Verse für den Tierschutz
17.01.2012
Ort: Dorgendorf Von: Anette Schreiber ![]()
Engagement Mit 71 Jahren hat die Wahl-Dorgendorferin Anneliese Bromke ein kleines Buch verfasst, in dem sie in Reimen für einen fairen Umgang mit den tierischen Mitgeschöpfen appelliert.
In ihrer Familie seien Tiere schon immer geachtet und gut behandelt worden, sagt Anneliese Bromke. Das war bei ihr ebenso selbstverständlich wie bei der Familie ihrer Tante Anni, die von Augsburg nach Bamberg geheiratet hatte. Was Anneliese Bromke Onkel Josef und dessen Bruder Georg als weiteren Onkel in Dorgendorf einbrachte. "Mit einem Bauernhof"", sagt die Wahlfränkin mit vielsagendem Augenaufschlag. In den Ferien war die Augsburgerin meist in Franken, das ihr zur Heimat wurde. Denn dorthin zog es sie der vielen Tiere wegen speziell am Wochenende. Manchmal fuhren Onkel Josef und Tante Anni mit der kleinen Anneliese auch unter der Woche zu Onkel Georg und Tante Maria nach Dorgendorf, offiziell zum Kaffee, tatsächlich aber, damit die Nichte wieder zu den Tieren konnte - Katzen Hund, Kühe und vieles mehr. "Alle wurden gut behandelt", erinnert sie sich zurück.
Onkel Josef und Tante Annihatten auch Hunde, meist ein Spitz und Katzen, darunter "Mohrle". Die begleitete die junge Anneliese beim Gang zum Kino und wartete im Baum auf sie, bis die Vorstellung vorbei war. Das sind die positiven Erinnerungen. Zu den negativen, die sich bei ihrtief eingegraben haben, sind aber auch Bilder von Pferden, die mit der Peitsche geschlagen wurden, während sie Bäume aus dem Wald schleiften. Ihr ging es schon als Kind "zu Herzen", wie es nennt, "wenn ein Hund geschlagen oder ein hungriges Tier weggescheucht wurde".
Sie habe ihr ganzes Leben "unter der Herzlosigkeit und Grausamkeit gegenüber Tieren gelitten", stellt die heute 82-Jährige fest. So hat sie geholfen und aufgenommen, sich eingesetzt, wo es Not tat. Einer Vielzahl von Hunden, Katzen und Kleintieren ein Heim gegeben. Noch heute lebt Fundkatze Dumpy im Haus. "Asylantenkatzen", wie sie die Herrenlosen nennt, versorgt sie derzeit vier. "Aber bitte schreiben Sie bitte nicht, dass ich Tiere aufnehme, sonst werde ich zum Asyl, mit 82 kann ich das nicht mehr", appelliert die charmante Dame, die mit ihrem Mann jetzt übrigens im Anwesen ihres Onkels Georg lebt.
Verwandte zurück geholt
Ihre Tante Anni habe immer gerne gereimt, erzählt sie weiter, auch mit ihr. So sei das wohl auf sie übergegangen. Die Tante war wie gesagt Tierschützerin. Nach Jahrzehnten in Amerika, dorthin war Anneliese Bromke ihrem Ehemann gefolgt, holten Onkel und Tante ihn und die Nichte nach der Pensionierung in die fränkische Heimat zurück. Da Josef und Georg keine Nachfahren hatten, sollte Annelieses Sohn die Firma übernehmen.
Für Anneliese hatte die Tante gleichfalls eine Aufgabe: Die Nichte sollte für Tierschutzvereinshefte reimen. Das tat sie. Und hat sich aufgeregt, je mehr sie über Missstände erfuhr und in die zornige Reime presste. Aus lauter Frust wollte sie daraus dann ein kleines Büchlein machen, was die Tante absolut begrüßte. Doch irgendwie wollte das nicht so gelingen. "Meine Tante starb vorher." Anneliese Bromke sah sich in der Pflicht.
2011 war das kleine Büchlein fertig und als privates Werk im Bamberger Erich Weiß-Verlag veröffentlicht. Der Erlös ist für den Tierschutz bestimmt.
Es nicht nur die Liebe zu den Tieren, die in jeder Zeile, in jedem Vers steckt, sondern genauso auch der Zorn, "dass Menschen so verdammt hartherzig sein können mit Tieren", sagt eine Frau, der im Leben schon so einiges widerfahren ist. "Das kauft doch niemand, da geben die Leute doch kein Geld aus für so ein Büchlein", übt sich die 82-Jährige in Nüchternheit. Sie schreibe eben aus dem Herzen heraus und nicht literarisch oder hochgestochen. Das überlasse sie gerne den Profis.
Auf ihren 36-Seiten hat sie jedenfalls einen flammenden Appell für den Umgang mit Tieren in Reime gepackt. Diese 36 Seiten, "das Buch hat mich gelehrt", stellt Anneliese Bromke fest. Gelehrt, "wie naiv man ist, wenn man denkt, man könnte die Welt verändern". Ein Geschäft habe der Verlag wohl nicht gemacht, meint sie schmunzelnd, um wieder ernst zu werden Sie möchte dem Menschen die Güte zu Tieren nahebringen. Doch: "Seit dem Neandertaler hat sich nur die Technik verändert, nicht der Mensch".
Das Büchlein bleibe dennoch ein Appell an die Tierliebe, auch wenn sie weiß: "Die Fairen muss man nicht belehren und die anderen kann man nicht erreichen", wie es in dem Büchlein heißt. Oder vielleicht doch?
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Kommentare
"Tiere sind nicht dazu da,
dass wir sie essen.
Tiere sind nicht dazu da,
dass wir an ihnen experimentieren.
Tiere sind nicht dazu da,
dass wir sie anziehen.
Tiere sind nicht dazu da,
dass sie uns unterhalten.
Tiere sind nicht dazu da,
dass wir sie ausbeuten."
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