sind armselige hirnlose Schmierfinken
und feige obendrein

unbekannt - 06.09.2011 08:51    (0)   
 

Ergänzung
Personal kostet nicht soviel wie Schaden verursacht wird. Für 400.- Euro kann man eine Profi-Bewachung (rund um die Uhr) für 8 Tage bezahlen und normale Bürgerstreifen (Teilzeit) einen ganzen Monat.
Man sollte sich zumindest über eine testweise Einführung Gedanken machen.
Was ist eigentlich aus unseren ehrenamtlichen Streifen geworden? Abgesehen davon daß diese eigentlich nur optisch was brachten und von den heutigen Tätern nicht ernst genommen werden, so war es zumindest hilfreich bei ängstlicheren Typen und manche Bürger fühlten sich tatsächlich sicherer.
An die Farbbeutelwerfer:
Tolle Farbe aber ihr erreicht (wenn das politisch gemeint war) damit das Gegenteil. Dadurch werden die Leute doch erst aufmerksam auf das Ganze. Schon mal was von Negativwerbung gehört?
Außerdem sollte man Parolen hinschreiben damit man weiß um was es eigentlich geht...ansonsten ist das alles hirnloser Quatsch. Seht lieber dazu daß ihr die (ihr wißt schon) stürzt. Mann oh Mann...im Osten erreicht die NPD 33 Prozent und ihr schmeißt Farbbeutel (Kopfschüttel) [Gilt nur wenn es wirklich von links kam - woran ich fast zweifle].
Wenn das so weitergeht wird die Grenze neu errichtet. Im Osten ein neues deutsches Reich und im Westen herrscht Anarchie und Chaos.
Aber das ist ein anderes Thema...

Companion - 06.09.2011 06:58    (0)   
 

Schutzbeschichtung..
was ist dass den für ein intelligenter Vorschlag?? und, soll man das Gebäude hinter der Gedenktafel und den Teil der Brücke auch schutzbeschichten?? Oder gibt es neuerdings Farbe, die nicht den Gesetzen der Schwerkraft folgend, nach unten läuft????
Man sollte sich in der Stadtverwaltung vielleicht wirklich mal über eine - wie es in manch andern Städten gut funktioniert - Ordnungs(Bürger)Streifen Gedanken machen, die kann man auch für Sandkerwa und ähnliche Festivitäten einsetzen um für Ordnung (Wildpinkler u.a.)zu sorgen, man schafft damit gleichzeitig Arbeitsplätze, und liebe Stadtverwaltung bitte nicht mehr Mehrkosten argumentieren, denn diese Leute bekommen sicher kein Amtsrats/Inspektoren-Gehalt..
Und wer meint, man wäre damit in einem Überwachungsstaat gelandet, naja liebe Leute, wer - wie es so schön heißt, keinen Dreck am Stecken hat - braucht ja nix zu befürchten, und für alle anderen dient es zur Abschreckung und evtl. Ergreifung/Feststellung der Täter..

CFRA1 - 06.09.2011 12:05    (0)   
 

Anti-Graffiti-Beschichtung
... die gibt es wirklich:

"Ein Additiv verhindert, dass der Lack aus der Graffiti-Sprühdose mit der Bauteil-Oberfläche reagiert und sich dauerhaft mit ihr verbindet. Der Sprayer bemerkt den Effekt zunächst nicht. Spürbar wird der Nutzen der besonderen Oberfläche erst, wenn es an die Reinigung geht. Das Graffiti lässt sich ohne aufwändige Vorbehandlung einfach und schnell mit klarem Wasser abspülen."

Quelle Hersteller.

Steinbruechlein - 06.09.2011 05:31    (0)   
 

Wie wäre ...
...es mit einer Schutzbeschichtung, ihr Helden!?

unbekannt - 05.09.2011 23:59    (0)   
 

Ach....
Zitat:
Er betont auch, dass es angebracht sei "eine Videoüberwachung bei der Stadt anzuregen".
Zitat Ende

Und??? Dann seht ihr es live zwinkern

Versteckte Kameras oder offensichtliche? Sobald eine Kamera bekannt ist gibt es zwei Möglichkeiten

1. Es wird woanders gewütet oder
2. Jetzt erst recht und besser getarnt

So sehr ich dafür bin daß Täter idendifiziert werden, sowenig möchte ich eine Überwachungsstadt.

Sorgt für mehr Arbeitsplätze, stellt mehr Wachpersonal ein.

Naja wenn es wirklich politisch motiviert ist dann hat es wenigstens einen Sinn gegenüber sinnloser Zerstörung (die Farbe gefällt mir zwinkern ).

Irgendwie kann man das Gefühl nicht loswerden daß den Damen und Herren sämtliche Kontrolle entgleitet traurig . Wozu brauchen wir denn noch Terroristen zwinkern .

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