"Kellerkommando" mischt die Stile

14.11.2009   Ort: Importartikel  Von: Harald Rieger  inFranken.de

Musik Die Band "Kellerkommando" gab im Live Club ihr Debütkonzert. Rund 90 Minuten lang boten sie eine schrille Mischung aus russischem Gangster-Rap, Hip-Hop und Elementen bayerischer Volksmusik.


Die Band "Kellerkommando" bei ihrem Auftritt im Bamberger Live Club Foto: HaR
Zugegeben das Genre der Volxmusik, einer Verbindung traditioneller Elemente der Volksmusik mit Jazz, Folk, Hip-Hop, Rock und anderen Stilen, ist nicht mehr ganz neu. Viele Bands, darunter unter anderem auch das Bamberger Boxgalopp, haben es schon vorgemacht. Mit der neugegründete Band „Kellerkommando“ erhält diese Branche, die in immer mehr Clubs Einzug hält, nun echten Zuwachs. Und was für einen.

Dies stellten die sieben Jungs im Live Club bei ihrem Debütkonzert eindrücklich unter Beweis. Satte 90 Minutenlang präsentierten sie alte fränkische Kärwalieder, gemischt mit Hip-Hop-Beats und Gangsta-Rap. Der Sound war echt krass und die Texte einfach schrill. So besangen sie unter anderem die Karpfenzeit und wünschten sich, selbst im Teich zu schwimmen – aber nur wenn er mit Bier randvoll ist.

Die typischen Berge und Wiesen-Motive der Volksmusik hingegen interpretierten sie auf ihre ganz eigene Art im Song „Im Tütla is nix drin“ und meinten damit nicht das saftige Grün, an dem sich die Alm-Kühe laben, sondern das „Gras“, das in Hollands Coffeeshops verkauft wird. Ihren „politischen Beitrag“ des Abends leisteten sie mit dem Lied „Halt die Klappe“, in dem sie die Meinungsfreiheit und „Schäubles Überwachungsstaat“ auf die Schippe nahmen. Den Alkoholikern widmeten sie das Lied „Ich und Du“, das vom Vetter Seidl handelte und den Nachbarn drohten sie Schläge an, falls er sie weiter belästige. Doch auch die Romantiker kamen an dem Abend mit der Kellerkommando-Ballade „Mei Kunnerla is schö´digg“ nicht zu kurz.

Ihre geistreichen Liedschöpfungen hatten sie mit fetten Basstönen ebenso angereichert wie mit Trompetenklängen. Natürlich durfte dabei weder das Schlagzeug noch das Keyboard fehlen. Ein Schifferklavier stand sowieso im Mittelpunkt wie Kommandant Schokks und sein russisch-fränkischer Rap. Das ganze ergab dann eine schrille, aber doch hörenswerte Mischung aus Hip-Hip, Discobeat, Rap und Volksmusik.

Fazit: Der Gruppe Kellerkommando ist mit ihrem Debütkonzert durchaus ein beachtenswerter Einstieg in die Musikwelt gelungen. Sicherlich Clubtauglich und einzelne Songs könnten sogar zum Ohrwurm werden. Allerdings ist die Musik wohl eher wenig geeignet als Alltagsberieselung.



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