Stadionausbau in Bamberg hat begonnen

14.05.2009   Ort: Importartikel  Von: Michael Wehner  inFranken.de

Regionalliga Die Stadt saniert bis August 4000 Stehrang-Plätze in der Gegengerade des Volksparkstadions. Der Ausbau ist ein Kompromiss zwischen den Auflagen des DFB und denen der Denkmalpflege.


Neun Robinien, zwei Eichen und eine Kiefer stehen der Sanierung der Ränge in dem unter Denkmalschutz stehenden Volksparkstadion im Weg. Diese Woche wurde mit der Abholzung begonnen. Fotos: MW

Das Weismainer Exil der Bamberger Regionalligafußballer scheint  dem Ende entgegenzugehen. Anfang der Woche hat die Stadt Bamberg mit der Fällung mehrerer Bäume in der Gegengerade  des Volksparkstadions begonnen - der erste Schritt für die geplante Sanierung der Ränge.  Das 800 000 Euro teuere Erneuerungsprojekt steht unter extremem  Zeitdruck:  Bis zum Start der neuen Saison im  August soll die Regionalligatauglichkeit im Bamberger Stadion  hergestellt  sein. 

Der Platz ist frei

Am Donnerstag haben die Mitarbeiter des Gartenamts der Stadt die Stämme von neun Robinien, zwei Eichen, einer Kiefer und mehreren Ahornbäumen aus dem Weg geräumt. Sie standen den Bauarbeiten im Weg. Für die Fällaktion gibt es eine naturschutzrechtliche und eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis, teilt Franz Eibl von der Pressestelle der Stadt Bamberg mit. Die Eingriffe in das 1926 eröffnete  Stadion  sind ein Kompromiss, den Oberbürgermeister Starke und Bürgermeister Hipelius in schwierigen Gesprächen mit dem  Landesamt für Denkmalpflege erreicht haben.
Auf diese Weise war es möglich, die hohe öffentliche Förderung für den bereits abgeschlossenen Tribünenbau  nicht zu gefährden und andererseits die Spielstätte den Anforderungen anzupassen, die der Deutsche Fußballbund (DFB) für die Regionalliga macht.

Arbeiten mit Auflagen

So   geht es bei den Arbeiten im Volkspark  nicht nur darum, die  alten und durch die Jahre hinweg unregelmäßig gewordenen Ränge zu sanieren und auch die Verkehrssicherheit wiederherzustellen.  Die neu entstehenden Fanblocks müssen jeweils durch 2,20 Meter hohe Metallgitterzäune nach innen und außen abgetrennt werden. Der Gästeblock soll 500 Plätze, der Heimgästeblock 3500 Plätze umfassen. Beide Blocks erhalten einen eigenen Zugang.  In den Kosten enthalten ist auch eine Lautsprecheranlage.
Wie Pressesprecher Eibl betont, habe man auch dem DFB einen Kompromiss abgerungen. Dessen ursprüngliche Forderung sah vor, viel mehr Bäume zu fällen und sämtliche Ränge zu betonieren. Nun sollen die Stufen  in der Gegengerade und in  der Südostkurve dem Charakter des Stadions entsprechend auch künftig begrünt sein. Den  neun dicken Robinien, die aus der Anfangszeit des Stadions stammen dürften, nützt dies natürlich wenig. Sie stehen der Baugrube im Weg,  die in den nächsten Wochen entsteht. Andererseits sollen auch in Zukunft   Bäume auf der Krone des Stadionrunds  wachsen, sagt die Stadt. 

Finanzierung ist noch unklar

Offen ist nach wie vor, ob es der Stadt gelingt,  die  für das Vorhaben noch  fehlenden 300.000 Euro durch Zuschüsse einzuholen oder ob sie selbst in die Schatulle greifen muss. 500 000 Euro hatten bekanntlich Sponsoren beigesteuert, die nicht genannt werden wollen. Nicht als öffentliche Aufgabe sieht man es im Rathaus  an, die rund 800 000 Euro teuere Flutlichtanlage zu finanzieren, was wie die Lautsprecheranlage eine zwingende Auflage des DFB für die Regionalliga ist. "Dafür hat die Stadt kein Geld", hatte OB Starke vor kurzem klar gemacht.
Dennoch kann sich der FC Eintracht auch hier Hoffnung machen, das Problem bis zur Saison 2010/2011 gelöst zu haben. Eine auf fünf Jahre laufende Vereinbarung sieht vor, dass der Verein die Kosten über eine deutlich erhöhte Stadionmiete beisteuert. Sie liegt  bei ca. 82.000 Euro. Dazu kommt ein Teil der Einnahmen aus der Bandenwerbung.

Für Flutlicht nach Weismain?

Für die Abendspiele der nächsten Saison, wenn in Bamberg noch kein Flutlicht  leuchtet,   bleibt dem Verein nichts anderes übrig als den DFB um eine Ausnahmegenehmigung zu bitten und sich  um eine Ausweichspielstätte zu bemühen.   Weismain, zum Beispiel,  würde sich anbieten.





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